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Lieber Luca
 
 
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Lieber Luca [Gebundene Ausgabe]

Martina Borger
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 206 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 1., Aufl. (September 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257065930
  • ISBN-13: 978-3257065930
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,8 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 80.294 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Martina Borger
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Der Empfänger ist die große Leerstelle in Lieber Luca, dem umwerfend geschriebenen Roman der Münchner, eigentlich im Gespann Borger & Straub bekannt gewordenen Autorin Martina Borger. Denn die Briefe, die die Mutter an ihren Sohn Luca schreibt, werden zunächst nie abgeschickt, sondern wandern in eine rote Dose -- bis zum Ende, als die Verfasserin sich ihre Sorgen von der Seele geschrieben hat und versucht, rückgängig zu machen, was nicht mehr rückgängig zu machen ist.

Langsam entwickelt sich aus der aneinander montierten Reihe von Briefen in Lieber Luca aus der Retrospektive das Bild einer familiären Tragödie. Nach der gescheiterten Ehe mit einem Italiener muss die Absenderin erkennen, dass sie gerade den Fehler ihres Lebens macht und langsam, aber sicher ihren Sohn verliert: Er geht in die Ferne, zum Vater, und lässt die anscheinend gefühllose Mutter in Deutschland zurück. Die aber leidet, obwohl sie inzwischen einen treu sorgenden, liebenden und verständnisvollen Mann gefunden hat -- und weiß doch nicht, wie sie aus ihrem Leiden ausbrechen kann.

Lieber Luca ist ein für den Sohn vorgesehener Liebes- und Briefroman, der nur eine Stimme kennt: ein wenig so wie Goethes Die Leiden des jungen Werthers, nur noch ein wenig radikaler, weil die Texte nicht beim Empfänger landen, sondern in eine rote Keksdose wandern. Literarisch sind sie Zeugnisse eines großen Tabubruchs, eines vielleicht nie wieder gut zu machenden Vergehens, eines Verstoßes im wahrsten Sinn des Wortes, und einer großen, ohne Not verursachten Trauer: einfühlsam, sensibel und großartig erzählt. Niemals kitschige, wundervolle Lektüre, die ans Herz geht. Bücher wie Lieber Luca sind selten -- und deshalb wichtiger denn je. -- Isa Gerck, Literaturanzeiger.de

Kurzbeschreibung

Diese Briefe sind für eine rote Keksdose bestimmt und nicht für ihren Adressaten. Denn sonst würde Simone niemals zu Papier bringen, was sie ihnen anvertraut. Die Geschichte einer großen Liebe, einer ebensolchen Kränkung und der Versuch, dem Leben eine neue Wendung zu geben.

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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein gelungener Alleingang!, 25. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Lieber Luca (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist ein Alleingang Martina Borgers, die zuvor mit mehreren Büchern, die sie gemeinsam mit ihrer Co-Autorin Maria Elisabeth Straub schrieb, Furore machte. Sie hat einen lesenswert-packenden Roman geschrieben, der von der ersten Seite zu fesseln vermag und wie bei einer Zwiebel Schicht um Schicht eines sorgsam verdrängten, folgenschweren Familiengeheimnisses entblättert.

Simone schreibt Briefe an Luca.

Das heißt, in Wahrheit schreibt sie Briefe an eine rote Keksschachtel, denn die Briefe werden ihren Adressaten nicht erreichen.

Simone ist um die vierzig und vom ersten Augenblick an weiß der Leser, dass durch diese Briefe ein Stein ins Rollen kommen wird, der das mühsam aufgebaute Lebensgerüst seiner Schreiberin ins Wanken bringen wird.

Simone arbeitet in einer Klinik, hat eine Beziehung mit Frank und führt ein ruhiges Leben ohne Höhen und Tiefen. Mit jedem Brief erfährt man ein wenig mehr von dieser Frau und jenem geheimnisvollen Luca.

Immer wieder taucht die Wendung "Vor der Eiszeit" auf und man ahnt, dass zwischen Simone und Luca etwas Schreckliches passiert sein muss.

In diesen vier Wochen, in denen sich die rote Keksschachtel mit Briefen füllt, gerät auch Simones derzeitiges Leben in eine Krise.

Ihr Freund Frank möchte eine Wohnung kaufen und erwartet eine Entscheidung von ihr, eine Frau mit einem schwerkranken Kind, die Simone an der der Klinikpforte abweisen musste, drängt sich immer stärker in ihre Gedankenwelt. Das Gerüst aus Unverbindlichkeiten, dass sie sich nach jener geheimnisvollen Eiszeit mühsam aufgebaut hat, gerät zunehmend ins Wanken...

"Lieber Luca" ist ein gut erzähltes und sehr spannendes Buch.

Der Kunstgriff, mit jedem Brief Puzzleteil für Puzzleteil zusammen zu fügen, ist wirklich gelungen! Stringent und sehr glaubwürdig wird hier eine Familiengeschichte vor dem Leser aufgefächert, die einen unerwarteten und versöhnlichen Abschluss findet.

