Jana, ein 15-jähriges Mädchen, lebt seit ihrer Geburt mit ihren Eltern im Untergrund. Dauernd in Angst, entdeckt zu werden, zieht die Familie von einem portugiesischen Touristenort zum nächsten. Dabei möchte Jana doch so gerne ein richtiges Zuhause, in eine öffentliche Schule gehen und endlich mal gute Freunde haben... Durch einen winzigen Zufall fliegt alles auf und die Familie flüchtet nach Deutschland. Ausgerechnet dort trifft Jana ihren Traumboy von Portugal wieder. Wird sie ihm gegenüber ihr illegales Leben verschweigen können? Eine am Anfang etwas verwirrende Geschichte, aber hochspannend. Die Autorin besitzt einen meist knappen, präzisen Stil und vermittelt die Stimmungen im Buch sehr genau. Etwas verwirrend ist vielleicht, dass Jana ihre Eltern beim Vornamen nennt. Erst später erfährt der Leser, dass Clara und Hans Janas Eltern sind und nicht irgendwelche Freunde oder Bekannte. (Deswegen hatte ich anfangs eine Weile gebraucht, um „den Faden" zu finden...) Von diesem Detail mal abgesehen, berührte mich dieses Buch schon ein wenig. Jana war einerseits „das fünfte Rad am Wagen", andererseits dann wieder die wichtigste Person für Clara und Hans. Zeitenweise kamen Janas Eltern total unfair rüber. Beispielsweise, als sie Jana nicht ein einziges Mal sagen wollten (und dem Leser auch nicht!), was vor ihrer Geburt geschehen war, damit sie jetzt im Untergrund leben mussten. Alle, die ein Happy-End erwarten, brauchen diesen Roman gar nicht zu lesen: Die Story endet überraschend- und sehr offen. Hatte die Autorin vor, unsere Phantasie zu inspirieren, um den definitiven Schluss individuell zu gestalten? (Das ist ihr jedenfalls gelungen!)