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Die Lieben meiner Mutter [Gebundene Ausgabe]

Peter Schneider
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

16. Mai 2013
Jahrzehntelang haben ihre Briefe aus der Kriegs- und Nachkriegszeit ungelesen im Schrank gelegen. Als Peter Schneider sich endlich entschließt, die in Sütterlin geschriebenen Briefe seiner Mutter trans­kribieren zu lassen, stößt er auf eine unglaubliche Geschichte – eine offene Dreiecksbeziehung. Eine aufwühlende Recherche beginnt. Peter Schneiders Erinnerungen an die Jahre, die er mit seiner Mutter und seinen Geschwistern nach der Flucht im bayrischen Dorf Grainau unterhalb der Zugspitze verbrachte, sind noch sehr lebendig – aber sie kreisen um jemand anderen. Willy, der sieben Jahre ältere Jugendliche, schlug Peter und seine Schwester in seinen Bann, weil er ihnen etwas Großes versprach: Dank seines gu­ten Drahts zum Erzengel Michael würde er sie das Fliegen lehren. Während die Geschwister den Erzengel mit Geld und gestohlenen Naturalien aus dem Vorrat der Mutter gnädig zu stimmen versuchten, bewegte sich ihre Mut­ter in ganz anderen Sphären. In ihren Gedanken und ihren Briefen war sie beim fernen Ehemann, einem Komponisten und Dirigenten – und bei ihrem Ge­liebten, einem bekannten deutschen Opernre­gisseur, der in den Nachkriegs­jahren mit aufsehenerregenden Inszenie­rungen Furore machte. Aus ihren Briefen und seinen Erinne­rungen rekonstruiert Peter Schneider seine Kindheit und entwirft das vielschichtige Porträt einer faszinierenden Frau, die ohne Rücksicht auf die Konven­tionen der Zeit ihren Leidenschaften folgte und viel zu früh starb.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer&Witsch (16. Mai 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462045148
  • ISBN-13: 978-3462045147
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12,4 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 44.302 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Peter Schneider, geboren 1940 in Lübeck, wuchs in Freiburg auf, wo er sein Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie aufnahm. Im Bundestagswahlkampf von 1965 schrieb er Reden für SPD-Politiker. 1967/68 avancierte Schneider zu einem der Wortführer der 68er-Bewegung. Er beendete seine Ausbildung 1972 in Berlin. 1973 wurde ihm als Referendar das Berufsverbot erteilt. Er schrieb Erzählungen, Romane, Drehbücher und Reportagen sowie Essays und Reden. Zu seinen wichtigsten Werken zählen »Lenz« (1973), »Schon bist du ein Verfassungsfeind« (1975), »Der Mauerspringer«, (1982), »Vati« (1987), »Paar ungen« (1992), »Eduards Heimkehr« (1999), »Und wenn wir nur eine Stunde gewinnen« (2001) und »Skylla« (2005). Seit 1985 unterrichtet Peter Schneider als Gastdozent an amerikanischen Universitäten, unter anderem in Stanford, Princeton und Harvard. Seit 1996 lehrt er als Writer in Residence an der Georgetown University in Washington D.C. Er lebt in Berlin. Bei Kiepenheuer & Witsch erschienen bisher seine Titel »Lenz«, KiWi 1032, 2008, »Rebellion und Wahn«, 2008, KiWi 1177, 2010.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tanz auf dem Vulkan 28. Mai 2013
Von Felix Richter TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Verifizierter Kauf
Es muss ein seltsames Gefühl sein, wenn man mit siebzig Jahren seine Vorstellungen von seiner Familie und seiner Kindheit völlig neu ordnen muss. Viele Jahre hatte Peter Schneider einen Schuhkarton voller in eigenwilliger Sütterlinschrift geschriebener, deshalb für ihn unlesbarer Briefe seiner Mutter besessen, ohne sich recht dafür interessiert zu haben. Erst mit der Trennung von seiner Frau kam das Bedürfnis, in diesen Briefen nach Erklärungen für seinen Lebensweg und das Schicksal seiner Beziehungen zu suchen.

