Christina Hachfeld-Tapukai beschreibt, wie sie nach dem Tode ihres ersten Mannes nach Kenia fährt, dort einen Samburu-Krieger kennenlernt und heiratet. So weit so gut, der Plot erinnerte mich sehr an "Die weiße Massai".
Eines vorweg: das Buch ist flüssig geschrieben, gut lesbar und bietet sicherlich Einblick in das ursprüngliche, der Natur verbundene Leben der Samburu. Insofern ist es gerechtfertigt und auch interessant.
Leider konnte ich mich gewisser Gedanken bei der Lektüre nicht erwehren (ging mir bei "Die weiße Massai" ähnlich): die Schnelligkeit, mit der sich Hachfeld in ihren Lpetati verliebt, irritiert - er erklärt ihr, sie heiraten zu wollen, und schon ist sie einverstanden. Sie lässt ihre Kinder in Deutschland zurück (wie alt sie sind, wird nicht gesagt, doch da sie so Ende 30 gewesen sein dürfte, wohl noch nicht ganz erwachsen) zieht mit ihm in die Wildnis, es wird nicht gesagt, woher die Überweisungen auf ihrem Konto kommen-- ein wenig eigenartig. Sie kauft auch gleich eine Menge Tiere für ihre neue Großfamilie, erfüllt auch einzelnen Familienmitgliedern immer wieder Wünsche --- und kommt nicht auf den Gedanken, dass sich Lpetati vielleicht deswegen eine Weiße ausgesucht hat?
Natürlich bekommt auch diese große Liebe Probleme, Lpetati scheint "verzaubert" zu sein, trinkt viel zu viel Alkohol und schlägt ihr eines Tages mit einem Stock so in den Bauch, dass sie das gemeinsame Kind verliert. Also geht sie mit dem nächsten Kenianer eine Beziehung ein....um schlussendlich wieder ihrem Herzen zu folgen...
Mich haben die vielen Worte in der Samburu-Sprache gestört, die nicht übersetzt wurden, manche von ihren Entscheidungen waren für mich nicht nachvollziehbar, der zweite Teil des Buches, ihr Zusammensein mit Binki ist kurz gerafft und irgendwie lieblos geschrieben. Auch hier ist ihr Verliebtsein für mich nicht nachvollziehbar. Bei beiden kommt sie mir oft wie eine Mutter vor, die auf ihre Kinder liebevoll eingeht, immer Verständnis für sie hat und sich anpasst....
Fazit: eher eines von den jetzt sehr modernen Afrika-Büchern, viel Herz-Schmerz, eine wenig Ethno und "wir sind alle eine Familie", vielen eher unmotivierten Entscheidungen, aber doch immer wieder mit Szenen und Beschreibungen, die zu Herz gehen. Gefehlt haben mir auch Fotos, die das Buch um einiges interessanter gemacht hätten. Ein wenig hat man auch das Gefühl, dass dieses Buch bewusst auf der Kenia-Welle schwimmt und ein wenig krampfhaft nach einer Botschaft sucht, wo es keine gibt. Man versäumt nichts, wenn man es nicht gelesen hat.