Martina Borger gebührt ein fester Platz unter den deutschen Gegenwartsautoren!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen interessantes Erzählformat und absolut spannend, 21. Oktober 2007
Von 
Wolfgang Gonsch (Passau) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Lieber Luca (Gebundene Ausgabe)
Martina Borger versucht in "Lieber Luca" die Leere und den Schmerz einer plötzlich auf sich allein gestellten Frau zum Ausdruck zu bringen, indem sie diese Briefe schreiben lässt, die niemals abgeschickt werden. Statt dessen landen diese erklärenden, beschwörenden, bittenden, flehenden und anklagenden Briefe in einer roten Keksschachtel in der untersten Schublade ihres Schreibtisches, wo niemand sie finden soll. Dabei entsteht Porträt eines depressiven Menschen in einer Sinneskrise. Die Angst, dass andere sie bemitleiden oder verachten könnten, treibt Simone in eine selbst gewählte Einsamkeit und Isolation. Die anfangs vorhandene Sympathie für die Protagonistin weicht rasch dem Unverständnis gegenüber einer Frau, die eine gänzlich emotionslose Beziehung führt, die fünf Jahre lang ihren eigenen Sohn schneidet und freudlos in den Tag hinein lebt.

Der Autorin ist es gelungen, einen gut erzählten aber bisweilen nicht ganz galubhaften Briefroman vorzulegen. Gleichermaßen spannend und berührend ist diese Geschichte über Simone, Luca und einer verloren gegangenen Liebe aber trotzdem. Bereits nach dem ersten Brief hat Martina Borger ihre Leserinnen und Leser genau an der Stelle, wo sie sie haben will: voller Spannung vor dem Buch sitzend - grübelnd, nachdenklich und nach und nach immer mehr gerührt, aber auch betroffen von dieser Geschichte. Voller Hoffnung liest man sich durch diese 200 Seiten, bis die Protagonistin endlich ihr Leiden enthüllt und der ganze Schmerz gänzlich an die Oberfläche drängt. Dass diese Gefühle nicht innerhalb der Zeilen gefangen bleiben, sondern auch auf den Leser projiziert werden, liegt an der wundervoll einfühlsamen, ruhigen und stellenweise sehr poetischen und gefühlsbetonten Sprache der Autorin, die Lieber Luca" zu einer Lektüre der besonderen Art werden lässt.

Dieser Roman ist ein gut erzähltes und zutiefst spannendes Buch. Der Kunstgriff, mit jedem einzelnen Brief Puzzleteile zusammen zu fügen, ist absolut gelungen! Stringent und sehr glaubwürdig wird hier eine Familiengeschichte vor dem Leser ausgebreitet, die einen unerwarteten Abschluss findet. Martina Borger erweist sich als meisterhafte Beobachterin von Seelenzuständen und festigt mit Lieber Luca" ihren Platz unter den besten deutschen Autorinnen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Stolz, Verlust und Einsamkeit, 21. April 2008
Von 
Valentine (AB) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Lieber Luca (Gebundene Ausgabe)
Simone, eine Münchnerin um die 40, schreibt Briefe an Luca. Abschicken will sie sie jedoch nicht, sie wandern in eine Keksdose und haben somit ihren Zweck erfüllt, nämlich dass Simone sich die Vergangenheit von der Seele schreiben konnte.

Die Vergangenheit, in der sie einmal glücklich war, bis Luca aus ihrem Leben verschwunden ist und sie anfing, sich hinter einer Mauer aus Stolz und Verschlossenheit zu verschanzen und nicht einmal ihren Lebensgefährten Frank wirklich an sich heranzulassen, einen Job annahm, der sie eigentlich gar nicht interessiert, und ihre Zukunftspläne ein für allemal über Bord warf.

Wer Luca ist, wieso er nicht mehr da ist und wie es zum Ausbruch der "Eiszeit", wie Simone es nennt, kommen konnte, erfährt man erst ganz allmählich aus den Erinnerungen, die sie in einem Brief nach dem anderen zu Papier bringt, zusammen mit aktuellen Erlebnissen, die sie beschäftigen, und minutiösen, realistischen Alltagsbeschreibungen.

Es passiert eigentlich gar nichts Weltbewegendes in dem Buch, dafür erhält der Leser einen schonungslosen Einblick in Simones Gedanken- und Gefühlswelt, die beileibe nicht immer sympathisch wirkt, und während man immer wieder zu erraten versucht, was es nun mit Lucas Verschwinden auf sich hat, entwickelt das Buch einen starken erzählerischen Sog.

Liebe und zwischenmenschliche Beziehungen im allgemeinen stehen mit ihren Höhen und Tiefen im Mittelpunkt, von der Autorin wunderbar lebensnah eingefangen.
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