Nach den für mich sehenswerten Buck-Filmen "Wir können auch anders" und mit Abstrichen auch "Männerpension" sowie meiner grundlegenden Sympathie für die Arbeit von Moritz Bleibtreu und Heike Makatsch war ich diesem Film gegenüber vorab durchaus positiv eingestellt. Umso größer dann die Enttäuschung, als in diesem Streifen diverse alte Fehler deutscher "Komödien" aus den 80er Jahren wiederholt werden: Da werden gute Schauspieler geholt (nicht nur Bleibtreu und Makatsch, auch und gerade Lea Mornar ist in ihrer Präsenz sehenswert) und in enge konzeptuale Korsetts gepresst, die jede Spielfreude im Keim ersticken.
Daraus entsteht dann leider ein solcher Film, dessen gute Darsteller (für die der zweite Stern ist) verschwendet sind und der durch bloßen gewalttätigen Aktionismus versucht, Komik zu ersetzen. Da wird eine bewusstlose Heilsarmeeschwester von einem Obdachlosen vergewaltigt und küsst ihn später dafür, einige Obdachlose zerstören ein Lokal, in einem anderen Lokal prügeln sich zwei Obdachlose um die besseren Plätze zum Verkauf der Heilsarmee-Zeitung usw.
Fazit: Der Film besteht nur aus einer Aneinanderreihung von weitgehend witzfreien Oberflächlichkeiten, die versuchen, sich gesellschaftskritisch oder gar rebellisch zu geben. Wer "Liebe deine Nächste" nicht gesehen hat, hat aus meiner Sicht auch nichts verpasst. Wäre er nicht von einem populären deutschen Regisseur gedreht worden, würde sich kaum jemand dafür interessieren.