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Zum Inhalt des gemeinsamen Projekts, 25. Februar 2007
Wer den Titel "Liebe und Spiel. Die vergessenen Wurzeln des Menschseins" liest, denkt(wie ich) vermutlich an Mann, Frau und die zwischen beiden ablaufenden Interaktionen. Lediglich die vom Carl-Auer-Verlag oben links auf dem Buch-Cover angegebene Kategorie "Gesellschaft" lässt auf den tatsächlichen Inhalt des Buchs schließen.
Es handelt sich um das gemeisame Werk des Biologen Humberto Maturana und der Psychologin Gerda Verden-Zöller. Das Buch ist in 3 Teile aufgeteilt:
Im ersten Teil beschreibt Maturana die gesellschaftliche Entwicklung im Laufe der Zeit mit Augenmerk auf Zirklularität, Rückbezüglichkeit und ähnlichen Aspekten des Zusammenlebens.
Im zweiten Teil des Buchs präsentiert Verden-Zöller anhand ihrer Studien sowie Erfahrungen mit Müttern und Kindern ihren revolutionären("ökopsychologischen") Ansatz zur kindlichen Entwicklung und zeigt interessante Aspekte auf.
Der dritte Teil wurde gemeinsam von beiden gemeinsam verfasst und strickt die beiden vorhergegangen Teile weiter. Es wird sowohl auf den zwischenmenschlichen Umgang als auch auf seine Wirkung auf "Spiel", soziales Bewußtsein und Selbstbewußtsein eingegangen.
Ein - trotz streckenweise sehr wissenschaftlicher Sprache - lesbares Buch, das dazu anregt, über das eigene zwischenmenschliche Verhalten kritisch zu reflektieren und sich der Wechselwirkungen zwischen sich selbst und seinen Mitmenschen bewusster zu werden.
Wem der "Baum der Erkenntnis" von Humberto Maturana und Francisco Varela gefallen, der wird an diesem Buch sicher auch seine Freude haben.
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Ein revolutionäres Werk, 23. Dezember 2009
Dieses Buch des Biologen Maturana ist ein grandioses, geradezu revolutionäres Werk! Der Verfasser geht unserer europäischen Kultur auf den Grund und unterscheidet sie als "patriarchal" im Gegensatz zu der ihr vorausgehenden "matristischen" Kultur. So erinnert die Venus von Willendorf an die matristische Kultur, sie steht keineswegs für Fortpflanzung, sondern vielmehr für den Lebenszusammenhang alles Seienden. Der Autor erklärt in einer unnachahmlichen Weise, wie es zu einem Riss, zur Entstehung der Patriarchalität kommen konnte.
Im späteren Verlauf erklärt der chilenische Biologe auf vorzügliche Weise die Enstehung und das Wesen der Demokratie als einen Bruch mit den Spielregeln der Patriarchalität. Für alle Gesellschaftswissenschatler ist dies ein unverzichtbares Buch. Mit dieser Arbeit präsentiert sich Humberto Maturana als der Erfinder der Biologie der Liebe. Es ist eine Einladung zur Reflexion und zur Überwindung der Patriarchalität als einer entfremdeten Art zu leben.
Für neoliberale Ökonomen stellt sich eine für sie nicht mehr lösbare Aufgabe. Die ganze Auseinandersetzung um Liberalismus und Sozialismus bekommt eine neue Dimension. Mit Maturana ist es möglich über Karl Popper hinauszugehen und dessen Kritik an Hegel/Marx (und der Dialektik insgesamt) besser einzuordnen. Dieses wundervolle Werk eines ganz wichtigen Biologen müßte zumindest an den Universitäten regelrecht einschlagen.
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