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66 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Lesenswerte Geschichte hinter unglücklich gewähltem Titel, 31. Dezember 2003
Rezension bezieht sich auf: Liebe und Tod auf Bali. (Taschenbuch)
Wäre mir das Buch beim Stöbern im Buchladen zufällig in die Hände geraten, hätte ich es womöglich schon nach einem flüchtigen Blick auf den unglaublich kitschig klingenden Titel sofort wieder ins Regal zurück gestellt. Zum Glück aber bekam ich es als Lektüre für eine Reise nach Bali geschenkt und wärmstens empfohlen und so begann ich schon im Flugzeug mit dem Lesen. Dabei musste ich bald feststellen, dass der Titel in der Tat etwas unglücklich gewählt ist - oder aber darauf abzielt, eine breitere Klientel anzusprechen. Was nämlich laut Titel nach Schmachtfetzen klingt entpuppt sich rasch als detailgetreue und zugleich unterhaltsame Beschreibung des Lebens der Menschen auf Bali zur Zeit der holländischen Kolonisation zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Anhand der Schicksale von Familien unterschiedlicher Kasten erhält der Leser interessante Einblicke in ursprüngliche Sitten und Gebräuche sowie in den Glauben der Menschen auf Bali. Mit dem Blick in die Vergangenheit wird die „alte Zeit" jedoch nicht etwa glorifiziert, sondern ganz objektiv mit ihren Licht- und Schattenseiten dargestellt: Auf der einen Seite das harte Leben der Reisbauern, die mitleidslose Rechtssprechung, die streng hierarchische Gesellschaftsordnung sowie die von der Kolonialmacht ausgehende Bedrohung; andererseits aber zahlreiche frohe Feste, Tänze und familiärer Zusammenhalt. Vicki Baum beschreibt das Leben der Balinesen zur damaligen Zeit einfühlsam und sensibel für deren kulturellen Eigenheiten und entwirft zugleich eine spannende, fesselnde Geschichte, die nicht nur ins Gepäck jedes Bali-Reisenden gehören sollte, sondern auch dem an fremden Kulturen Interessierten zuhause eine lesenswerte Lektüre bietet.
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53 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Familienleben auf Bali, 6. Oktober 2002
Rezension bezieht sich auf: Liebe und Tod auf Bali. (Taschenbuch)
Vicki Baums Roman erzählt die Geschichte mehrerer Familien unterschiedlicher sozialer Schichten zu Beginn des 20. Jahrhunderts, also während der Zeit der holländischen Kolonisation Balis. Es ist eine spannende Geschichte, doch ist das Buch weit mehr als nur Unterhaltungslektüre. Vicki Baum lebte längere Zeit auf Bali und konnte Einblick nehmen in eine Kultur, von der heutige Touristen allenfalls etwas erahnen können. Sie beschreibt Menschen, die noch nicht aus dem Gleichgewicht geraten sind, die in Einklang mit der Natur und den Göttern leben. "Die Götter haben Menschen nicht gemacht, damit sie arbeiten, bis sie vor Müdigkeit umfallen, sondern damit sie sich des Lebens freuen und dass sie Zeit haben, Feste auszurichten und genügend zu rasten." So sagt eine der Figuren, und diese Art zu leben wird in dem Buch beschrieben. Der Leser lernt viel über Sitten und Gebräuche des damaligen Bali, über Hahnenkämpfe, soziale Interaktionen und darüber, wie man mit dem eigenen Schicksal umging, beispielsweise wenn man an der "Großen Krankheit", der Lepra, erkrankte. Es war ein Leben möglich, ohne dass allzuviel psychologisiert wurde, ohne dass die Menschen sich Probleme schufen, wo gar keine waren. Somit ist die Lektüre dieses Romans nicht nur zu empfehlen, wenn man ein bisschen mehr von Bali verstehen will, als es die Hotel-Shows vermitteln, sondern auch, wenn man sich einfach nur dafür interessiert, wie Menschen einer nicht industriealisierten und nicht psychologisierten Kultur lebten.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Einwandfrei. Sollte Pflichtlektüren werden für alle Bali-Reisenden., 13. Mai 2009
Also, das Buch hat mich gefesselt. Kann ich einfach so platt behaupten. Vicki Baum bietet eine Einblick in balinesisches (Alltags-)Leben, wie ich ihn sonst noch nicht gesehen und erlebt habe. Sie gestaltet Charaktäre, spinnt Handlungsfäden, zeigt das tägliche Leben um Dorf und im Reisfeld und, und das ist das Geniale, macht noch eine spannende Story daraus. Irgendwann logisch, dass der Fürst sich und seine ganze Meute in den Selbstmord treibt (aber da sind wir schon am Ende). Neugierig hat mich das Buch gemacht. Neugierig darauf, wieviel wirklich vom kolonialen Erbe und dem Leben unterm holländischen Kolonialismus übrig geblieben ist. Denn Bali schafft alle, ist eine der zentralen Messages. Mythen, Geister und die wohltuende Routine des Alltags im Dorf heilen alle Wunden. In ihrer Zeitlosigkeit überleben die Balinesen die weißen Einflüsse. Sie wissen, dass das Leben aus dem Reisfeld kommt, dass Nachts die Dämonen unterwegs sind, und wenn es Probleme gibt, ein Orakel weiterhilft. Menschen werden geboren, Menschen sterben, aber das sind nur Randnotizen. Der Reis muss gepflanzt, gepflegt und gepflügt werden, die Familien braucht ein Haus, das Dorf braucht einen Tempel, der Tempel braucht einen weisen Mann. So einfach ist das. Die Geschichte vom gestrandeten Schiff, dass letztendlich zum Krieg führt, gibt den roten Faden vor. Der Einmarsch der Holländer kreiert das Bild des Kolonialismus ist Süd-Ost-Asien, der Massenselbstmord im Palast steht für geistige Unabhängigkeit, die durch die Macht der Waffen nicht gebrochen werden kann. Gut! Vicki Baum hat auch "Hotel Shanghai" geschrieben. Das hole ich mir. Mal sehen, ob ihr Shanghai mit meinen Erlebnissen von 2006 zusammenpasst. Fazit: Einwandfrei. Sollte Pflichtlektüren werden für alle Bali-Reisenden.
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