Klappentext
"David Snowdon nimmt uns mit auf eine aufregende wissenschaftliche, aber auch sehr persönliche Reise, die er mit den Schwestern von Notre Dame unternommen hat. Die Erkenntnisse, die wir daraus gewinnen, zeigen uns, dass wir alle selbst viel dafür tun können, besser alt zu werden und länger zu leben." Prof. Dr. Thomas Perls, Harvard Medical School, Director of New England Centenarian Study "Diese Studie ist eine einzigartige Schatz- und Fundgrube für uns alle. Die Schätze, die David Snowdon und seine Kollegen ans Licht gehoben haben, verändern nicht nur den Blick auf das eigene Ich und die alternden Menschen in unserem Umfeld - sie werden auch noch jahrelang die Altersforschung befruchten." Prof. Dr. Ronald Petersen, Director of the Alzheimer's Diseases Research Center
Über den Autor
Der Epidemiologe David Snowdon, Professor für Präventiv- und Umweltmedizin an der University of Kentucky, leitet seit 1986 die so genannte "nun study", eine international renommierte Langzeitstudie zur Erforschung des menschlichen Gehirns. Zahlreiche Fachpublikationen und Kongressaktivitäten.
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"Die Straße nach Good Counsel Hill
An einem Frühlingsmorgen des Jahres 1986, als der Packschnee endlich zu tauen begann und der Wechsel der Jahreszeit das Sprießen neuer Ideen begünstigte, saß ich, den Kopf voll mit einer neuen Idee, im Empfangszimmer eines Klosters in St. Paul, Minnesota. Ich war hergekommen, um Schwester Carmen Burg zu treffen; sie würde meine Idee entweder gutheißen, sodass sie Wurzeln schlagen konnte, oder aber mir alles Gute wünschen und mich verabschieden. Ich war nicht allzu optimistisch. Als Assistenzprofessor der Epidemiologie an der Universität Minnesota musste ich mich ganz schön abstrampeln, um meine Nische zu finden. In der konkurrenzorientierten Welt der naturwissenschaftlichen Forschung und vor allem auch an einer zu großen Institution blieb mir, wie ich sehr wohl wusste, nur wenig Zeit, meinem Fachbereich zu beweisen, welchen Wert ich für ihn besaß. Immer wieder kamen mir die Worte meines Dekans in den Sinn: »Unabhängigkeit ist ja durchaus was Schönes, aber die Finanzierung muss gesichert sein.« Schwester Carmen war eine der gewählten Oberinnen eines der größten katholischen Nonnenorden in Minnesota, den Schulschwestern von Notre Dame. Fast zweihundert Schwestern lebten im Mankatoer Kloster Good Counsel Hill, neunzig Meilen südwestlich von St. Paul. Ich hatte Kontakt mit Schwester Carmen aufgenommen, um ihr ein Forschungsprojekt mit den Nonnen vorzuschlagen. Nun war ich beunruhigt, weil sie mir angeboten hatte, mich hier zu treffen, sodass ich gar nicht erst nach Mankato kam - hier, wo es ihr wohl weniger peinlich wäre, mich abzuweisen. Unterschwellig wurden meine Ängste von Bildern genährt, die sich mir in der Grundschule Sacred Heart ins Gedächtnis gebrannt hatten. Die meisten Schwestern damals waren strenge Zuchtmeisterinnen gewesen. Mein gesamtes Wissen über die Schulschwestern von Notre Dame verdankte ich Nora Keenan, einer Magisterstudentin unseres Fachbereichs."
An einem Frühlingsmorgen des Jahres 1986, als der Packschnee endlich zu tauen begann und der Wechsel der Jahreszeit das Sprießen neuer Ideen begünstigte, saß ich, den Kopf voll mit einer neuen Idee, im Empfangszimmer eines Klosters in St. Paul, Minnesota. Ich war hergekommen, um Schwester Carmen Burg zu treffen; sie würde meine Idee entweder gutheißen, sodass sie Wurzeln schlagen konnte, oder aber mir alles Gute wünschen und mich verabschieden. Ich war nicht allzu optimistisch. Als Assistenzprofessor der Epidemiologie an der Universität Minnesota musste ich mich ganz schön abstrampeln, um meine Nische zu finden. In der konkurrenzorientierten Welt der naturwissenschaftlichen Forschung und vor allem auch an einer zu großen Institution blieb mir, wie ich sehr wohl wusste, nur wenig Zeit, meinem Fachbereich zu beweisen, welchen Wert ich für ihn besaß. Immer wieder kamen mir die Worte meines Dekans in den Sinn: »Unabhängigkeit ist ja durchaus was Schönes, aber die Finanzierung muss gesichert sein.« Schwester Carmen war eine der gewählten Oberinnen eines der größten katholischen Nonnenorden in Minnesota, den Schulschwestern von Notre Dame. Fast zweihundert Schwestern lebten im Mankatoer Kloster Good Counsel Hill, neunzig Meilen südwestlich von St. Paul. Ich hatte Kontakt mit Schwester Carmen aufgenommen, um ihr ein Forschungsprojekt mit den Nonnen vorzuschlagen. Nun war ich beunruhigt, weil sie mir angeboten hatte, mich hier zu treffen, sodass ich gar nicht erst nach Mankato kam - hier, wo es ihr wohl weniger peinlich wäre, mich abzuweisen. Unterschwellig wurden meine Ängste von Bildern genährt, die sich mir in der Grundschule Sacred Heart ins Gedächtnis gebrannt hatten. Die meisten Schwestern damals waren strenge Zuchtmeisterinnen gewesen. Mein gesamtes Wissen über die Schulschwestern von Notre Dame verdankte ich Nora Keenan, einer Magisterstudentin unseres Fachbereichs."