Die bereits während des Jahres 2001 produzierte Vorgänger-CD zu dem aktuellen Album "Warum Berlin", mit dem die deutsche Band Paula, wie man wohl ohne weiteres sagen kann, den "Durchbruch" geschafft hat, läßt den Stil des Duos zwischen privaten Themen von verflossenen Liebschaften, Single- oder auch Paar-Leben der jungen Generation in der Großstadt - oder auch im Urlaub!- sprich also Gefühls-Pop ohne dabei kitschig zu sein, erahnen. Anders als die gestrige Neue-Deutsche-Welle werden hier Alltagssituationen klar, manchmal zwar auch verspielt, aber niemals aufgesetzt und gekünstelt, quasi einfach "erzählt". Die teilweise naiv klingende Jungmädchen-Stimme, was von der Sängerin Elke Brauweiler sicherlich beabsichtigt wurde, schildert eigene Gedankenwelten mit inhaltlichen Problematiken, die wohl jede(r) bis Anfang 30-Jährige gut nachvollziehen kann, da selbst durchlebt, in Abgrenzung zu gesellschaftlichen Konvetionen (siehe der Titel "Von guten Eltern", der musikalisch zum Ohrwurm taugt).
Dazu Stücke wie "Liebster", die eher in die Sparte "Girlie-Song" - passend im Synthe-Sound - fallen. Ganz so rhytmusschnell wie die neue CD sind die Stücke meist nicht, eher etwas melodischer mit Gastspielen von Saxophon und anderen Blasinstrumenten. Für Single-Auskopplungen würden sich jedenfalls sicherlich einige - nach meinem Geschmack sogar fast alle - Songs eignen. Endlich wieder richtig gute "neue deutsche Musik", die qualitativ ebenso aus dem anglo-amerikanischen Raum kommen könnte, d.h. der man/frau es nicht gleich "anhört".