Rubinrot ist der erste "Teil" der Liebe geht durch alle Zeiten - Trilogie von Kerstin Gier. (Das Wort Teil ist hier mit Absicht in Anführungszeichen gesetzt, dazu später mehr)'In einem Forum bin ich auf diese Trilogie gestoßen und habe mir den ersten Band besorgt. Ich mag Jugendbücher sehr gerne, auch wenn ich selbst mittlerweile in die Zielgruppe Junge Erwachsene falle. Von dieser Autorin habe ich bis jetzt noch nichts gelesen, weshalb ich keinen Vergleich zu anderen Werken ziehen kann.
'Bevor ich nun die Rezension für dieses Buch schreibe, sei gesagt, dass ich dieses Jugenbuch aus der Sicht einer jungen Erwachsenen Anfang 20 gelesen habe und es auch aus diesem Blickwinkel beurteile. Alles andere wäre für mich nicht authentisch. Ich spreche dies deshalb so gezielt an, da im Verlauf einige der Anmerkungen zu diesem Werk mit diesem Fakt in Verbindung stehen.
'Formales in der Kürze: 'Buch:'Die Hardcoverausgabe ist solide verarbeitet, in einem zarten rosa gehalten und mit einem schön mit Scherenschnitt illustriertem Schutzumschlag versehen. Außerdem verfügt das Buch über ein Lesebändchen, was mich immer ganz besonders freut, da sich Lesezeichen bei mir gerne verabschieden respektive herausrutschen. Das Papier fühlt sich fest an, ist für meinen Geschmack jedoch auffallend dick. (Auch dieser Punkt kommt später zum tragen und wirkt sich auf die Bewertung aus.) Der Text ist in zwei Farben gehalten. Der Fließtext ist natürlich in schwarz gedruckt, die Seitenzahlen, Kapitelziffern und die kleinen Einschübe vor den einzelnen Kapiteln, bestehend aus Zitaten, sind in diesem Band - Rubinrot - in namentlich passendem Rot gehalten.'
Stil: 'Kertin Gier schreibt flüssig, in leichten Worten. Als geübter Leser gleitet man durch den Text und kann sich völlig auf die Geschichte konzentrieren. Die Wortwahl ist angenehm abwechslungsreich, leicht und eher einfach, man könnte es auch solide nennen. Schwierige, sprich eher altmodische Worte werden erklärt, was auch jüngere Leser also nicht ins Stocken bringen wird. '
Charaktere:'Die Charaktere des Buches sind liebevoll gestaltet und ausgearbeitet, wenn es sich auch um die für Liebesromane und Fantasy typischen Stereotype und Klischees handelt. Es gibt die Protagonistin im jugendlichen Alter der Zielgruppe. In diesem Fall ist Gwendolyn eindeutig die Identifikationsfigur. Durch ihre Sicht wird die Geschichte erzählt. Ihre beste Feundin Leslie, die sie unterstützt und die Protagonistin ergänzt, indem sie die charakterlichen Schwächen ausgleicht und natürlich den männlichen Part der Romanze, den unglaublich gut aussehenden, arroganten und für Gwen faszinierenden Gideon. Dazu kommt die chaotische Familie, bestehend aus der strengen Großmutter, die schrullige Lieblingstante, die böse Tante, die unerträgliche, wunderschöne Cousine, die liebende, beschützende Mutter und die kleinen Geschwister. Die Antagonisten sind schön unheimlich, undurchsichtig angelegt auch wenn die Autorin bei diesen Figuren bis jetzt noch nicht in die Tiefe geht. Sprich sie erfüllen ihre Funktion als Antagonisten, nicht mehr nicht weniger. Natürlich fehlen auch nicht die fantastischen Wesen, welche in diesem Teil jedoch noch nicht sehr zum tragen kommen.
'Eine Wiedergabe des Inhaltes spare ich mir jetzt, da dieser auf diversen Seiten nachgelesen werden kann.
'Ich habe das Buch innerhalb von drei Stunden bequem im Gartenstuhl durchgelesen. Was sowohl an der leichten Erzählweise als auch am leichten Inhalt lag. Die Autorin hat vor allem die Sechzehnjährige Hauptfigur Gwendolyn gut getroffen. So lange liegt dieses Alter bei mir ja auch nicht zurück und die Handlungen und Gedanken der deutlich pubertären Protagonistin sind gut nachvollziehbar. Auch wenn ich als nun schon ältere Leserin über mache Reaktionen nur milde den Kopf schüttlen konnte. Gerade das macht jedoch diese Figur in ihrem Alter sehr authentisch. 'Zu der Geschichte an sich lässt sich in diesem ersten Band noch nicht so viel sagen, die Liebesromanze zeichnet sich rückblickend betrachtet für mich doch schon sehr im Vordergrund stehend ab. Positiv ist der erfrischende Umgang der Autorin mit dem Thema der Zeitreise, die diesem Phänomen glaubhafte Eigenarten und Schwächen hinzufügt. Doch bei diesem Punkt muss ich nun zu den negativeren Anmerkungen kommen, die für mich jedoch eine nicht unerhebliche Rolle spielen.'
