Der Frühling lässt gerade seine zartgrünen Sprossen gen Himmel entsteigen, die Vöglein zwitschern vergnügter denn je, da weht ein frischer Wind in unsere Lesestuben!
Als vergnügliche Abwechslung zu den vielen didaktisch nicht sonderlich wertvollen Telenovelas und Groschenromanen hat sich diesmal ein gewisser Robert Fork dieses Genres angenommen - und einen marginal schicksalsschwangeren, jedoch maximal Alkoholdurchtränken Roman vorgelegt, der ans Herz geht. Mindestens einmal erlebt der Protagonist, dessen Namen Sie sich nicht merken müssen, nämlich einen Herzinfarkt. DasLeben hat diesem Mann arg zugesetzt. Einstmals ein angesehener Chirurg zerfließt er nun vor Selbstmitleid. - Das Leben ist kein Ponyhof, oder doch? Denn mindestens ein Pferd kommt in dem Roman auch vor. Und das hat sogar eine tragende Rolle, - in mehrfacher Hinsicht!
Ein rundum schlecht und kaum einfühlsam erzähltes, atmosphärisch undicht geschriebenes Buch. Ein in großer Schrift verfasstes Beispiel für die hohe Kunst der geistlosen Selbstüberschätzung eines Möchtegern-Autors, der spontan bei einem Arzt-Besuch den Beschluss fasst: "Hey, das kann ich auch!" - und dann gleich loslegt; wie so viele vor ihm. Der Autor schreibt hier also seinen ersten Roman, bei dem er auf die zeitgemäße Tradition der lieb- und Rückstands-losen Liebeserzählung zurückgreift, wie man sie aus Telenovelas kennt und bei der die Gesellschaft mit ihren Problemen und Themenstellungen mitten in die intime Penner- und Arbeitslosen-Dramatik eindringt. Es geht hier uneingeschränkt nur um den selbstmitleidigen Protagonisten, um den jämmerlichen Umgang den er mit seiner Umwelt pflegt, um das Unglück und um all die Ereignisse und Vorfälle die jeder von uns erlebet - und die keinen interessieren. Der Autor empfindet seine Schriftstellerei vermutlich als Selbst-Therapie und zieht den Leser damit in einen unheimlichen Sog! (*1) Ein Schicksalsroman, der nicht recht weiß, was er will. Egal - Ich empfehle dieses Buch mit Lachdruck und Neidenschaft!
PS. Aufgepasst, dieser Roman ist "In besonders großer Schrift" geschrieben.
Fußnoten:
1* ... Beinahe wurde sogar das Wasser aus dem Aquarium, das sich während dem Lesen in der Nähe des Rezensenten befand, mit weggesogen!