Pressestimmen
»Sie werden wohl wissen, dass die meisten Männer (wie auch nicht wenige Frauen) von Natur nicht monogam veranlagt sind«, so A. Einstein in einem Brief an eine Dame, deren Mann untreu war. Treue als Relativitätstheorie oder ist die lebenslange monogame Liebe ein Mythos in unserer schnelllebigen und auf Sofortbefriedigung ausgerichteten Welt? Liebessehnsucht, sexuelle Begierde oder die große Liebe Gefühle, die den Menschen durch das Leben begleiten, ob Single oder nicht. Der Autor beschreibt Liebesaffären, eingerahmt u. a. in die Themenbereiche Moral, Schuld, Bedürfnis, kulturelle Gegebenheiten, Sehnsucht, Schmerz und auch Chance, aus drei Perspektiven: aus fachlich psychologischer mit Praxisbeispielen; aus der der Literatur und an Hand von Beispielen großer historischer Figuren. Berühmtheiten wie Goethe und Ch. Vulpius, M. Heidegger und R. Wagner nicht vergessend reicht die Spanne der Darstellung von Dantes »Göttlicher Komödie« in ,,Liebessehnsucht" über G. Flauberts »Madame Bovary« in "Die Liebesaffären der Frauen" bis zu Büchners »Woyzeck« im Kapitel über das »Schicksal der Verratenen und Verlassenen« Am Ende wendet er sich den »Lösungen" und der "Psychologie der Liebesaffären« zu. Erweitert durch weitere hervorragend ausgewählte Beispiele aus der Weltliteratur, allesamt spannend und in schöner Sprache verfasst, kann sich der/die Leserln in die tiefen Emotionen, Wirrungen und Hoffnungen aller Beteiligten der Affärenzeit einfühlen. Dies ist zweifelsohne die Stärke des Buches, es befriedigt Psychologie und Literaturinteressierte durch seine themenspezifische Auswahl rundum, die lediglich an psychologisch therapeutischen Gesichtspunkten Orientierten werden kurz und dennoch umfassend informiert, die an beraterisch therapeutischen Gesprächssequenzen und reiner Praxis ausgerichteten Leserlnnen werden enttäuscht, denn daran mangelt das Werk. Aber wer will sich schon so einseitig zeigen, zumal die Fülle geistreicher Geschichten einen Fundus an Ideen darbietet. (systhema, Heft 3 2005)
Der Autor ist Psychologieprofessor, Paartherapeut und mehrfacher Buchautor. Er legt ein buntes Bilderbuch aus der therapeutischen Praxis, Werke der Weltliteratur und der Liebesaffairen berühmter vor. Er beginnt mit dem klassischen Hohe-Lied der Liebe von Salomon, Orpheus und Eurydike, Romeo und Julia - jeweils mit Textausschnitten und Gedanken darüber. Aus Goethes Wahlverwandtschaften stammt, dass »Heiraten etwas tölpelhaftes an sich hat und die zartesten Verhältnisse verdirbt«. Gauguin ist als mittelalterlicher Mann und Bankier aus seiner Ehe ausgebrochen und hat auf Tahiti erst seine große künstlerische Schaffensperiode gehabt. Einstein war zum »getreuen Ehemann« untauglich und verbarg dies auch nicht in mehreren kürzer oder länger dauernden Liaisonen mit Frauen, die sich gerne in der Öffentlichkeit mit einem Genie an ihrer Seite zeigten. Seine Frau blieb ihm treu und unterstützte ihn vorbehaltlos in seiner Arbeit. Es wird vom Autor als der Versuch gedeutet, »eines Unverbundenen dennoch ein wenig Bindung zu bekommen, sie aber niemals so eng werden zu lassen, dass sie die persönliche Freiheit einschränken konnte«. Ovid s Ars amatoria gibt recht handfeste Anweisungen zum Anstreben eines gemeinsamen sexuellen Höhepunkts. Casanova musste sich einige Stunden in einem Kammerl verborgen halten, entjungferte dann aber (nach seinen Angaben zum allseitigen Vergnügen) eine junge Theologiestudentin und daneben deren Cousine. Dieses »Fest« wiederholten sie einige Tage. Später musste er in Geschäften abreisen. Der