Dieser zuerst 2002, also nach der Fertigstellung des letzten Bandes der Serie um Kommissar van Veeteren in Schweden veröffentlichte Kurzkrimi bietet höchsten Lesegenuß. Auch dieses Buch spielt wieder in der Phantasiestadt, die wir aus den Veeteren-Bänden kennen, die Szenekneipe Vlissingen taucht auf, und auch andere Ort und Namen kennt der Nesser-Leser aus früheren Büchern.
Agnes und Henny haben sich schon in ihrer Schulzeit kennen gelernt, dann, nach dem Abitur, haben sich ihre Wege getrennt. In kurzen Rückblicken, die Agnes formuliert, wird die gemeinsame Geschichte deutlich. Denn sie hat sehr direkt zu tun mit den Briefen, die sich die beiden seit kurzem schreiben, und die im Wechsel dokumentiert sind. Henny nimmt nach langen Jahren wieder Kontakt auf zu Agnes, und nach dem dritten Brief rückt sie endlich mit ihrem eigentlichen Anliegen heraus. Ihr Mann David hat seit Jahren eine Geliebte, und Henny ist nicht länger bereit, dies hinzunehmen. Sie fragt Agnes ganz unverblümt, ob sie als ihre alte Freundin bereit wäre, David umzubringen, gegen eine angemessene Entlohnung selbstverständlich.
Da Agnes sich nach dem Tod ihres Mannes in finanziellen Schwierigkeiten befindet und unbedingt ihr Haus halten möchte, geht sie auf den Vorschlag ein. In wechselnden Briefen planen sie die Tat minutiös. Der Briefwechsel wird immer wieder unterbrochen von Reflexionen von Agnes über die Gegenwart und die Vergangenheit, und der Leser wartet mit steigender Spannung, dass da noch etwas kommt.
Und ich kann es Ihnen versprechen: es kommt noch etwas sehr Überraschendes.
Ein Kurzkrimi, den man leicht in einem Zug liest, und den ich wie auch alle anderen Bücher von Hakan Nesser nur empfehlen kann.