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Liebe und Sinnlichkeit
 
 
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Liebe und Sinnlichkeit [Gebundene Ausgabe]

Jun'ichiro Tanizaki , Eduard Klopfenstein
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 96 Seiten
  • Verlag: Manesse Verlag (21. März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3717540807
  • ISBN-13: 978-3717540809
  • Originaltitel: Renai oyobi shikijo
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 275.569 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Liebe, Schatten, Meisterschaft. Japan ist uns seit der Tsunami-Katastrophe nah gerückt. Grund genug, sich tiefer auf seine Kultur einzulassen, wozu sich wenig besser eignet als die Werke von Tanizaki Junichiro: luzide Beschreibungen japanischer Ästhetik und Erotik. Über den Sprachgraben führt elegant der Zürcher Professor Eduard Klopfenstein.« (NZZ )

»Tanizaki Jun’ichiros Essay „Liebe und Sinnlichkeit“ ist heute so wahr wie in den 1930er Jahren, als er entstand. Äußerst lesenswert.« (Süddeutsche Zeitung, 20.06.2011 )

»Eine Kulturgeschichte der Liebe in Japan.« (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 03.07.2011 )

Kurzbeschreibung

Vom Reiz verhaltener Sinnlichkeit

Mann und Frau begegnen sich in der japanischen Gesellschaft traditionell mit großer Zurückhaltung und Höflichkeit. Wer den Reiz solch verhaltener Sinnlichkeit verstehen will, muss Tanizaki lesen.

Japanerinnen waren lange von einer Aura des Mysteriösen umgeben: blass wie der Mondschein, leise wie das Zirpen von Insekten und sanft wie die Tautropfen auf den Gräsern – so wurden sie in der Literatur ihres Landes idealisiert. Verhaltene, nur angedeutete Zärtlichkeit zeichnete ihr Verhältnis zu den Männern aus. Und doch vermochte genau diese Nuancierung des Erotischen, genannt «iroke», die Männer weit mehr zu bezaubern als allzu große Offenheit und Leidenschaftlichkeit. «Selbst eine noch so schöne Frau hat, wenn sie erst einmal völlig nackt dasteht, nichts mehr, was sie enthüllen könnte», schreibt Tanizaki Jun’ichiro.

Erfrischend unkonventionell bringt uns der Autor das japanische Verständnis von Sinnlichkeit nahe, die auffallende Zurückhaltung, die sich auch in der Architektur des Landes oder der Vorliebe für verschattete Räume spiegelt. Sein Essay aus den 1930er-Jahren, der mit diesem Band erstmals auf Deutsch vorliegt, liefert wie alle Aufsätze Tanizakis einen wertvollen Schlüssel zum Verständnis japanischer Sitten und Kultur.


Deutsche Erstübersetzung
In bibiophiler Ausstattung mit einem Schutzumschlag aus Naturpapier, gebunden in schwarzes, geprägtes Strukturpapier, mit einer Original-Kalligrafie


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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von rmu
Ich muss zugeben, ich habe mir dieses Buch spontan bestellt, weil ich einfach den Titel interessant fand und auch die Rezensionen dazu bisher durchweg gut ausfielen. Dass das Buch im Japan der 30er Jahre geschrieben wurde machte mich zwar skeptisch, aber ich war offen.

Ich kann aber allerhöchstens sagen, dass das Buch aus kulturhistorischer Sicht einige spannende Einsichten liefert. Zum Beispiel zeigt es auf, dass der Mythos, Japan sei in seiner Vergangenheit wesentlich offener mit Sexualität umgegangen wohl irgendeine europäische Wunschprojektion sein muss. Der Autor scheint eher von der Freizügigkeit westlicher Verhältnisse beeindruckt zu sein.

Was ihn ebenfalls beschäftigt ist die gesellschaftliche Stellung der Frau im Westen. Er zeigt immer wieder auf, dass es in Japan wohl schon lange Tradition ist, dass Frauen sozusagen Menschen zweiter Klasse sind. Besonders bemüht, das kritisch zu durchleuchten, ist er dabei jedoch nicht.

