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Liebesaffären: Zur Psychologie leidenschaftlicher Beziehungen
 
 
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Liebesaffären: Zur Psychologie leidenschaftlicher Beziehungen [Broschiert]

Wolfgang Hantel-Quitmann
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Broschiert: 232 Seiten
  • Verlag: Psychosozial-Verlag; Auflage: 1 (7. Mai 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3898063941
  • ISBN-13: 978-3898063944
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 14,6 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 69.387 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Wolfgang Hantel-Quitmann
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Sie werden wohl wissen, dass die meisten Männer (wie auch nicht wenige Frauen) von Natur nicht monogam veranlagt sind«, so A. Einstein in einem Brief an eine Dame, deren Mann untreu war. Treue als Relativitätstheorie oder ist die lebenslange monogame Liebe ein Mythos in unserer schnelllebigen und auf Sofortbefriedigung ausgerichteten Welt? Liebessehnsucht, sexuelle Begierde oder die große Liebe Gefühle, die den Menschen durch das Leben begleiten, ob Single oder nicht. Der Autor beschreibt Liebesaffären, eingerahmt u. a. in die Themenbereiche Moral, Schuld, Bedürfnis, kulturelle Gegebenheiten, Sehnsucht, Schmerz und auch Chance, aus drei Perspektiven: aus fachlich psychologischer mit Praxisbeispielen; aus der der Literatur und an Hand von Beispielen großer historischer Figuren. Berühmtheiten wie Goethe und Ch. Vulpius, M. Heidegger und R. Wagner nicht vergessend reicht die Spanne der Darstellung von Dantes »Göttlicher Komödie« in ,,Liebessehnsucht" über G. Flauberts »Madame Bovary« in "Die Liebesaffären der Frauen" bis zu Büchners »Woyzeck« im Kapitel über das »Schicksal der Verratenen und Verlassenen« Am Ende wendet er sich den »Lösungen" und der "Psychologie der Liebesaffären« zu. Erweitert durch weitere hervorragend ausgewählte Beispiele aus der Weltliteratur, allesamt spannend und in schöner Sprache verfasst, kann sich der/die Leserln in die tiefen Emotionen, Wirrungen und Hoffnungen aller Beteiligten der Affärenzeit einfühlen. Dies ist zweifelsohne die Stärke des Buches, es befriedigt Psychologie und Literaturinteressierte durch seine themenspezifische Auswahl rundum, die lediglich an psychologisch therapeutischen Gesichtspunkten Orientierten werden kurz und dennoch umfassend informiert, die an beraterisch therapeutischen Gesprächssequenzen und reiner Praxis ausgerichteten Leserlnnen werden enttäuscht, denn daran mangelt das Werk. Aber wer will sich schon so einseitig zeigen, zumal die Fülle geistreicher Geschichten einen Fundus an Ideen darbietet. (systhema, Heft 3 2005)

