Kurzbeschreibung
Als der amerikanische Epidemiologe und Präventivmediziner David Snowdon im Jahr 1986 eine wissenschaftliche Studie ins Leben rief, ging es ihm im Wesentlichen um allgemeine Ziele der Altersforschung. Doch im Lauf der Jahre haben Snowdon und sein Team ihre Untersuchungen entscheidend erweitert und dabei vor allem das Phänomen der Alzheimer-Krankheit ins Zentrum gerückt. Diese Studie ist noch nicht endgültig abgeschlossen, hat aber bereits eine Vielzahl teils spektakulärer Ergebnisse erbracht, die von der medizinischen Fachpresse weltweit mit großem Interesse aufgenommen und diskutiert wurden.
Ein besonderer - und auf den ersten Blick ziemlich überraschender - Aspekt dieser Studie besteht darin, dass Snowdon die Teilnehmer aus einem vergleichsweise engen Feld rekrutiert hat: Es handelt sich ausschließlich um Mitglieder des Ordens Notre Dame, um genau 678 katholische Nonnen im Alter von 75 bis 104 Jahren. Allerdings hatte Snowdon viele gute Gründe für seine Wahl: Klosterfrauen werden bekanntlich sehr alt, und sie leben unter sehr ähnlichen Bedingungen (z.B. Ernährung, Arbeit und Einkommen, Gesundheitsfürsorge, Kontemplation, Zölibat usw.); das heißt, Variablen, die das Datenmaterial verunklären könnten, bleiben auf ein Mindestmaß beschränkt. Dazu kommt, dass es in den Klöstern über die einzelnen Mitglieder eine Vielzahl von schriftlichen Dokumenten, darunter auch viele persönliche Aufzeichnungen, gibt, die meist über Jahrzehnte zurückreichen - für Forschungszwecke ein Glücksfall. Alle Teilnehmerinnen der Studie erklärten sich bereit, sich in einem ausgeklügelten Testprogramm regelmäßig auf ihre körperlichen und geistigen Fähigkeiten hin untersuchen zu lassen - und nach ihrem Tod ihr Gehirn der Wissenschaft zur Autopsie zur Verfügung zu stellen. Damit avancierte David Snowdons "nun study" zur größten Gehirnspenden-Datenbank der Welt.
Snowdon, der zu den führenden Köpfen der internationalen Alzheimer-Forschung zählt, will in diesem Buch auch der Nicht-Fachwelt, dem interessierten, breiten Publikum den Verlauf und die Ergebnisse dieser einzigartigen Studie nahe bringen und dabei Anworten auf Fragen liefern, die heutzutage vielen von uns auf den Nägeln brennen; denn die Lebenserwartung nimmt kontinuierlich zu und statistisch gesehen, sind die über Hundertjährigen die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe. Und doch geht es ihm nicht ausschließlich um den wissenschaftlichen Gehalt und die medizinische Bedeutung seiner Untersuchungen. Genauso wichtig sind ihm die beteiligten Menschen, die Nonnen, die ihn zum Segen der Wissenschaft und des medizinischen Fortschritts an ihrem täglichen Leben und an ihrer Vergangenheit teilhaben ließen. Ob er von der 90-jährigen Schwester Clarissa erzählt, die ein eingefleischter Baseball-Fan ist und mit ihrem "Chevy", einem motorisierten Rollstuhl, die Gegend unsicher macht, von der aus Nazi-Deutschland geflohenen Schwester Dolores, die sich im Alter von 67 ihren Lebenstraum erfüllt hat und noch für gut 10 Jahre als Entwicklungshelferin nach Afrika ging, ehe sie dann mit 78 wieder in ihren Beruf als Lehrerin zurückkehrte, oder von Schwester Matthia, die täglich zwei Paar Handschuhe gestrickt und für alle ihre Schüler gebetet hat bis zu ihrem Tod kurz vor ihrem 105. Geburtstag - Snowdon zeichnet die Porträts dieser vielen alten gewordenen Frauen nicht aus der klassischen Distanz des Wissenschaftlers, sondern voller Zuneigung und Freundschaft. Und er macht damit auch den Lesern Mut auf die Erfahrung, dass das Leben selbst im hohen Alter noch erfüllt und lebendig sein kann - wenn man sich seine Gesundheit und die geistige Regsamkeit wenigstens einigermaßen bewahren und sich vor Alterskrankheiten schützen konnte.
