Berlin, 13. August 1964, 23 Uhr 17. Neununddreißig Männer, Frauen und Kinder halten den Atem an. In den nächsten Minuten muss es sich entscheiden: Führt der Tunnel in die Freiheit oder wird er zur Todesfalle? Im Augenblick tiefster Verzweiflung erscheint Bruno Knolle, ein Mann mit dunkler Vergangenheit. Er, der die Rettung bringt, indem er die Flucht doch noch möglich macht, ist zugleich der einzige, der unter Zwang handelt. Bruno Knolle hat einen Auftrag, vor dem ihm graut. Aber wenn er mit Erfolg ausführt, was man ihm befohlen hat, soll sich der Traum seines Lebens erfüllen. Hineingestoßen in die infernalische Maschinerie der Geheimdienste von Ost und West, versucht der kleine Mann – ein waschechter Berliner mit Schnauze und Herz – seinen großen Traum Wirklichkeit werden zu lassen, ohne neue Schuld auf sich zu laden. Doch es gelingt ihm nicht. Sein Weg ist vorgezeichnet. Nur ein Tröstliches bleibt: Das Lächeln eines Kindes.
Dieser große Roman von Johannes Mario Simmel ist mehr als die erregend abenteuerliche Geschichte Bruno Knolles, mehr als ein buntes Panorama Berlins im Jahre 1964, diesseits und jenseits der Mauer, mehr als die Geschichte der Tunnelbauer und Tunnelfinanciers, der Geheimagenten und Kriminalisten, der reichen Leute und armen Teufel, der schweren Jungs und leichten Mädchen. Das vielschichtige, heitere und traurige Geschehen verdichtet Simmel zu einer leidenschaftlichen Anklage gegen jene Großen unserer Zeit, die sich für ihre riesigen Pläne der Kleinen bedienen und sie schuldig werden lassen, gegen jene Mächtigen, die um der Macht willen Menschen und Menschlichkeit vernichten…