Wer den Titel "Liebe und Spiel. Die vergessenen Wurzeln des Menschseins" liest, denkt(wie ich) vermutlich an Mann, Frau und die zwischen beiden ablaufenden Interaktionen. Lediglich die vom Carl-Auer-Verlag oben links auf dem Buch-Cover angegebene Kategorie "Gesellschaft" lässt auf den tatsächlichen Inhalt des Buchs schließen.
Es handelt sich um das gemeisame Werk des Biologen Humberto Maturana und der Psychologin Gerda Verden-Zöller. Das Buch ist in 3 Teile aufgeteilt:
Im ersten Teil beschreibt Maturana die gesellschaftliche Entwicklung im Laufe der Zeit mit Augenmerk auf Zirklularität, Rückbezüglichkeit und ähnlichen Aspekten des Zusammenlebens.
Im zweiten Teil des Buchs präsentiert Verden-Zöller anhand ihrer Studien sowie Erfahrungen mit Müttern und Kindern ihren revolutionären("ökopsychologischen") Ansatz zur kindlichen Entwicklung und zeigt interessante Aspekte auf.
Der dritte Teil wurde gemeinsam von beiden gemeinsam verfasst und strickt die beiden vorhergegangen Teile weiter. Es wird sowohl auf den zwischenmenschlichen Umgang als auch auf seine Wirkung auf "Spiel", soziales Bewußtsein und Selbstbewußtsein eingegangen.
Ein - trotz streckenweise sehr wissenschaftlicher Sprache - lesbares Buch, das dazu anregt, über das eigene zwischenmenschliche Verhalten kritisch zu reflektieren und sich der Wechselwirkungen zwischen sich selbst und seinen Mitmenschen bewusster zu werden.
Wem der "Baum der Erkenntnis" von Humberto Maturana und Francisco Varela gefallen, der wird an diesem Buch sicher auch seine Freude haben.