Altern ist unvermeidlich - Alterskrankheiten sind es nicht. Jedes Gehirn weist im hohen Alter Symptome auf, wie sie für Alzheimer typisch sind - aber nicht bei jedem Menschen muss diese Krankheit zum Ausbruch kommen. In diesem Buch sind eine Fülle von hilfreichen Beispielen, wissenschaftlichen Details und praktischen Ratschlägen versammelt.
Diskutiert werden unter anderem folgende Faktoren:
Nahrungsmittel, die den Alterungsprozess des Gehirns positiv beeinflussen
warum früh ausgeprägte (und geförderte) Sprachkompetenz einen Schutz gegen Alzheimer darstellen kann
der Zusammenhang von Depression und Altersdemenz
die genetische Disposition
die Prävention von Schlaganfällen als Schlüssel zur Prävention von Alzheimer
körperliche Aktivität und gesunde Lebensweise als Vorbeugungsfaktor
die Rolle des sozialen Umfelds, das Aufgehobensein in Beziehungen, Familie, Gemeinschaft, Glauben.
Ein besonderer - und auf den ersten Blick ziemlich überraschender - Aspekt dieser Studie besteht darin, dass Snowdon die Teilnehmer aus einem vergleichsweise engen Feld rekrutiert hat: Es handelt sich ausschließlich um Mitglieder des Ordens Notre Dame, um genau 678 katholische Nonnen im Alter von 75 bis 104 Jahren. Allerdings hatte Snowdon viele gute Gründe für seine Wahl: Klosterfrauen werden bekanntlich sehr alt, und sie leben unter sehr ähnlichen Bedingungen (z.B. Ernährung, Arbeit und Einkommen, Gesundheitsfürsorge, Kontemplation, Zölibat usw.); das heißt, Variablen, die das Datenmaterial verunklären könnten, bleiben auf ein Mindestmaß beschränkt. Dazu kommt, dass es in den Klöstern über die einzelnen Mitglieder eine Vielzahl von schriftlichen Dokumenten, darunter auch viele persönliche Aufzeichnungen, gibt, die meist über Jahrzehnte zurückreichen - für Forschungszwecke ein Glücksfall. Alle Teilnehmerinnen der Studie erklärten sich bereit, sich in einem ausgeklügelten Testprogramm regelmäßig auf ihre körperlichen und geistigen Fähigkeiten hin untersuchen zu lassen - und nach ihrem Tod ihr Gehirn der Wissenschaft zur Autopsie zur Verfügung zu stellen. Damit avancierte David Snowdons "nun study" zur größten Gehirnspenden-Datenbank der Welt.
