Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Liebe für menschlichere Zukunft, 12. August 2009
In seiner dritten Enzyklika wendet Benedikt XVI. die Grundsätze seines ersten Rundbriefes Gott ist die Liebe" auf die katholische Soziallehre an. Es ist kein Zufall, dass in beiden Schreiben die Liebe an erster Stelle steht. Während in vergangenen Lehrschreiben zunächst die Gerechtigkeit und später die Moral hervorgehoben wurden, soll diesmal die Liebe Hauptweg der katholischen Soziallehre sein. Die kirchliche Soziallehre kann nur Bestand haben, wenn sie an die Lehren des Evangeliums angebunden ist.
Thematisch lässt sich das Rundschreiben in vier Blöcke einteilen:
- Marktentwicklung : Arbeitslosigkeit, Armut, Ungerechtigkeit
- Unternehmensführung: Einseitig Interessen der Eigentümer, blindes Profitstreben
- Natur- und Umweltschutz: kurzsichtiger Umgang mit Ressourcen
- Internationale Wirtschafts- und Finanzgestaltung: mangelnde Regulierung
In der Einführung zum Rundbrief von Papst Benedikt XVI. wird die Bedeutung der Wahrheit für die Liebe philosophisch-theologisch ausführlich erläutert. Dabei nimmt der Stellenwert der Wahrheit gegenüber der Liebe großen Raum ein. Mit etwas mehr Liebe zum Leser, wäre es vermutlich möglich, die gleichen Zusammenhänge einfacher zu erklären. Jesus bevorzugte in seinen Reden anschauliche Gleichnisse aus dem alltäglichen Leben.
Ab dem zweiten Kapitel geht es um die aktualisierten Inhalte einer katholischer Soziallehre. Die vom Papst vertretenen Standpunkte sind nach aufmerksamer Lektüre erkennbar. Er stimmt gegen einseitige Tendenzen eines Menschen- und Natur missachtenden Kapitalismus. Zugleich ermutigt er Menschen aller Gesellschaften, sich für eine gerechtere und in Liebe getragene Zukunft einzusetzen. Das Schreiben spendet Hoffnung, wenn man sich bis zum Ende durchgearbeitet hat. Es bedarf dazu einiger Geduld und einfühlsamer Liebe zum Wesentlichen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Vorsicht oder Spiritualität?, 23. August 2009
Die Enzyklika wurde erwartet, um endlich konkrete Anwendungen des Christseins im Sinne Benedikt XVI. zu haben. Diese Erwartungen erfüllt die Enzyklika nicht. Man merkt dem Schreiben an, dass der Papst gerade nicht konkret werden und doch pragmatisch schreiben wollte. Es werden keine originären oder originellen Gedanken vorgestellt. Papst Benedikt stellt den roten Faden bisheriger Sozialenzykliken dar und fokussiert die Entwicklungslinien in dem Gedanken der Liebe, die wiederum auf die Wahrheit bezogen ist. Mit Kritik am kapitalistischen Wirtschaftssystem hält er sich zurück. Zwar werden Ungerechtigkeiten angemerkt, doch steckt darin keinerlei Provokation. Das will der Papst wohl auch nicht. Wer als Wirtschaftswissenschaftler die Enzyklika liest, wird sich bestätigt finden: Der Kapitalismus muss sozialer werden und das nicht als Motto, sondern als innere Motivation. Bei Benedikt XVI. muss man, wie in anderen Schriften auch, auf die Feinheiten achten. Er spricht davon, dass die Soziallehre der Kirche ein unverzichtbarer Ort der Erziehung zum Glauben sei. Das kann nur heißen, dass das Einstehen für eine soziale Gerechtigkeit eine wichtige Christenpflicht ist. Diese Aufgabe soll der Christ jedoch nicht aus wissenschaftlicher Sicht angehen, sondern aus dem Gebet oder der eigenen Spiritualität. Damit ist das Eintreten für eine gerechtere Welt allerdings kein politisches Tun mehr, auch wenn es politisch ist. Man versteht, warum Joseph Ratzinger die politische Theologie und vor allem die Befreiungstheologen nicht so mochte. Eine "richtige" Wirtschaft entsteht aus dem Glauben heraus. Die Kirche kann Politikern usw. nicht beratend zur Seite stehen, sie kann es nur seelsorgerisch. Vielleicht ist das der süffisante Unterton der Enzyklika: Kümmert euch um euren Glauben, um das liebende Tun aus der Wahrheit heraus und dann werdet ihr schon das Richtige machen. Vielleicht ist das ein wenig naiv, vielleicht ist das aber auch die Urambivalenz des Christentums, um die sich Benedikt XVI. nicht herumdrückt, auch wenn er sie nicht deutlich benennt.
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8 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Wie aus einer anderen Welt, 16. August 2009
Gut, er schreibt Bücher, unser deutscher Papst und er kennt sich aus in Eschatologie, wenn er über die "letzten Dinge" referiert. Alles zugegeben, aber hier, in dieser Enzyklika erscheint jeder, aber auch jeder Abschnitt wie aus dem Buch der Ewigkeit, besser gesagt der ewigen Besserwisserei.
Ich bin, auch bei vorhandenem Wohlwollen, nicht in der Lage, dem Buch mehr als die drei Sternchen zu geben, denn man kann mit dem Lesen anfangen, wo man will, immer bekommt man Allgemeines vorgesetzt und alles ähnelt penetrant schon mal Gelesenem/Gehörtem, was auf Dauer langweilt.
Genau wie bei Pater Anselm Grün, einem ebenfalls viel gelesenen Schreiber frommer Werke, sind derartige erbauliche und andere Ergüsse auch oft gehört oder gelesen worden.
Und das hier so angepriesene Werk hier kommt allemal zu spät.
Die quasi wie ungehobelt wirkenden Ungezogenheiten in der Wirtschaft werden sowieso weitergeführt, dafür wird schon der weltweit agierende entsprechende Lobbyismus mit seinen Schmieraffairen sorgen.
Denken wir an die Fälle Leonardo Boff oder Ernesto Cardenal, so sehen wir den wahren Charakter dessen, was diese Enzyklika anrichten wird, nämlich nichts im Sinne von geforderter Umkehr und Ehrlichkeit im Verhalten der Macher unserer Wirstschaft. Und das eigene Verhalten des Vatikan in finanziellen Fragen stand ja wohl auch schon mal im öffentlichen Interesse oder irre ich mich?
Denn: wenn eine "Theologie der Befreiung" schon nicht unterstützt wurde, die sich auf die viel gerühmte Enzyklika "Progressio populorum" bezog, wird eine Enzyklika wie diese immer nur Kopfschütteln erzeugen. Und lebt denn die Kirche nicht auch in unserem "schönen" Wirtschafts-System, wo die Mächte des Marktes im Moment wirklich alles zu beherrschen scheinen?
Man sollte an verantwortlicher Stelle im Vatikan vielleicht einmal etwas mehr aufpassen, dass sich derartige Veröffentlichungen nicht wiederholen.
Einem derart gebildeten und verehrten alten Mann in Rom kann man schon mal sagen, was Sache ist.
Diese Enzyklika jedenfalls entwickelt kein genügend präzises Bild der offiziellen Auffassung unserer Mutter Kirche (was Umkehr bedeuten würde), oder etwa doch?
Allein schon der Titel: "Cartitas in veritate", gibt es denn auch eine verlogene Liebe?
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