Der Autor ist Psychologieprofessor, Paartherapeut und mehrfacher Buchautor. Er legt ein buntes Bilderbuch aus der therapeutischen Praxis, Werke der Weltliteratur und der Liebesaffairen berühmter vor. Er beginnt mit dem klassischen Hohe-Lied der Liebe von Salomon, Orpheus und Eurydike, Romeo und Julia - jeweils mit Textausschnitten und Gedanken darüber. Aus Goethes Wahlverwandtschaften stammt, dass »Heiraten etwas tölpelhaftes an sich hat und die zartesten Verhältnisse verdirbt«. Gauguin ist als mittelalterlicher Mann und Bankier aus seiner Ehe ausgebrochen und hat auf Tahiti erst seine große künstlerische Schaffensperiode gehabt. Einstein war zum »getreuen Ehemann« untauglich und verbarg dies auch nicht in mehreren kürzer oder länger dauernden Liaisonen mit Frauen, die sich gerne in der Öffentlichkeit mit einem Genie an ihrer Seite zeigten. Seine Frau blieb ihm treu und unterstützte ihn vorbehaltlos in seiner Arbeit. Es wird vom Autor als der Versuch gedeutet, »eines Unverbundenen dennoch ein wenig Bindung zu bekommen, sie aber niemals so eng werden zu lassen, dass sie die persönliche Freiheit einschränken konnte«. Ovid s Ars amatoria gibt recht handfeste Anweisungen zum Anstreben eines gemeinsamen sexuellen Höhepunkts. Casanova musste sich einige Stunden in einem Kammerl verborgen halten, entjungferte dann aber (nach seinen Angaben zum allseitigen Vergnügen) eine junge Theologiestudentin und daneben deren Cousine. Dieses »Fest« wiederholten sie einige Tage. Später musste er in Geschäften abreisen. Der Hitler-Parteigänger und Philosoph Heidegger führte jahrelang ein klandestines Liebesleben mit seiner jüdischen Studentin Hannah Arendt in einer streng abgeschirmten Dachkammer, bis sie nach USA emigrierte und durch ihre Schriften berühmt wurde. Wohingegen die Beziehung zwischen Richard und Cosima Wagner noch während deren Ehe mit Hans von Bühloff ohne wesentliche Heimlichkeiten vor sich ging. Der pferdegesichtige Marquetz führte Buch über seine Liebschaften. Mit 50 bei der Zahl von 540 Frauen stellte er das »Registrieren« ein, als der Körper nicht mehr so viel hergab und er nichts Schriftliches brauchte, um den Überblick zu behalten. Mit 90 wünschte er sich von einer befreundeten Bordell-Mutter ein junges, unschuldiges Mädchen. Sie erfüllte ihm den (schwierigen) Wunsch. Er las der Kindfrau dann den kleinen Prinzen und andere schöne Literatur vor, adoptierte sie und vererbte ihr schließlich alles. Anscheinend hilft es nichts, egal wie alt man ist, wieviele Erfahrungen man hat, wieviele Eroberungen man hinter sich hat und wieviel Lyrik man gelesen hat: Die Liebe macht einen zum Trottel. Mit diesem Satz schließt das Buch, und der geschätzte Rezensionsleser mag nun selbst entscheiden, ob er es sich kaufen will oder nicht. (iener Medizinische Wochenschrift 8/2006 Heft15/16)

Am interessantesten an dem Buch von Wolfgang Hantel-Quitmann ist, dass auch die Psychologie menschliche Beziehungen heute vorzugsweise mit den Worten der Ökonomie beschreibt. Es gibt keinen verbindlichen Begriff von Treue mehr, sie ist »Verhandlungssache« in jedem Leben zu zweit. Und um modernes Leben zu zweit verstehen zu können, darf man nicht moralisieren. Die Sprachen der Ökonomie und des Rechts sind solche moralfreien Sprachen. Und es gibt ein Wort, das keiner dieser Sprachen angehört und doch völlig neutral ist. Es ist das Schlüsselwort für moderne Zweisamkeit überhaupt: Stress, in Alltag, Beruf und Beziehung. (Der Tagesspiegel)

Kurzbeschreibung

Was ist Liebe? Was hat eine Affäre mit der eigenen Beziehung zu tun? Lohnt es sich zu kämpfen? Kann eine Therapie helfen? War die Beziehung nicht von Anfang an zum Scheitern verurteilt? Ist die Ehe gar der Friedhof jeder Liebe? Wolfgang Hantel-Quitmann widmet sich diesen Fragen und kreiert daraus eine »Psychologie der Liebesaffären«, entwickelt an Beispielen aus der paartherapeutischen Praxis, großen Werken der Weltliteratur und den Liebesaffären berühmter Paare. Für alle, die sich aus psychologischem, literarischem, rein menschlichem oder gar privatem Interesse mit dem Thema beschäftigen – bevor die nächste Liebesaffäre als Ende aller Liebe, moralisch verwerflich oder schicksalhaft missdeutet werden könnte.

