- Gebundene Ausgabe
- Verlag: Volk und Welt (1999)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3353011560
- ISBN-13: 978-3353011565
- Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14,2 x 3 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 514.529 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
Produktinformation
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Und so, wie er von einem Tagungsort zum andern jettet, so rasant wechselt Zizek auch zwischen den unterschiedlichen philosophischen und psychoanalytischen -- von Kant, Hegel, Marx, Adorno und (besonders gerne) Lacan erbauten -- Theoriegebäuden hin und her. Mit Vergnügen zieht er in den Auditorien die Leinwand hoch, um jene Bilder der Popkultur (vornehmlich solche des Genre-Kinos) zur Anschauung zu bringen, an denen sich seine zeit-, kultur- und medienkritischen Diagnosen und Analysen bewähren müssen. In allen Denkgebäuden aber, die Zizek kurz besucht, stößt er auf jene Figur, die als die Lieblingsgestalt postmoderner Spekulation gelten muss: Der Andere.
Unser Verhältnis zum Anderen, zum Fremden, folgert Zizek in Liebe Deinen Nächsten frei nach Lacan, ist durch die "jouissance" bestimmt, den Genuss und den Nutzen, den der andere uns gewährt oder den wir durch ihn gewinnen können. Hier nun zeigt sich, dass dieses Verhältnis innerhalb der Postmoderne ein radikal Neues geworden ist. Anstelle des modernen Neurotikers tritt jetzt der postmoderne Perverse auf, in dessen Ablehnung des Anderen als des Nächsten, sich keine "Wiederkehr des Verdrängten" zeigt, sondern eben "das verborgene Antlitz der Toleranz selbst".
Die Herleitung und beispielhafte Darstellung seiner These funktioniert mal besser, mal schlechter, doch stets macht es Vergnügen zu beobachten, wie Zizek den letzten Dingen unserer aktuellen Gegenwart auf den Grund zu gehen versucht -- ist Gott womöglich das ultimative Tamagotchi, Viagra ein Agent der Kastration und der Cyberspace per se der Raum des Perversen? --Brigitte Werneburg
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