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Liebe: Eine Übung [Gebundene Ausgabe]

Andre Kieserling , Niklas Luhmann
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

22. September 2008
Individuen kann man bekanntlich daran erkennen, daß sie einen Knick in der Optik haben. Sie gewinnen allen öffentlich zugänglichen Dingen und Ereignissen einen zweiten Sinn ab, der zunächst einmal nur für sie selbst zugänglich ist. In dieser höchst persönlichen Optik mag dann etwa als Langsamkeit eines Mitmenschen erlebt werden, was dieser der Ungeduld des Erlebenden selbst zurechnen würde. Besonders konsensfähig ist diese individualisierte Art des Erlebens also nicht. Immerhin kann der Fall eintreten, daß ein anderer, statt einfach nur mit dem Kopf zu schütteln, sich in meine Weltsicht hineinversetzt und dann sogar anfängt, sie durch eigenes Handeln zu bestätigen: Statt mir Ungeduld vorzuwerfen, handelt er selbst etwas schneller. Für die anderen ist mein Erleben dann immer noch unmaßgeblich, aber für den anderen hat es offenbar die Kraft eines starken Motivs. So wird es mir leichter gemacht, der zu sein, der ich bin. In dieser Bestätigung fremden Erlebens durch eigenes Handeln sieht Niklas Luhmann die kommunikative Grundlage dessen, was wir Liebe nennen. Sein 1982 erschienener Klassiker Liebe als Passion hatte vor allem die Ideengeschichte des Themas vor Augen. Der nun edierte Aufsatz, geschrieben 1969 als Vorlage zu einem der ersten Bielefelder Seminare Luhmanns, behandelt die Liebe ohne den Apparat des Gelehrten. Er bietet eine direkte und pointierte Darstellung der bis heute einzigen soziologischen Theorie der Liebe, die wir haben.

Wird oft zusammen gekauft

Liebe: Eine Übung + Liebe als Passion: Zur Codierung von Intimität (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) + Fragmente einer Sprache der Liebe
Preis für alle drei: EUR 32,00

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 94 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: Originalausgabe (22. September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518585045
  • ISBN-13: 978-3518585047
  • Größe und/oder Gewicht: 15,2 x 10,7 x 1,3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 106.577 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Diese kleine Studie ist neugierig, sie hat etwas Lachendes, sie ist wie für Studenten gedacht und verfasst, sie will im Seminar diskutiert werden. Sie gehört in jede Universität, nicht nur nach Bielefeld. Denn sie hält, wie auch immer man über Luhmanns Theorie der Gesellschaft denkt, einen überraschenden Moment lang die Schwebe zwischen Theorie, Forschung und Geistesgegenwart: Eine Übung. ...Jetzt ist Niklas Luhmann tatsächlich drauf und dran, zum Geschenkbuch zu werden. Und das will man selbst diesem Ironiker nicht wünschen.«  (Elisabeth von Thadden Die Zeit, Literatur-Magazin )

»Es ist ein Hochgenuss, Niklas Luhmanns kleines Bändchen über die Liebe zu lesen ... Die Virtuosität, mit der Luhmann in seinem Liebes-Traktat die Theorie als prächtiges Kleid für lebensweise Assoziationen und bonmots schneidert, macht ihm keiner nach.«

 

(Christian Geyer Frankfurter Allgemeine Zeitung )

»Eines der ersten Seminare, die Niklas Luhmann an der Universität Bielefeld gab, hatte 1969 die Liebe zum Thema. Als Textgrundlage diente dem Soziologen ein eigener Essay, in den sich nun alle Luhmann-Liebhaber und sogar Normalsterbliche mit Gewinn vertiefen können. - Was ist so überzeugend an der Liebe? »Man findet sich in der Weltsicht des anderen erwartet als derjenige, der zu sein man sich bemüht.«

(Neue Zürcher Zeitung )

»Tatsächlich kann man gerade im sehr verständlich geschriebenen Liebe-Bändchen feststellen, dass Luhmann radikaler Empiriker ist. Ohne große Vorannamen beobachtet er ganz schlicht, wie im Lauf der Geschichte die Möglichkeit entsteht, den Unterschied von einer Person zu allen anderen Personen zu übertreiben, wie man diesen Menschen dann lieben und ihm nicht nur Lächerliches ins Ohr flüstern darf, sondern sogar muss. Er beschreibt, wie sich Muster des Erlebens und Handelns historisch wandeln, wie Problemlösungen neue Probleme schaffen. Und so lernt man nicht nur die Liebe besser verstehen, sondern auch Luhmann.«  (Jakob Schrenk Süddeutsche Zeitung )