Hitler-Parteigänger und Philosoph Heidegger führte jahrelang ein klandestines Liebesleben mit seiner jüdischen Studentin Hannah Arendt in einer streng abgeschirmten Dachkammer, bis sie nach USA emigrierte und durch ihre Schriften berühmt wurde. Wohingegen die Beziehung zwischen Richard und Cosima Wagner noch während deren Ehe mit Hans von Bühloff ohne wesentliche Heimlichkeiten vor sich ging. Der pferdegesichtige Marquetz führte Buch über seine Liebschaften. Mit 50 bei der Zahl von 540 Frauen stellte er das »Registrieren« ein, als der Körper nicht mehr so viel hergab und er nichts Schriftliches brauchte, um den Überblick zu behalten. Mit 90 wünschte er sich von einer befreundeten Bordell-Mutter ein junges, unschuldiges Mädchen. Sie erfüllte ihm den (schwierigen) Wunsch. Er las der Kindfrau dann den kleinen Prinzen und andere schöne Literatur vor, adoptierte sie und vererbte ihr schließlich alles. Anscheinend hilft es nichts, egal wie alt man ist, wieviele Erfahrungen man hat, wieviele Eroberungen man hinter sich hat und wieviel Lyrik man gelesen hat: Die Liebe macht einen zum Trottel. Mit diesem Satz schließt das Buch, und der geschätzte Rezensionsleser mag nun selbst entscheiden, ob er es sich kaufen will oder nicht. (iener Medizinische Wochenschrift 8/2006 Heft15/16)
Am interessantesten an dem Buch von Wolfgang Hantel-Quitmann ist, dass auch die Psychologie menschliche Beziehungen heute vorzugsweise mit den Worten der Ökonomie beschreibt. Es gibt keinen verbindlichen Begriff von Treue mehr, sie ist »Verhandlungssache« in jedem Leben zu zweit. Und um modernes Leben zu zweit verstehen zu können, darf man nicht moralisieren. Die Sprachen der Ökonomie und des Rechts sind solche moralfreien Sprachen. Und es gibt ein Wort, das keiner dieser Sprachen angehört und doch völlig neutral ist. Es ist das Schlüsselwort für moderne Zweisamkeit überhaupt: Stress, in Alltag, Beruf und Beziehung. (Der Tagesspiegel)
Der Autor ist Psychologieprofessor, Paartherapeut und mehrfacher Buchautor. Er legt ein buntes Bilderbuch aus der therapeutischen Praxis, Werke der Weltliteratur und der Liebesaffairen berühmter vor. Er beginnt mit dem klassischen Hohe-Lied der Liebe von Salomon, Orpheus und Eurydike, Romeo und Julia - jeweils mit Textausschnitten und Gedanken darüber. Aus Goethes Wahlverwandtschaften stammt, dass »Heiraten etwas tölpelhaftes an sich hat und die zartesten Verhältnisse verdirbt«. Gauguin ist als mittelalterlicher Mann und Bankier aus seiner Ehe ausgebrochen und hat auf Tahiti erst seine große künstlerische Schaffensperiode gehabt. Einstein war zum »getreuen Ehemann« untauglich und verbarg dies auch nicht in mehreren kürzer oder länger dauernden Liaisonen mit Frauen, die sich gerne in der Öffentlichkeit mit einem Genie an ihrer Seite zeigten. Seine Frau blieb ihm treu und unterstützte ihn vorbehaltlos in seiner Arbeit. Es wird vom Autor als der Versuch gedeutet, »eines Unverbundenen dennoch ein wenig Bindung zu bekommen, sie aber niemals so eng werden zu lassen, dass sie die persönliche Freiheit einschränken konnte«. Ovid s Ars amatoria gibt recht handfeste Anweisungen zum Anstreben eines gemeinsamen sexuellen Höhepunkts. Casanova musste sich einige Stunden in einem Kammerl verborgen halten, entjungferte dann aber (nach seinen Angaben zum allseitigen Vergnügen) eine junge Theologiestudentin und daneben deren Cousine. Dieses »Fest« wiederholten sie einige Tage. Später musste er in Geschäften abreisen. Der Hitler-Parteigänger und Philosoph Heidegger führte jahrelang ein klandestines Liebesleben mit seiner jüdischen