Entdeckt hat er ein ganz und gar ungewöhnliches Zeugnis eines ganz und gar ungewöhnlichen Lebens im Deutschland der Nazi- und Nachkriegszeit. Es ist das Schicksal einer liebenden Frau, der die Liebe zu ihrem berufs- und kriegsbedingt ständig abwesenden Mann und ihren vier Kindern nicht genügt. Vielmehr ist es ein Freund und Kollege ihres Mannes, ein bekannter Opernregisseur (als "Andreas" ist er "anonymisiert", aber durch die zahlreichen erwähnten Engagements unschwer zu identifizieren - da werden eventuelle Nachkommen ihre Freude haben!), den sie mit einer alles verzehrenden Liebe überschüttet, mit einer Liebe - sagt jetzt der männliche Küchenpsychologe - zu der nur eine Frau fähig ist. Mit einer Liebe, die Andreas in keiner irgendwie angemessenen Weise erwidert, denn er ist das Urbild des eitlen, hochegozentrischen, gefühlsarmen Künstlers, der diese Liebe in unregelmäßigen Abständen genießt und schürt, dazwischen aber immer wieder auf Distanz geht und die wunderbaren Briefe seiner Geliebten wohl nur kopfschüttelnd zur Kenntnis nimmt. Mit solch tiefen Gefühlen kann der auch von anderen umschwärmte Frauenheld nichts anfangen.
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28 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Krieg und Liebessehnsucht. Eine Familienstudie 4. Mai 2013
Format:Gebundene Ausgabe
Peter Schneider geht weit zurück in seinen hier vor liegenden Erinnerungen. Er beschreibt das Leben seiner Eltern und seine eigenen ersten Jahre während und nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem er 1940 geboren wurde. Viel weiß er nicht über seine Eltern. Doch anhand von Briefen seiner Mutter kann er aufschlüsseln, dass sie neben ihrem Mann Heinrich einen zweiten innig liebte und mit diesem auch zusammen war. Beide Männer waren an der Oper tätig, die aus Gründen der Propaganda seitens des Reichspropagandaministers Goebbels noch bis weit in das Kriegsjahr 1943 mit ihren Spielplänen erhalten geblieben war, bevor auch das letzte Aufgebot an Männern an die Front geschickt wurde. Andreas war Regisseur, Peter Schneiders Vater Heinrich war Dirigent.

Die Mutter hatte den Vater jung geheiratet und bekam insgesamt nach einander vier Kinder. Dass sie dafür eigentlich zu schade war, bescheinigt ihr der Liebhaber Andreas. Es bleibt klar, dass die Mutter zwei Männer liebte. Diese waren Freunde und duldeten einander. Peter Schneider erfährt von den Liebschaften seiner Mutter wohl erst durch ihre spät gelesenen Briefe.

Aus seinen Impressionen und Recherchen schält sich ein Künstlerleben heraus, in dem häufig finanzielle Not herrschte. Die Kriegsjahre überstand die Familie einigermaßen unbeschadet nur mit Hilfe der Näharbeiten seiner Mutter.

Die aufgefundenen Briefe sind aufschlussreich im Hinblick auf die Toleranz aller Beteiligten in den Dreiecksbeziehungen. Andreas liebte seine Freiheit, Heinrich liebte seine Frau über alles, und Schneiders Mutter liebte beide gleichzeitig. Für die Sitten und Moral in jenen fernen Zeiten ist das eine seltene Konstellation.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ulrich Groh TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Da ist ein Sohn wie jeder andere, eine Mutter wie so viele. Traute Harmonie, sofern man in Zeiten des Krieges von einer solchen überhaupt sprechen kann. "Traute Harmonie", wie sie erwartet und vorausgesetzt wird in jener längst versunkenen Epoche, in der man weiß, was "sich schickt", in der man sich der herrschenden (Doppel)moral zu unterwerfen pflegt und die Paradekissen gerade rückt, die frisch gestärkt über den Anstand wachen. Weiß man doch, was der Fassade zu schulden ist! (Und auch, wie man das "Dahinter" verbirgt).

