Kurz vor Grays (Jennifer Garner) Hochzeit mit ihrem Verlobten Grady kommt dieser bei einem tragischen Unfall ums Leben. Sie macht sich Vorwürfe, weil ihr letzter Abschied eher einem Streit glich statt Zuneigung und Liebe auszudrücken. Um den Schock zu verarbeiten, zieht sie in Gradys WG ein, wo sich vorübergehend auch Fritz aus Los Angeles einquartiert, Gradys bester Freund, den Gray seit jeher nicht mochte. Und dieser Eindruck hat sich durch einen Fehltritt (Bemerkenswerte Szene) von Fritz auf Gradys Beerdigung nicht gerade gebessert. Während jeder auf seine Weise im Grady trauert, entdeckt Grays durch Zufall das klingelnde Handy von Grady, mit dem Namen einer unbekannten Frau auf dem Display. Als dann noch bei der Testamentsvollstreckung monatliche Zahlungen an eben jene Frau offenkundig werden, muss Grays erkennen, das Grady neben einem ziemlichen Vermögen offensichtlich eine weitere Seite hatte, die er gut vor ihr verborgen hat. Sie vermutet dass Fritz etwas weiß und versucht mehr über Gradys Berufsleben in Los Angeles zu erfahren. Und je mehr das Bild zerstört wird, das sie sich von Grady aufgebaut hat, desto mehr beginnt sie, sich zu Fritz hingezogen zu fühlen.
Irgendwo zwischen Drama, Komödie und Romanze angesiedelt beschäftigt sich der Film neben den Themen Freundschaft, Verlust und Trauer im Kern mit folgender Frage: Wie gut kennt man eigentlich den Menschen der einem am nächsten steht wirklich? Eine tolle Ausgangssituation für einen Film. Über weite Strecken gelingt dem Film dieser Spagat zwischen der Trauerarbeit auf der einen Seite und den Enthüllungen auf der anderen Seite perfekt. Es gibt jedoch auch Momente, die so deplaziert wirken, dass sie den Fluss des Films zerstören. Obwohl ich ein Fan von Kevin Smith bin muss ich sagen, das die meisten dieser Szenen ihm gehören. Subtiles Spiel scheint nicht sein Ding zu sein, und die Klamotten die er im Film trägt sind das schrägste was ich seit langem jemanden tragen sehen habe. Weniger wäre hier sicher mehr gewesen.
Aber es sind die tollen Szenen die in Erinnerung bleiben. Der irritierende Anfang, die Badezimmerszene, der Angelausflug, das Essen im Garten, als auch Gray Seiten von sich offenbart die niemand kannte und die nicht ausgesprochene Versöhnung mit einem anderem Grady, den sie auch gerne kennen gelernt hätte. Doch sie erkennt, das der vielleicht größte Beweis der Liebe das Opfer ist jemanden endgültig gehen zu lassen. Der Originaltitel Catch and Release bringt das sicher besser zur Geltung.
Möglicherweise hätte ich mir einen Film dieser Art nicht angesehen, wenn nicht Jennifer Garner die Hauptrolle gespielt hätte. Aber wegen der Leichtigkeit der Inszenierung, den besagten grandiosen Szenen, dem wirklich sensationellen Soundtrack, Jennifer Garner natürlich und der ungewöhnlichen Idee an sich komme ich zu dem Schluss: Mir wäre etwas entgangen.