Studentin Hannah Arendt in einer streng abgeschirmten Dachkammer, bis sie nach USA emigrierte und durch ihre Schriften berühmt wurde. Wohingegen die Beziehung zwischen Richard und Cosima Wagner noch während deren Ehe mit Hans von Bühloff ohne wesentliche Heimlichkeiten vor sich ging. Der pferdegesichtige Marquetz führte Buch über seine Liebschaften. Mit 50 bei der Zahl von 540 Frauen stellte er das »Registrieren« ein, als der Körper nicht mehr so viel hergab und er nichts Schriftliches brauchte, um den Überblick zu behalten. Mit 90 wünschte er sich von einer befreundeten Bordell-Mutter ein junges, unschuldiges Mädchen. Sie erfüllte ihm den (schwierigen) Wunsch. Er las der Kindfrau dann den kleinen Prinzen und andere schöne Literatur vor, adoptierte sie und vererbte ihr schließlich alles. Anscheinend hilft es nichts, egal wie alt man ist, wieviele Erfahrungen man hat, wieviele Eroberungen man hinter sich hat und wieviel Lyrik man gelesen hat: Die Liebe macht einen zum Trottel. Mit diesem Satz schließt das Buch, und der geschätzte Rezensionsleser mag nun selbst entscheiden, ob er es sich kaufen will oder nicht. (iener Medizinische Wochenschrift 8/2006 Heft15/16)
Am interessantesten an dem Buch von Wolfgang Hantel-Quitmann ist, dass auch die Psychologie menschliche Beziehungen heute vorzugsweise mit den Worten der Ökonomie beschreibt. Es gibt keinen verbindlichen Begriff von Treue mehr, sie ist »Verhandlungssache« in jedem Leben zu zweit. Und um modernes Leben zu zweit verstehen zu können, darf man nicht moralisieren. Die Sprachen der Ökonomie und des Rechts sind solche moralfreien Sprachen. Und es gibt ein Wort, das keiner dieser Sprachen angehört und doch völlig neutral ist. Es ist das Schlüsselwort für moderne Zweisamkeit überhaupt: Stress, in Alltag, Beruf und Beziehung. (Der Tagesspiegel)
Kurzbeschreibung
Was ist Liebe? Was hat eine Affäre mit der eigenen Beziehung zu tun? Lohnt es sich zu kämpfen? Kann eine Therapie helfen? War die Beziehung nicht von Anfang an zum Scheitern verurteilt? Ist die Ehe gar der Friedhof jeder Liebe? Wolfgang Hantel-Quitmann widmet sich diesen Fragen und kreiert daraus eine »Psychologie der Liebesaffären«, entwickelt an Beispielen aus der paartherapeutischen Praxis, großen Werken der Weltliteratur und den Liebesaffären berühmter Paare. Für alle, die sich aus psychologischem, literarischem, rein menschlichem oder gar privatem Interesse mit dem Thema beschäftigen bevor die nächste Liebesaffäre als Ende aller Liebe, moralisch verwerflich oder schicksalhaft missdeutet werden könnte.
Der Autor über sein Buch
»Die große Liebe ist das Ideal. Wir glauben, auf der Suche zu sein nach der jeweils verlorenen Hälfte jener einst getrennten Kugelmenschen, die Platon beschrieben hat. Letztlich ist es die Gottesidee, die in der Aufklärung säkularisiert wurde in der Idee von der großen Liebe. Sehr viele Menschen verlassen lieber ihren Partner als ihr Liebesideal.« »Der eigentliche Ehebrecher ist ... der, der sich jeder Veränderung widersetzt.« Interview in DER SPIEGEL 27/2005, Seite 130
Über den Autor
Wolfgang Hantel-Quitmann, Professor für klinische Psychologie und Familienpsychologie in Hamburg, ist Autor mehrerer Fachbücher und Veröffentlichungen zur Zukunft von Familie, Ehe und Partnerschaft. Neben seinen Forschungen zu Globalisierungsfolgen arbeitet er u. a. als Gutachter an Familiengerichten und als Familien- und Paartherapeut in eigener Praxis. Weitere Veröffentlichungen im Psychosozial-Verlag: »Der globalisierte Mensch« (2004) und »Die Globalisierung der Intimität« (2002).