Ich mag die Bücher von Christopher Moore sehr, seit ich vor etwa 12 Jahren zufällig auf "Lange Zähne" stiess. Damals war ich von der Dichte seines Stils, seiner Fantasie und seinem Humor begeistert.
Jetzt hat er eine Fortsetzung geschrieben. Sie knüpft nahtlos an das Ende von "Lange Zähne" an (dass es ein Vorgängerbuch gab, wird weder auf Buchumschlag noch im Buch selbst vermerkt, ziemlich unfair, weil man "Lange Zähne" schon kennen sollte), zeitlich etwa einen halben Tag danach.
Doch ist seitdem eigentlich in Moores Welt viel passiert.
Moore hat sein San Fransisco mit den Figuren des Kaisers und den beiden Cops Rivera und Cavuto weiter ausgebaut und sie wollen irgendwie nicht mehr so ganz in diese 12 Jahre alte aufgewärmte Vampirsaga passen.
Außerdem gibt er Figuren aus "Ein todsicherer Job" Gastauftritte, was sicher nett gemeint ist, aber nur nervt.
Und "Die Chronicen der Abby Normal", das Tagebuch eines mageren bisexuellen Gruftimädchens (kommt es nur mir so vor, oder sind sich viele Nebenfiguren in Moores Büchern ähnlich?), ist am Anfang ganz witzig zu lesen, ihm geht aber ziemlich schnell die Luft aus.
Außerdem war "Lange Zähne" an und für sich abgeschlossen, die Fortsetzung ist überflüssig (dass Moore das Buch seinen Lesern - "auf besonderen wunsch" widmet, wirkt, als hätten diese eine Fortsetzung gefordert. Aber da sollte er als Autor drüberstehen...)
Ist das Buch lesenswert? Ja, wenn man schon die anderen Romane von Christopher Moore alle gelesen hat, vor Allem "Lange Zähne", freilich Moores Opus magnum "Die Bibel nach Biff" und das endlich neu aufgelegte Frühmeisterwerk "Blues für Vollmond und Coyote", und neuen Lesestoff braucht. Dann sollte man sich aber nicht wundern, dass einem vieles bekannt vorkommt, Moore nichts wirklich Neues mehr schafft (außerdem wirkt das Ende etwas lieblos - hatte er keine Lust mehr, weiterzuschreiben, oder plant er schon die nächste überflüssige Fortsetzung?).
Nicht lesen sollte man das Buch, wenn man "Die Bibel nach Biff" gelesen hat und einen ähnlich großen Wurf erwartet.
"Liebe auf den ersten Biss" ist freilich immer noch ein Lesespass - Moore ist einfach ein guter, komischer Autor-, aber es ist halt nichts Neues. Dafür gibt es trotzdem noch 3 Sterne.