Nach positiven Erfahrungen mit den Liebesschriften des Ovid traute ich mich nun auch an seine Liebesbriefe und wurde SEHR positiv überrascht!
Die Liebesbriefe erzählen die Mythen auf eine andere Art, in Form der Briefe ihrer Frauen: Penelope, Phyllis, Briseis, Phaedra, Oenone (die erste Frau des Paris!), Hypsipyle, Dido, Hermione, Deianira (Frau des Herkules), Ariadne (ja die mit dem Faden), Canace (der erste Inzestfall der "Geschichte"), Medea, Laodamia, Hypermestra, Sappho, Paris an Helena, Helena an Paris, Leander und Hero, Acontius und Cydippe.
Dabei sind sie nicht nur sehr schön verfasst, sondern bieten einen ganz neuen Einblick in die Mythen, die ja ansonsten eigentlich immer gerade nicht aus der Sicht der Frauen erzählt werden.
Wir gehen mit Aeneas fort und sehen wie er Rom gründen wird... aber was ist mit Dido, die verlassen zurückbleibt?
Welche Bedenken quälten Helena bevor sie ihrer Entführung durch Paris zustimmte?
All diese Antworten bietet Ovid in einer klaren, sehr feinen Sprache.
Eine Freude zu lesen, für alle Mythen-Interessierten ;)
Die zweisprachige Ausgabe des Patmos-Verlags gefällt mir persönlich deswegen auch sehr, weil sie ein preiswertes Hardcover bietet und man hin und wieder auch "im Original", also auf Lateinisch nachlesen kann.