Das Buch Rubinrot wird als erster Band einer Trilogie verkauft, ist jedoch bei genauerem Hinsehen nur der erste Teil eines Gesamtmanuskriptes. Es handelt sich um die Einleitung, der Auftakt der eigentlichen Geschichte. In einem "normalen" Buch wäre es das erste Drittel. Die Personen werden vorgestellt, die Beziehungen geklärt und alle Handlungsstränge werden eröffnet.'Dies unterscheidet diese Reihe, wenn man sie so nennen mag von anderen Werken, wie zum Beispiel Harry Potter. Diese Romane erzählen alle eine in sich abgeschlossene Geschichte, die Romanreihe ist durch einen Haupthandlungsstrang - den Kampf gegen Voldemort - miteinander mal mehr, mal weniger verknüpft. (Siehe bei dieser Reihe z.B. Band 3, der sich nur um den Gefangenen von Askaban dreht. Somit könnte das Buch für sich allein stehen, ist aber aber in das Universum und den weiteren Verlauf trotzdem eingebettet.) Bevor das Argument kommt, noch ein Beispiel: Der Herr der Ringe ist eigentlich auch ein großes Buch, wird ja auch als solches im gesamten oft angeboten. Doch auch wenn der erste Teil nur der Auftakt ist, haben wir in diesem Fall eine Etappenerzählung. Der erste Teil erzählt die Wanderung und Abenteuer der "Gefährten." Mit dem Abschluss ist auch die Etappe der Geschichte abgeschlossen.
'Warum das negativ ist? Zum einen hatte ich das Gefühl nur die ersten Kapitel eines Buches in den Händen zu halten, nicht einen abgeschlossenen Roman. Dies hinterließ bei mir ein höchst unbefriedigendes Gefühl, da wirklich kein Handlungsstrang aufgelöst wird. Auch die Spannung des Cliffhängers und die daraus resultierende Vorfreude auf dem zweiten Band und die nahende Auflösung bekam dadurch einen schalen Beigeschmack. Bei Rubinrot dagegen hängt man als Leser komplett in der Schwebe. 'Es macht ganz klar Lust dazu die anderen Teile zu kaufen, vor allem, absolut ungeschönt und unverklärt betrachtet weil, man sonst überhaupt keine vollständige Geschichte in den Händen halten würde ... 'Um es auf dem Punkt zu bringen: Realistisch betrachtet gibt man hier für eigentlich ein Buch den doppelten, wenn nicht sogar den dreifachen Preis aus. Daher stelle ich mir auch ganz klar die Frage, ob man die Publikation nicht auf dünnerem Papier, mit etwas kleinerer Schrift und kleinerem Zeilenabstand auf zwei, vielleicht sogar auf ein dickeres Buch hätte beschränken können. Von Stephen King kenne ich schließlich ebenso Romane mit über tausend Seiten, die nur zwischen zwei Buchdeckel passen. 'Jeder Leser muss selbst entscheiden, ob er dabei mitmacht oder nicht.
Wenn ich das vorher gewusst hätte, dann hätte ich auf die Taschenbuchausgaben gewartet. Für ein Hardcover hatte ich das Buch ganz klar viel zu schnell gelesen und da es sich nur im das erste Drittel eines Buches handelt, gab es für eigentlich viel Geld wenig Geschichte. Zudem ist dieser Jugendroman zwar eine nette, leichte Lektüre, mehr jedoch auch nicht, dafür auch nicht weniger. '
Fazit: Eine Geschichte mit einer schwärmerischen Liebesromanze und altmodischen, eher schwarz-weiß malenden Fantasyelementen. Es ist nette, solide Unterhaltung, die mich jedoch nicht vom Hocker haut. Ein Buch, welches zwar eher zu den solide Guten des Genre gehört, dabei zwar Altbekanntes auffrischt aber schön umsetzt, jedoch das Genre nicht neu erfindet oder um wirklich Herausragendes bereichert.
Daher 3 von 5 Punkten. Bewertungssystem wie folgt:
1 Stern = Schlecht, miserabel, nicht zu empfehlen, nicht lesenswert
2 Sterne = Geht so. Mäßig empfehlenswert
3 Sterne = Okay. In Ordnung. Weder besonders schlecht noch besonders gut. Kann man lesen, muss man aber nicht.
4 Sterne = Gut. Empfehlenswert. Kann man lesen.
5 Sterne = Sehr gut. Brillant. Genial. Sehr zu empfehlen!