"Liebe ist Nervensache" ist keine dieser Romantik-Komödien, in denen sich 2 Menschen kenne lernen, verlieben und nach einigem WirrWarr letztlich glücklich zueinander finden.
Es dreht sich zwar um die Liebe, aber nicht ums Verlieben, sondern um das Freud&Leid Beziehungen zu führen. Die ewige Herausforderung, romantische Gefühle, Lebensplanung, Sexualität, Alltagstrott und nicht zuletzt sich selbst mit einem anderen Menschen, der auch all diese Bedürfnisse hat, unter einen Hut zu bekommen.
Niemand hat dazu wohl bessere Filme gemacht als Woody Allen und an genau diesem Vorbild orientiert sich auch dieser Streifen.
Im Mittelpunkt stehen zwei Paare, die ihre Sturm&Drang-Phase hinter sich haben und deren Zusammensein durch Routine geprägt ist. Jede der vier Personen fragt sich, ob das schon alles gewesen sein soll und sehnt sich nach etwas, was das Leben in der momentanen Konstellation so nicht bietet. Aber lohnt es sich dafür aufs Spiel zu setzen, was man hat? Besitzt die Vertrautheit einer langjährigen Partnerschaft nicht auch eine Qualität, die man leider all zu oft unterschätzt? Ist das Gras auf der andren Seite des Flusses wirklich grüner?
Vor diesem Hintergrund werden episodenhaft tagtägliche Dramen aus dem Leben der Protagonisten gezeigt. Dabei gelingt es bemerkenswert gut, eine stets humorvolle Darstellung beizubehalten. So stimmt der Film zwar nachdenklich aber unterhält auch; er ist ernsthaft, wird aber nicht tragisch; ist stellenweise ausgesprochen witzig, ohne ins Alberne abzudriften.
Die gelungene Gradwanderung liegt zum einen an dem glänzenden Drehbuch, in dem es vor Wortwitz sprühenden Dialogen nur so wimmelt, sowie den durchweg überzeugenden Darsteller, denen ihre Arbeit sichtlich Spaß gemacht hat.