Wunderbar leicht kommt der Roman daher. Der Schreibstil gefiel mir ausgezeichnet, und das Buch lies sich flüssig lesen.
Die leicht chaotische Protagonistin befindet sich anfangs auf Wolke 7, und der Leser sitzt mit ihr dort und lässt die Beine baumeln. Sie erschien mir von Anfang an sehr liebenswert und lud ein großes Stück weit dazu ein, sich mit ihr zu identifizieren. Als sich die Geschichte für sie wendete, überraschte sie mit einer guten Portion weiblichem Stolz. Das hat mir gut gefallen, jedoch reagiert sie nicht so wie ich es erwartet hätte. Aber ein verletztes Herz und eine leidende Seele verhalten sich nun mal bei Jedem anders. Von daher fand ich es o.k..
Was die anderen Figuren anbelangt, so waren die meisten gut bis sehr gut ausgeformt. Ben und Julia hatten (neben Marlene und Jan) den größten Anteil an der Geschichte und waren dementsprechend auch sehr facettenreich, was mir sehr gefiel. Besonders Ben erstaunte mich durch seine "weichen" Seiten.
Auch Jan fand ich ganz toll. Er hätte nach seiner "Verwandlung" etwas plastischer sein können, doch das konnte ihm als Person wenig anhaben, denn auch er war überaus sympathisch, nicht nur weil er eine Art Antiheld verkörpert.
Lediglich zwei der Freundinnen blieben etwas zurück, doch sie waren ohnehin nur wenig geschichtsrelevant.
In Italien wird es dann ein klein wenig klischeehaft, doch das hatte ich auch nicht anders erwartet. Die ganze Situation (inkl. Luigi) passte sich trotzdem oder grade deswegen gut in die Geschichte ein, mehr möchte ich dazu nicht verraten..
Die Geschichte hat mich sehr angesprochen. Das Thema 'gebuchter Mann' ist nicht ganz neu, trotzdem wirkte es zu keiner Zeit abgedroschen. Das Ende kam erwartet, aber dennoch etwas abrupt. Hier hätte ich mir noch zwei oder drei Seiten mehr gewünscht.
Eine Geschichte die alles bietet, von Himmel hoch jauchzend bis zu Tode betrübt.