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Liebe und Tod auf Bali.
 
 
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Liebe und Tod auf Bali. [Taschenbuch]

Vicki Baum
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Monate verbrachte Vicki Baum auf Bali, drang in die Geschichte dieser Insel ein, beobachtete und verstand die Mentalität einer exotischen Kultur. Aus ihrer reichen Kenntnis schildert sie das intakte, von Ritualen bestimmte Leben eines balinesischen Dorfs und seine Vernichtung durch holländische Kolonisatoren am Anfang dieses Jahrhunderts - den Moment eines historischen -Weltuntergangs-, in dem sich die Poesie vom Leben und Sterben einer östlichen Tradition verdichtet, die inzwischen wiederentdeckt worden ist und immer mehr an Faszinationskraft gewinnt.

Klappentext

Monate verbrachte Vicki Baum auf Bali, drang in die Geschichte dieser Insel ein, beobachtete und verstand die Mentalität einer exotischen Kultur. Aus ihrer reichen Kenntnis schildert sie das intakte, von Ritualen bestimmte Leben eines balinesischen Dorfs und seine Vernichtung durch holländische Kolonisatoren am Anfang dieses Jahrhunderts -- den Moment eines historischen "Weltuntergangs", in dem sich die Poesie vom Leben und Sterben einer östlichen Tradition verdichtet, die inzwischen wiederentdeckt worden ist und immer mehr an Faszinationskraft gewinnt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Autorenportrait

Vicki Baum, geboren am 24. 1. 1888 in Wien, gestorben am 29. 8. 1960 in Hollywood. Zunächst Musikerin, 1926 Redakteurin in Berlin, seit 1931 in den USA; verheiratet mit dem Dirigenten R. Lert. Ihre Romane wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und teilweise verfilmt.

Auszug

DIE STRANDUNG DER "SRI KUMALA"

Pak erwachte, als hinten im Hof die Hähne krähten. Er fröstelte unter dem blauen Kain, den er über sich gedeckt hatte, und seine Augen waren noch voll Schlaf. Es war finster in der Kammer, obwohl Puglug, die Frau, die Tür offengelassen hatte, als sie hinausging. Pak seufzte tief. Er stand ungern auf und ging ungern zur Arbeit. Aber der Tag war günstig, um zu pflügen, so sagte der Kalender, und Pak machte sich von seiner Matte los, gerade als der Kulkul im Dorf die siebente Stunde der Nacht anschlug. Noch eine Stunde, und die Sonne würde aus ihrem Haus treten und den Tag mit sich aus dem Meer bringen.

Noch immer krähten die Hähne mit lautem Spektakel, und Pak lächelte, als er die Stimme seines Lieblings, des roten Hahns, heraushörte. Der war noch zu jung, um zu kämpfen, aber Pak konnte schon die Merkmale an ihm erkennen, die versprechen, daß er ein guter, starker Kampfhahn sein wurde. Pak band seinen Kain um die Hüften und zog ihn zwischen den Beinen durch, so daß ein kurzes Lendentuch daraus wurde. Er griff im Finstern über sich nach dem Balken und nahm sein Messer und die Sirihtasche, die er an den Gürtel knüpfte. Der Kain war feucht und kühl vom schweren Nachttau. Pak erinnerte sich dumpf an einen unverständlichen Traum. Er tastete nach der andern Matte auf dem Bambusgestell, das seiner eigenen Ruhebank gegenüberlag. Die Kinder atmeten im Schlaf. Rantung, die Siebenjährige, Made, die Zweitgeborene, und in der Ecke das Bündelchen mit dem Neugeborenen.

Pak und seine Frau waren sicher gewesen, diesmal einen Sohn zu bekommen. Sie hatten für elf Kèpèngs den Balian befragt, als das Kind sich im Leib der Frau zu bewegen begann, und er hatte ihnen einen Knaben versprochen. Pak hatte Luftschlösser zu bauen begonnen und sich einen schönen Namen für ihn ausgedacht. Er wollte ihn Siang nennen, das Licht und der Tag. Da aber Puglug enttäuschenderweise und ganz unerwartet wieder ein Mädchen geboren hatte, wußte man keinen Namen. Wahrscheinlich würde man sie einfach Klepon nennen, wie vor ihr mehrere Töchter der Familie geheißen hatten.

Noch einmal seufzte Pak, verließ die Kammer, zögerte einen Moment im offenen Vorbau und ging dann die Stufen hinunter in den Hof, mit seinem mageren Schatten vor sich her, und ging zur Mauer. An der Westseite des Grundstücks, wo der Onkel wohnte, war schon die zänkische Stimme von dessen erster Frau zu hören, die mit niemandem Frieden halten konnte. Puglug aber war für zweiundvierzig Tage nach der Geburt des kleinen Mädchens unrein und durfte Pak kein Essen bereiten. Er hatte allen Grund zu seufzen. Er war so satt und voll von Puglug, als wenn sie eine Speise gewesen wäre, von der er zuviel gegessen hatte. Drei Töchter hatte sie geboren und keinen Sohn. Unnütz war sie und gar nicht schön. Er kauerte sich auf die Stufen und schaute mißlaunig auf die Frau hinunter, die mit einem Besen den Hof fegte. Der Himmel wurde schon etwas heller hinter den Wipfeln der Kokospalmen, und Pak konnte den schweren Umriß sehen, der sich emsig bückte und bewegte.

-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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