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Moviemans Kommentar zur DVD: Die Disc hinterlässt eine durchaus überzeugende Leistung. Bild als auch Ton weisen zwar kleine Schwächen auf, fallen aber insgesamt durch überdurchschnittlich gute Werte aus der Masse hinaus. Mit anderen Bollywood-Filmen kann die Disc locker mithalten, zumal die Extras wirklich umfangreich sind.
Bild: Die satten Farben der Saris leuchten natürlich ganz bollywoodgemäß, verlieren dabei aber nicht den Bodenkontakt und bleiben im Metiervergleich sogar relativ natürlich. Aufgrund der strahlenden Farbtöne und farbigen Beleuchtung leiden aber immer wieder Schärfe und Kontraste an einer gewissen Mattigkeit (Gesichter, 00:07:48). Details sind selten überdurchschnittlich scharf, sondern verweilen im Mittelfeld. Grieseln tritt hin und wieder auf und auch die Bewegungsstabilität könnt etwas besser ausfallen. Alle Werte präsentieren ich dabei nur unwesentlich besser als der Durchschnitt.
Ton: Beide Tonspuren besetzten alle Kanäle dicht und ausgewogen und zwar nicht nur durch den satten Musikeinsatz mit den dicken Bässen der indischen Tablas, sondern durchaus auch durch die Atmosphäre der Feste und Straßen. Einen Tick mehr könnten sich auch die Tiefen von hinten übertragen, aber im Grunde ist der vorhandene Raumeindruck als voll und bauchig beurteilbar. Englische wie deutsche Version sind gleich ausgepegelt, wobei die englische Vertonung durch die indischen Akzente sehr viel humorvoller und vitaler ausfällt.
Extras: Das umfangreiche Material lässt kaum eine Frage offen. In Interviews und Kommentaren werden mit zahlreichen Filmausschnitten alle nur erdenklichen Frage erläutert. Das Making Of referiert das Genre des Bollywood-Filmes oder diskutiert die Vorlage von Jane Austen. Die vorhandenen sieben Featurettes beschäftigen sich anhand von Interviews, Bildern von Dreh und Proben mit Themen wie der Première in London, den Choreographien, dem Make Up, dem Produktionsdesign, Tänzen oder mit der Crew. In den Interviews berichten die beiden Hauptdarsteller Aushwarya Rai und Martin Henderson über ihre Rollen und die Arbeit mit ihnen. Des Weiteren befinden sich entfernte und verpatzte Szenen sowie Kinotrailer und Trailershow auf der DVD. --movieman.de
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Blickpunkt: Film
In englisch heißt Jane Austens Roman 'Pride and Prejudice', Gurinder Chadhas Musical trägt im Original den Titel 'Bride and Prejudice', eine hübsche Anspielung auf die turbulente Brautschau in dieser farbenprächtigen East-meets-West-Heiratskomödie. Statt in englischer Landschaft spielt die zeitgemäß aufgemotzte Geschichte in Amritsar und Goa, London, New York und Los Angeles. Die Bennets nennen sich hier Bakshis. Und Mrs. Bakshi plagen Sorgen. Sie sucht einen Mann für ihre vier entzückenden Töchter. Als der vermögende in England lebende Inder Balraj auf einer Hochzeitsfeier sich für die älteste Tochter interessiert und dessen betuchter amerikanischer Freund Will Darcy ein Auge auf die zweitälteste Lalita wirft, fällt ihr ein Stein vom Herzen. Leider kommt es erst einmal nicht zu einer Doppelhochzeit. Darcy (Martin Henderson), der betuchte Hotelerbe aus USA erweckt zwar Lalitas Interesse, aber stößt sie mit Vorurteilen über arrangierte Heiraten vor den Kopf, außerdem intrigiert er gar zwischen ihrer Schwester und seinem Kumpel. Der neue Kandidat aus Amerika, der unkultivierter Hollywood-Inder Mr. Kholi findet keine Gnade vor ihren Augen. Nach einigem Hin und Her und Reisen rund um den Globus bleibt das Happy End nicht aus, schunkeln zwei Paare auf dem Elefantenrücken einem gemeinsamen Leben entgegen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann tanzen und singen sie noch heute...
Das fröhliche Musical ist eine Hommage an Bollywood in fetten Farben - romantisch, kitschig und leicht subversiv. Denn Gurinder Chadha nimmt das Bemühen der Mutter, die Mädels unter die Haube zu bringen, nicht ganz ernst mit Szenen, die für nüchterne Westler leicht in die Nähe von Klamauk rutschen. Ganz nebenbei macht sie sich lustig über gegenseitige Vorurteile und Familienhierarchien, zeigt die Mädchen als moderne Frauen, die sich keine Ehen mehr arrangieren und ihre Gefühle sprechen lassen. Man könnte es aber auch mit Brecht sagen 'Ist das nötige Geld vorhanden, ist das Ende meistens gut'. Mittendrin im Singsang und Getanze Hauptdarstellerin Aishwarya Rai, Miss World 1994 und 'Queen of Bollywood', Garant für exotische Erotik. Ob man wirklich lieber indisch lieben soll, weiß man nach all dem Beziehungsgewirr zwar nicht so richtig. Ein opulenter Augenschmaus ist das Ganze allemal. mk.