Dieses Buch begruendete in den sechziger Jahren den Ruhm des Kameruner Autors. Francis Bebey, der 2001 im Alter von 72 Jahren gestorben ist, war Schriftsteller und Liedermacher, ein Multitalent, der das Genre "Weltmusik" entscheidend mitgeschaffen und -gepraegt hat. "Der Sohn der Agatha Moudio" lautet (in Uebersetzung) der Originaltitel dieses Buches. Agatha ist eine stolze, unabhaengige und auch etwas leichtsinnige junge Frau, die gegen viele Widerstaende und auch mit ein bisschen Zauberei (Regenmachen im richtigen Augenblick) das Herz eines jungen Fischers gewinnt. Sie bekommt ihn schliesslich auch zum Mann, obwohl der auf Druck der Familie erst eine andere, "Brave" heiraten muss... Eine polygame Ehe also. Das Kind, das Agatha zur Welt bringt, hat nicht einmal die "Lokalfarbe", und das gibt Anlass zu dem Lied "Agatha du luegst" - aber danach muessen wir in der CD-Sektion suchen. Jedenfalls endet das Lied genau wie der Roman mit der Erkenntnis: Ein Kind ist ein Kind, egal, ob schwarz, weiss, gelb, gruen, ... Als Leser werden wir ganz selbstverstaendlich in den Kontext des afrikanischen Dorfes hineingezogen. Und wir spueren hinter allen kulturellen Unterschieden das universal Menschliche. Bebey hatte gerade in Deutschland eine grosse Fangemeinde. Dieses zugleich einfach und vielschichtig angelegte Buch gilt unter Kennern afrikanischer Literatur als Klassiker mit internationalem Niveau, ein Stueck Weltliteratur. Es ist ein Buch, das Bruecken schlaegt. Eine Neuauflage der deutschen Uebersetzung ist zu wuenschen.