Woran das liegen könnte, ahnt man, wenn man seine Formulierungen liest: "Was die Frische des Teints und die Proportionen angeht, ist zwar der Körper der westlichen Frauen, aus der Distanz betrachtet, unvergleichlich viel anziehender. Wenn man sich ihnen aber nähert, erweist sich ihre Haut als rau und von üppig sprießendem Flaum überzogen, sodass man manchmal ernüchtert etwas zurückweicht. Überdies haben sie, so meint man, wenn man sie anschaut, schlanke, wohlgeformte Glieder, die den Eindruck einer von uns besonders hoch geschätzten elastischen Fülle erwecken. Aber wenn man dann die Arme und Beine wirklich anfasst, so sind sie weich und schwabbelig und bieten keinen Widerstand, und das so attraktive Gefühl gestraffter Festigkeit kommt nicht auf." (S.69-70)

Wer eine dermaßen objekthafte Sichtweise auf Menschen als eine Betrachtung zu Liebe und Sinnlichkeit verstehen möchte, kann dies tun. Ich dagegen habe wenig daraus ziehen können, ausser dass ich Mitleid bekam mit den beschwärmten "...Schönheiten der innersten Räume, vergraben hinter Vorhängen ganz tief in ihren Schlafgemächern." (S.54)

Zwar räumt der Autor ein, dass es vor mehreren hundert Jahren die sinnliche Epoche der Heian-Zeit gegeben hat, in der auch Frauen eine Stimme hatten und aus der er mehrmals berichtet. Jedoch stellt er dann auch klar: "Wenn wir uns nur ein bisschen hätten gehen lassen und das müßige Leben der Adligen aus der Heian-Zeit fortgeführt hätten, wären die großen Nachbarn sofort eingefallen (...) An dieser Situation hat sich auch heute noch nichts geändert. Wir sind ein Volk mit einem starken Willen, nicht zu unterliegen; und dass wir uns heute in Ostasien zu den bedeutensten Mächten der Welt zählen können, hat wohl auch damit zu tun, dass wir uns nicht übermäßigem Genuss verschrieben haben." (S.48-49)
Wie die Verhältnisse in Japan wenige Jahre später tatsächlich aussahen, weiss man ja dann aus der Geschichte. Die gedanklichen Muster des Autors passen einfach zu gut in das Bild, das manche Psychologen auch hinsichtlich der Haltung zu Liebe und Sinnlichkeit für protofaschistische Epochen analysieren. (für diese zugegeben gewagte Aussage weise ich als Beispiel mal auf Tanizakis westlichen Zeitgenossen Wilhelm Reich hin) Tatsächlich hat sich Tanizaki einige Jahre später als Autor für die Militärpropaganda vereinnahmen lassen.

Alles in Allem also ein interessanter Einblick. Ich konnte darin aber wenig wirkliche gedankliche Anregung zum Thema Liebe und Sinnlichkeit finden. Statt den Zauber der "nur angedeuteten Zärtlichkeit" besser kennenzulernen, traf ich auf eine aus meiner Sicht eher Frauen herabsetzende Plauderei, die sich im Gewand literarischer Belesenheit versteckt.
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Von Dietrich Marquardt TOP 500 REZENSENT
Von Amazon bestätigter Kauf
Dieses Buch ist so appetitlich, dass man hineinbeißen möchte. Es ist ein intellektueller und ästhetischer Genuss. Souverän, dabei behutsam abwägend macht der japanische Autor Tanizaki Junichiro sich Gedanken über die Unterschiede in Fragen von Liebe und Sinnlichkeit einerseits zwischen Japan und dem Westen, andererseits in verschiedenen Epochen der japanischen Geschichte.

Das Buch enthält eine kompakte Zeittafel zu den Hauptepochen der japanischen und chinesichen Geschichte, sorgfältige und gut erklärende Fußnoten zum Text und eine kompakte Erläuterung zur Bedeutung des Autors Tanizaki. Übersetzer ist Eduard Klopfenstein, eine wunderbare Kalligrafie steuert Suishu Klopfenstein-Arii bei.

Die Gedanken, die Tanizaki sich macht, sind tief und gleichzeitig eigenartig leicht und schwerelos. Einfach ein Beispiel: "Da wir also ein Volk sind, das den direkten Ausdruck von Liebe gering schätzt und das zudem eher mit einer schwachen Sinnlichkeit ausgestattet ist, kann man in den Geschichtsquellen unseres Landes über die Lebensumstände von Frauen, die da im Schatten wirkten, überhaupt nichts Genaues erfahren."
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Hält was es verspricht 26. September 2011
Das Buch verrät in seinem Titel schon viel. Es ist aber mehr als das was der Titel vermuten lässt. Liebe und sinnlichkeit im besten Sinne und ohne schwülstige Sprache. Einfach schön.
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