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87 von 92 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Mehr gibt es kaum zu sagen, 18. Juli 2006
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Liebesaffären: Zur Psychologie leidenschaftlicher Beziehungen (Broschiert)
Diesem Buch wünschte ich den obersten Platz auf den Bestsellerlisten. Und zwar so lange, bis selbst chronische Büchermuffel davon Kenntnis nehmen müssen. Oder all die, welche sich jeden Patentrezepte versprechenden Liebesratgeber anschaffen. Wieso diese Begeisterung und die waghalsige Behauptung, mehr als in diesem Buch steht, gäbe es zum Thema Liebe nicht zu sagen? Die Antwort liegt in der Form, in der Wolfgang Hantel-Quitmann das weite Feld beackert. Er lässt diejenigen zu Wort kommen, die nicht erklären, sondern erzählen. Schriftsteller aller Jahrhunderte und aller Länder zeigen die Irrungen und Wirrungen auf, die um den vermeintlich festen Kern der Liebe entstehen. Lösungen gibt es nur im Plural, in festen Zeitfenstern, in den von Liebenden ausgesteckten Räumen. Der Autor lädt uns mit seiner Auswahl dazu ein, Wahlverwandtschaften zu erkennen und eigene Wege zu erkunden. Und wie er das macht, empfand ich eben so grossartig, dass ich mich zum Begeisterungssturm am Anfang dieser Besprechung hinreissen liess.

Während bei vielen Büchern der Titel der stärkste Satz ist, verhält es sich bei diesem Buch genau umgekehrt. Es ist ein Buch über die Liebe. Und dazu gehören auch Affären, ob platonische oder sexuelle, laute oder leise, kurze oder lebenslange. Und da der Untertitel psychologiefeindliche Leser abschrecken könnte, finde ich auch den nicht geglückt. Denn obwohl der Autor Professor für klinische Psychologie und Familienpsychologie in Hamburg ist, bereits mehrere Fachbücher über Ehe und Partnerschaft veröffentlichte, manchmal Erlebnisse und Gespräche von Therapiesitzungen einfliessen lässt, erinnerte mich dieses Buch nie an gängige Ich weiss wie der Mensch tickt - Ratgeber. Wolfgang Hantel-Quitmann lässt an allen entscheidenden Stellen die zu Wort kommen, die uns Zeichensprachen des Unbewussten in Sprache übersetzen. Seine Auswahl ist grossartig. Wir hören die passenden Schriftsteller und die passenden Sätze. Der Psychologe verbindet sie lediglich mit unseren Fragen und stellt ein Ordnungsmuster zur Verfügung, in dem wir uns so gut zurecht finden, weil es mit alltäglichen Erfahrungen identisch ist. Wer Lust hat, eines der zitierten Werke ganz zu lesen, findet die Quellenangaben am Schluss des Buches. Mich verführten die Textstellen von Goethe dazu, eines meiner Lieblingsbücher wieder aus dem Gestell zu nehmen. Mit Wolfgang Hantel-Quitmann bin ich nicht nur im Punkt einig, dass es kaum einen vielschichtigeren Roman über die Liebe gibt als die Wahlverwandtschaften.

Mein Fazit: In der grossen Flut von Lebens- und Liebesratgebern steht dieses Buch ziemlich einsam da. Wenn es durch diese Besprechung mehr Gesellschaft und mehr Bewunderer findet, haben sich meine Fingerübungen gelohnt. Was ist die Liebe? Was hat eine Affäre mit der eigenen Beziehung zu tun? Wann und wofür lohnt es sich zu kämpfen? Die Weltliteratur und das Leben haben Antworten bereit, aus denen wir immer wieder wählen können.
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48 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Buch über die Liebe und die Liebessehnsucht, 23. September 2007
Von 
Katja Kaygin (Hamburg / Oberhausen, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Liebesaffären: Zur Psychologie leidenschaftlicher Beziehungen (Broschiert)
In Opern, in Filmen, in der Weltliteratur, in der Musik, im wahren Leben überall gibt es sie: Die Liebesaffären. Liebesaffären entstehen obwohl (oder gerade weil?) sich Menschen in anderen Beziehungen befinden und haben immer ein Motiv, dass ihre Entstehung bewirkt und welches über die Liebesaffäre geäußert wird. Das kann der Wunsch nach Veränderung in einer stagnierenden Partnerschaft sein, der Ausdruck eines Trennungswunsches oder auch einer Bindungsunfähigkeit, der Versuch, eine ritualisierte Sexualität durch eine Affäre wieder zu beleben oder der Ausdruck einer Midlife-Crisis, um gleichzeitig der Endlichkeit des Lebens entgegenzuwirken. Aber es gibt noch mehr Motive für ein solches Ausbrechen und zudem können mehrere Motive gleichzeitig auftreten.