Snowdon, der zu den führenden Köpfen der internationalen Alzheimer-Forschung zählt, will in diesem Buch auch der Nicht-Fachwelt, dem interessierten, breiten Publikum den Verlauf und die Ergebnisse dieser einzigartigen Studie nahe bringen und dabei Anworten auf Fragen liefern, die heutzutage vielen von uns auf den Nägeln brennen; denn die Lebenserwartung nimmt kontinuierlich zu und statistisch gesehen, sind die über Hundertjährigen die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe. Und doch geht es ihm nicht ausschließlich um den wissenschaftlichen Gehalt und die medizinische Bedeutung seiner Untersuchungen. Genauso wichtig sind ihm die beteiligten Menschen, die Nonnen, die ihn zum Segen der Wissenschaft und des medizinischen Fortschritts an ihrem täglichen Leben und an ihrer Vergangenheit teilhaben ließen. Ob er von der 90-jährigen Schwester Clarissa erzählt, die ein eingefleischter Baseball-Fan ist und mit ihrem "Chevy", einem motorisierten Rollstuhl, die Gegend unsicher macht, von der aus Nazi-Deutschland geflohenen Schwester Dolores, die sich im Alter von 67 ihren Lebenstraum erfüllt hat und noch für gut 10 Jahre als Entwicklungshelferin nach Afrika ging, ehe sie dann mit 78 wieder in ihren Beruf als Lehrerin zurückkehrte, oder von Schwester Matthia, die täglich zwei Paar Handschuhe gestrickt und für alle ihre Schüler gebetet hat bis zu ihrem Tod kurz vor ihrem 105. Geburtstag - Snowdon zeichnet die Porträts dieser vielen alten gewordenen Frauen nicht aus der klassischen Distanz des Wissenschaftlers, sondern voller Zuneigung und Freundschaft. Und er macht damit auch den Lesern Mut auf die Erfahrung, dass das Leben selbst im hohen Alter noch erfüllt und lebendig sein kann - wenn man sich seine Gesundheit und die geistige Regsamkeit wenigstens einigermaßen bewahren und sich vor Alterskrankheiten schützen konnte.
Altern ist unvermeidlich - Alterskrankheiten sind es nicht. Jedes Gehirn weist im hohen Alter Symptome auf, wie sie für Alzheimer typisch sind - aber nicht bei jedem Menschen muss diese Krankheit zum Ausbruch kommen. In diesem Buch sind eine Fülle von hilfreichen Beispielen, wissenschaftlichen Details und praktischen Ratschlägen versammelt.
Diskutiert werden unter anderem folgende Faktoren:
Nahrungsmittel, die den Alterungsprozess des Gehirns positiv beeinflussen
warum früh ausgeprägte (und geförderte) Sprachkompetenz einen Schutz gegen Alzheimer darstellen kann
der Zusammenhang von Depression und Altersdemenz
die genetische Disposition
die Prävention von Schlaganfällen als Schlüssel zur Prävention von Alzheimer
körperliche Aktivität und gesunde Lebensweise als Vorbeugungsfaktor
die Rolle des sozialen Umfelds, das Aufgehobensein in Beziehungen, Familie, Gemeinschaft, Glauben.
Klappentext
"David Snowdon nimmt uns mit auf eine aufregende wissenschaftliche, aber auch sehr persönliche Reise, die er mit den Schwestern von Notre Dame unternommen hat. Die Erkenntnisse, die wir daraus gewinnen, zeigen uns, dass wir alle selbst viel dafür tun können, besser alt zu werden und länger zu leben." Prof. Dr. Thomas Perls, Harvard Medical School, Director of New England Centenarian Study "Diese Studie ist eine einzigartige Schatz- und Fundgrube für uns alle. Die Schätze, die David Snowdon und seine Kollegen ans Licht gehoben haben, verändern nicht nur den Blick auf das eigene Ich und die alternden Menschen in unserem Umfeld - sie werden auch noch jahrelang die Altersforschung befruchten." Prof. Dr. Ronald Petersen, Director of the Alzheimer's Diseases Research Center
Über den Autor
Der Epidemiologe David Snowdon, Professor für Präventiv- und Umweltmedizin an der University of Kentucky, leitet seit 1986 die so genannte "nun study", eine international renommierte Langzeitstudie zur Erforschung des menschlichen Gehirns. Zahlreiche Fachpublikationen und Kongressaktivitäten.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
