Kalendermäßig liegen nur zwei Jahre zwischen „Purpurmond" und diesem Album, musikalisch aber Welten. Hier findet man keine perfekt inszenierte Popmusik, bei der sich rhythmusbetonte, beschwingte Titel mit ruhig-melancholischen Ohrwürmern abwechseln, sondern einen dahinplätschernden Einheitsbrei schwermütiger Songs, eintönig stampfender Rhythmen und kompositorischer Klischees, die an einfach gestrickten Hard-Rock erinnern. Wären da nicht die teilweise pointierten, teilweise tiefgehenden Liedtexte ("Lass mir den Traum") und die unverwechselbaren Stimmen der Band, könnte man die Songs untereinander beliebig austauschen und durch sonstige Popmusik-Alltagskost ersetzen. Also biedere Hausmannskost und keine musikalischen Höhepunkte wie z.B. auf „Purpurmond" oder „Schatten"