In diesem Buch führt uns der Autor Prof. Dr. Hantel-Quitmann mittels Beispielen aus der Literatur, dem Film, der Oper und Beispielen aus seiner therapeutischen Praxis an das Thema Liebe und Liebesaffäre heran. Das Buch ist dabei äußerst kurzweilig zu lesen und wirft viele neue Fragen, aber auch Erkenntnisse auf.

Ein Kapitel widmet sich der Liebessehnsucht, die am Anfang jeder Liebesbeziehung steht und gegen welche die reale Liebesbeziehung auf Dauer kaum eine Chance hat. Die Liebessehnsucht ist ein inneres Bild auf die Antwort unserer tiefsten und geheimsten Wünsche. Diese Sehnsucht wird mit einer Person verknüpft, so dass hieraus eine Liebesaffäre entstehen kann. Ein schönes Beispiel für die Liebessehnsucht ist der Film "Casablanca", den der Autor hier anführt. Gerade das gefällt mir besonders an dem Buch, dass bestimmte literarische Werke, Filme oder Opern psychologisch erläutert werden. Daher ist dieses Buch auch für Menschen, die gerne schreiben interessant.

So wird z.B. in dem Abschnitt "Liebesaffären zwischen Schicksal und Schuld" sehr schön der Ödipuskomplex erklärt und warum sich manche Menschen immer wieder in eine Dreierbeziehung begeben. Schuldgefühle begleiten eine Liebesaffäre und nur durch die Bezeichnung der Liebesaffäre als die einzig wahre große Liebe, kann der Ehebruch und die Treulosigkeit gerechtfertigt und die Schuldgefühle minimiert werden. Aber wie erkennt man eine "große Liebe"? Psychologisch gesehen ist die große Liebe eine Übertragungsliebe, was anhand des Buches "Die große Liebe" von Hanns-Josef Ortheil erläutert wird. Zudem haben Menschen immer spezielle Lebensthemen, die andere Menschen aufgreifen, verstehen und unter Umständen sogar heilen können, was auch ein Kennzeichen einer großen Liebe ist.

Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit den Affären und der sexuellen Leidenschaft. Somit ist laut dem Autor "die gemeinsame Sexualität die Grenzüberschreitung, die aus dem legitimen Flirt zwischen zwei Menschen eine Liebesaffäre werden lässt." Auch sind hier die Sichtweisen unterschiedlich: Für die Verliebten hat die Sexualität etwas Reines und Neues, während sie für die Betrogenen und Verlassenen nur als schmutzig, verwerflich und schuldbeladen bechrieben wird.

Sehr interessant fand ich den Abschnitt über Giacomo Girolamo Casanova, der mir danach in einem völlig neuen Licht erschien. Und zwar nehme ich ihn jetzt nicht mehr als interessanten und spannenden Frauenheld und Verführer wahr, sondern als narzistisch gestörten, selbstverliebten, gelangweilten und bindungsunfähigen Menschen, den nur die schnelle Erorberung reizte und der die Tiefe einer echten Liebe nie spüren konnte.

Das Buch ist wirklich sehr spannend zu lesen und ich kann es uneingeschränkt empfehlen.
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