Über den Autor

Niklas Luhmann wurde am 8. Dezember 1927 als Sohn eines Brauereibesitzers in Lüneburg geboren und starb am 6. November 1998 in Oerlinghausen bei Bielefeld. Im Alter von 17 Jahren wurde er als Luftwaffenhelfer eingezogen und war 1945 in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Von 1946 bis 1949 studierte er Rechtswissenschaften in Freiburg und absolvierte seine Referendarausbildung. 1952 begann er mit dem Aufbau seiner berühmten Zettelkästen. Von 1954 bis1962 war er Verwaltungsbeamter in Lüneburg, zunächst am Oberverwaltungsgericht Lüneburg, danach als Landtagsreferent im niedersächsischen Kultusministerium. 1960 heiratete er Ursula von Walter. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Seine Ehefrau verstarb 1977. Luhmann erhielt 1960/1961 ein Fortbildungs-Stipendium für die Harvard-Universität. Dort kam er in Kontakt mit Talcott Parsons und dessen strukturfunktionaler Systemtheorie. 1964 veröffentlichte er sein erstes Buch Funktionen und Folgen formaler Organisation. 1965 wird Luhmann von Helmut Schelsky als Abteilungsleiter an die Sozialforschungsstelle Dortmund geholt. 1966 wurden Funktionen und Folgen formaler Organisation sowie Recht und Automation in der öffentlichen Verwaltung als Dissertation und Habilitation an der Universität Münster angenommen. Von 1968 bis 1993 lehrte er als Professor für Soziologie an der Universität Bielefeld. 1997 erschien sein Hauptwerk, das Resultat dreißigjähriger Forschung: Die Gesellschaft der Gesellschaft.


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5.0 von 5 Sternen Luhmann klar und verständlich 20. August 2010
Von Tascha
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Möchte man sich mit dem Thema Liebe bei Luhmann beschäftigen, ist dieses Buch für den Anfang viel empfehlenswerter als Liebe als Passion, da dieses Werk nicht direkt von Luhmann verfasst wurde, sondern eine Aufarbeitung eines Vorlesungsskriptes zu dem Thema darstellt. Dadurch ist es wesentlich besser lesbar als Originalschriften von Luhmann. Dazu kommt, dass es relativ kurz und knapp die wichtigsten Eckdaten zur Liebe bei Luhmann zusammenfasst. Ich bin positiv überrascht von diesem Büchlein. :)
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24 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Liebesluhmann 16. April 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Mein erster Eindruck bei einem Vortrag im Wiener Rathaus von Niklas Luhmann war unverständlich, nichts wie weg". Nach Jahren erkannte ich, wie notwendig es ist, wenn man als systemischer Therapeut mit Menschen arbeitet, nicht alles sofort verstehen zu wollen.
Bei meiner wissenschaftlichen Tätigkeit begann Luhmann für mich ein Partner zu werden, wenn es darum gehen sollte >trocken zu denken<.
Im September 2008 erscheint eine Fibel über die abendländische Superemotion die Liebe.
Die Texte stammen aus den 60er Jahren und stellen einen erstaunlichen Beweis dafür dar, dass Luhmann stets versuchte von gesellschaftlichen Strömungen unbeeinflusst zu bleiben, genau genommen, sein eigenes Sprachgebäude zu entwickeln. Das ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, dass man durchaus heute noch profitieren kann Luhmann aus den 60er Jahren zu lesen, wenngleich beim Lesen eher bestätigende Kommunikation und nicht Innovation entsteht.

Luhmann verknüpft Liebe mit Macht, Geld und Kunst. Er thematisiert körperliche Berührung, die die Möglichkeit eröffnet Sprache zu unterlaufen und landet in der passionierten Liebesformel, einem Zustand passiven Liebesleids.
Stellt nicht die romantische passione" aus dem Mittelalter, bei uns Liebeshungrigen nach wie vor das emotionale Modell dar?

Eine weitere Form der Liebe ist mit dem Fühlen des Fühlens angebrochen: Man kann jetzt Liebe schon lieben, ohne einen Partner zu haben (..). Mit diesem Satz erkennt man die Stärke von Luhmann, nämlich Begriffe zu drehen, ihnen Flügel wachsen zu lassen und somit in Bewegung zu bringen. Setzt >Liebe auf dem ersten Blick< voraus, daß man schon vor dem ersten Blick verliebt war?

Nach diesem soziologischen Kopfkino traut er sich in die psychologische Ecke und formuliert Projektion als ein Gefühl bei dem der fremde Geliebte durch eigenes Erleben und eigene Bedürfnisse definiert wird. Eine Einstellung - so die Diagnose von Luhmann - die Lernunfähigkeit verspricht und am realen Erleben des anderen vorbeizieht.

Das Übungsziel von Luhmann ist von der Passion zur etablierten Liebe zu finden. Diese setzt ein hochentwickeltes psychisches Leistungsvermögen, eine differenzierte soziale Sensibilität und ein entsprechend komplexes personales System der Erlebnisverarbeitung voraus.

Für alle, die Liebe nicht länger als naturgegeben ansehen wollen und eine soziologische Erweiterung suchen ist dieser Liebesluhmann ein lohnender Vogel.
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