Schnitt, Jahrzehnte gehen ins Land. Nun entdeckt der Sohn die sütterlingeschriebenen Tagebücher und lernt eine ganz andere Mutter kennen. Eine, die die Konventionen sprengte. Die Liebhaber hatte, die sich lebte, die Leidenschaften auskostete, als könne sie dem Grauen des Krieges nur trotzen, indem sie ihm geballte Sinnlichkeit entgegenwirft. Nein, da gibt es nicht nur einen Galan. Weshalb sich beschränken, sich kasteien, wenn die Lust auch in anderen Garten wächst und nur darauf wartet, geerntet und genossen zu werden wie die Reben, aus denen der schwere, berauschende Wein entsteht? Weshalb nicht der bieder-spießig-verlogenen Gesellschaft ein Schnippchen schlagen, warum nicht wagen, was Zarah Leander in süffig-erotischen Liedern wie "Jede Nacht ein neues Glück" besang und vorzuleben schien: Ein echtes, den wahren, zutiefst menschlichen Bedürfnissen entsprechendes Dasein, das die Frage stellt, ob denn Liebe Sünde sein könne, die Sinneslust verwerflich?
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4.0 von 5 Sternen Bekenntnisse
Der Autor Peter Schneider hat aus den vor etlicher Zeit aufgefundenen Liebesbriefen seiner 1948 im Alter von 41 Jahren verstorbenen Mutter, er war gerade mal acht Jahre alt, als... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Felix-Ine veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen Eine depressive Frau, die ihre Phantasien auslebt ohne Rücksicht...
Ich frage mich, warum dieses Buch, und insbesondere diese Frau (die Mutter), so bewundert wird?

Sie lebt (erträumt? Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Gerbera veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Liebe in Zeiten der Barbarei
Ein erfolgreicher Schriftsteller muss im siebzigsten Lebensjahr seine Erinnerungen an die früh verstorbene Mutter revidieren, anhand hinterlassener Briefe, die er... Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von H. Schneider veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Alles bestens - Produkt und Lieferung waren vorzüglich.
Die Liebensbeschreibung - eigentlich Lebensbeschreinbung - seiner Mutter ist einfühlsam und verständnisvoll. Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von Ulrich Meyer veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Arme Kinder!
Das Buch ist beklemmend meisterhaft erzählt, besonders dort, wo der Autor von sich selbst spricht: von seiner Kindheit im Krieg, den Abenteuern in den bayrischen Bergen, der... Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von Eva Weissweiler, Köln veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Sehr bewegend
Sehr differenzierter Blick auf das sehr komplexe Leben der Mutter des Autors als auch die Seelenlage der heranwachsenden Kinder. Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von Beate Sommerhoff veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Super gut
Das Beste, was ich seit langem gelesen habe, sehr gut ausgedrückt,
aufgebaut, stimmige Zeitenfolge, sensibel und liebevolle Biografie des Sohnes über seine Mutter!
Vor 10 Monaten von Katrin Gabriel veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Angenehm zu lesen
Bin zwar keine Leserate, die wahre Geschichte ist beeindruckend, man kann sich gut in die Zeit versetzen und einfach geniessen...
Vor 10 Monaten von zozi veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen sehr empfehlenswert
Aufmerksam geworden bin ich auf dieses Buch durch einen Buchauszug in dem es darum ging, wie der Autor als Kind Grainau bei Garmisch-Partenkirchen, den Ort, an dem er einen Teil... Lesen Sie weiter...
Vor 10 Monaten von Dienina Casta veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Lieben Mutter
Ich hätte mehr erwartet, denn ich habe von Peter Schneider schon viel Besseres gelesen. Diese Mütterbriefe, -erinnerungen aus Vor- und Kriegszeiten scheinen momentan en... Lesen Sie weiter...
Vor 10 Monaten von ursula eichler veröffentlicht
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