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Am Anfang ihrer "Karriere" soll die CIA sie als Killer-Agentin gegen Castro gedungen haben. Ein Auftrag, den sie aus Liebe nicht hat ausführen können, obwohl Castro bzw. sein Gefolge dafür gesorgt hatte, dass sie bei einem Eingriff im sechsten Monat eine Frühgeburt hatte, bei dem das Kind und beinahe auch sie starb. Auch bei ihrer nächsten amtlichen Liebschaft mit dem gestürzten Ex-Präsidenten Venezuelas, Marco Perez Jimenez, wurde sie schwanger. Diesmal bekam sie das Kind. Doch die Verbindung zu Jimenez war nicht von Dauer. Es folgte eine Liaison mit einem CIA-Agenten, mit dem sie als Hausmeisterehepaar getarnt russische Diplomaten ausspionierte. Und so ging es weiter in ihrem bewegten Leben, das irgendwie auch die Bahnen von Kennedy-Attentäter Lee Harvard Oswald gekreuzt haben soll. Jede Geschichte für sich: spannend wie ein Krimi.
So unglaublich die Biografie der Marita Lorenz auch ist (und in manchem Detail stimmt das, was sie uns in dem gemeinsam mit dem Filmemacher Wilfried Huismann vorgelegten Buch erzählt, wohl so nicht) --, es ist großen Teils wahr, was sie uns da auftischt. Das jedenfalls belegen die akribischen Recherchen, die dem Buch (und dem gleichnamigen Film) zu Grunde liegen. Unglaublich aber bleibt (und darf eigentlich auch wirklich nicht wahr sein), dass die Frau, deren heutiges Leid mit ihrer Affäre mit Castro begann, den Mann immer noch liebt. Der freilich hat sie nicht mehr sehen wollen, als sie anlässlich der Dreharbeiten um ein Treffen bat. "Keine Zeit." Na ja. --Andreas Vierecke
Zum anderen ist es aber Marita Lorenz selbst, die einem während des Lesens nicht sympathischer wird. Sie kommt mir vor wie eine Frau, die eigentlich relativ naiv an die ganze Geschichte herangegangen ist, voller Eifer, selbst im Mittelpunkt zu stehen, voller Bestreben, durch das Zusammensein mit wichtigen Männern selbst wichtig zu sein.
Im ganzen Buch erfährt man nicht ein einziges Mal von einer gleichberechtigten Beziehung, die Marita Lorenz geführt hat, weder mit einem Mann noch als Freundin.
Ihr ganzes Leben wird von den Manipulationen anderer bestimmt, (und sie selbst manipuliert natürlich auch gern) ;auf welcher Seite sie eigentlich steht, wird mehr und mehr unklar.
Das ist für mich auch sehr erschreckend, dass sie selbst, als Opfer des Dritten Reichs (sie war im als Kind im KZ) dennoch immer wieder mit dem Faschismus liebäugelt.
Insgesamt beleuchtet das Buch einige Facetten des Nachkriegsamerika, dennoch bekommt man nicht das Gefühl, wirklich die Wahrheit zu kennen.
Fazit: ich würde das Buch durchaus weiterempfehlen, allerdings eher als interessantes Zeitdokument zur Abendlektüre.
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