"Die Straße nach Good Counsel Hill
An einem Frühlingsmorgen des Jahres 1986, als der Packschnee endlich zu tauen begann und der Wechsel der Jahreszeit das Sprießen neuer Ideen begünstigte, saß ich, den Kopf voll mit einer neuen Idee, im Empfangszimmer eines Klosters in St. Paul, Minnesota. Ich war hergekommen, um Schwester Carmen Burg zu treffen; sie würde meine Idee entweder gutheißen, sodass sie Wurzeln schlagen konnte, oder aber mir alles Gute wünschen und mich verabschieden. Ich war nicht allzu optimistisch. Als Assistenzprofessor der Epidemiologie an der Universität Minnesota musste ich mich ganz schön abstrampeln, um meine Nische zu finden. In der konkurrenzorientierten Welt der naturwissenschaftlichen Forschung und vor allem auch an einer zu großen Institution blieb mir, wie ich sehr wohl wusste, nur wenig Zeit, meinem Fachbereich zu beweisen, welchen Wert ich für ihn besaß. Immer wieder kamen mir die Worte meines Dekans in den Sinn: »Unabhängigkeit ist ja durchaus was Schönes, aber die Finanzierung muss gesichert sein.« Schwester Carmen war eine der gewählten Oberinnen eines der größten katholischen Nonnenorden in Minnesota, den Schulschwestern von Notre Dame. Fast zweihundert Schwestern lebten im Mankatoer Kloster Good Counsel Hill, neunzig Meilen südwestlich von St. Paul. Ich hatte Kontakt mit Schwester Carmen aufgenommen, um ihr ein Forschungsprojekt mit den Nonnen vorzuschlagen. Nun war ich beunruhigt, weil sie mir angeboten hatte, mich hier zu treffen, sodass ich gar nicht erst nach Mankato kam - hier, wo es ihr wohl weniger peinlich wäre, mich abzuweisen. Unterschwellig wurden meine Ängste von Bildern genährt, die sich mir in der Grundschule Sacred Heart ins Gedächtnis gebrannt hatten. Die meisten Schwestern damals waren strenge Zuchtmeisterinnen gewesen. Mein gesamtes Wissen über die Schulschwestern von Notre Dame verdankte ich Nora Keenan, einer Magisterstudentin unseres Fachbereichs."
An einem Frühlingsmorgen des Jahres 1986, als der Packschnee endlich zu tauen begann und der Wechsel der Jahreszeit das Sprießen neuer Ideen begünstigte, saß ich, den Kopf voll mit einer neuen Idee, im Empfangszimmer eines Klosters in St. Paul, Minnesota. Ich war hergekommen, um Schwester Carmen Burg zu treffen; sie würde meine Idee entweder gutheißen, sodass sie Wurzeln schlagen konnte, oder aber mir alles Gute wünschen und mich verabschieden. Ich war nicht allzu optimistisch. Als Assistenzprofessor der Epidemiologie an der Universität Minnesota musste ich mich ganz schön abstrampeln, um meine Nische zu finden. In der konkurrenzorientierten Welt der naturwissenschaftlichen Forschung und vor allem auch an einer zu großen Institution blieb mir, wie ich sehr wohl wusste, nur wenig Zeit, meinem Fachbereich zu beweisen, welchen Wert ich für ihn besaß. Immer wieder kamen mir die Worte meines Dekans in den Sinn: »Unabhängigkeit ist ja durchaus was Schönes, aber die Finanzierung muss gesichert sein.« Schwester Carmen war eine der gewählten Oberinnen eines der größten katholischen Nonnenorden in Minnesota, den Schulschwestern von Notre Dame. Fast zweihundert Schwestern lebten im Mankatoer Kloster Good Counsel Hill, neunzig Meilen südwestlich von St. Paul. Ich hatte Kontakt mit Schwester Carmen aufgenommen, um ihr ein Forschungsprojekt mit den Nonnen vorzuschlagen. Nun war ich beunruhigt, weil sie mir angeboten hatte, mich hier zu treffen, sodass ich gar nicht erst nach Mankato kam - hier, wo es ihr wohl weniger peinlich wäre, mich abzuweisen. Unterschwellig wurden meine Ängste von Bildern genährt, die sich mir in der Grundschule Sacred Heart ins Gedächtnis gebrannt hatten. Die meisten Schwestern damals waren strenge Zuchtmeisterinnen gewesen. Mein gesamtes Wissen über die Schulschwestern von Notre Dame verdankte ich Nora Keenan, einer Magisterstudentin unseres Fachbereichs."