In diesem schmalen Bändchen wurden Geschichten des jugoslawischen Nobelpreisträgers gesammelt, die sich mit dem Schicksal der sephradischen Juden in Bosnien Herzegowina beschäftigen. Kenner der Literatur Andriæs werden ein wenig enttäuscht sein, da zwei Geschichten dem Roman „Wesire und Konsuln“ entnommen wurden und eine dem Roman „Die Brücke über die Drina“ und nun stehen sie ein wenig aus dem Zusammenhang gerissen in dieser Kollektion. Auch sonst sind die Geschichten zwar gut erzählt und bergen auch viel Informationsgehalt, regen zum Nachdenken an, aber bei weitem nicht wie Andriæs Romane. Zwar rechtfertigt sich der Herausgeber damit, dass man eine Sammlung der Geschichten machen wollte, die die Juden betreffen, doch wirkt es beim Lesen ein wenig zu gewollt. Wer also wirklich Andriæs große Literatur kennen lernen möchte, der sollte zu den Romanen greifen, dieses Büchlein, könnte auch abschreckend wirken.