Eigentlich hatte ich eine ganz andere Erkenntnis beim Lesen dieses Buches erwartet. Ich wollte wissen, wie denn genau der "Lichtnahrungs-Praktizierende" spirituell über sich hinauswächst , dass er sich gänzlich von kosmischer Energie ernährt. Das wird dann in Form eines Selbsterfahrungsberichts versucht. Schön ist, dass es hier jemand wagt, sozusagen ungeschminkt auch seinen "Schatten" zu begegnen. Dieser Prozess wurde sehr schön und nachvollziehbar dargestellt.
An der Stelle des Buches, an der der Autor beginnt, Säfte zu trinken (also am 7.Tag des Prozesses) musste ich mich dann fragen, ob ich denn die Einzige bin, die sich darüber Gedanken macht, was das mit der Aufnahme kosmischer Energien zu tun hat? Der Autor trinkt also Saft, was ja nichts anderes ist als gepresstes Obst oder Gemüse (aus der Flasche), und freut sich dann darüber, dass er nun nicht mehr auf Nahrung angewiesen sei! Ich empfinde das als "Augenwischerei". Man könnte es auch "Selbstbetrug" nennen. Für mich ist es klar, dass jeder, der sich von Saft ernährt, definitiv nicht alleine von kosmischer Energie ernährt. Ausserdem ist für mich auch klar, dass wir uns gleichzeitig alle (auch) von kosmischer Energie ernähren, ob nun bewusst oder unbewusst.
Ich möchte erwähnen, dass ich davon überzeugt bin, dass es Menschen gibt, die sich allein von kosmischer Energie ernähren. Wenn man dann deren Lebensgeschichte verfolgt, fällt auf, dass sie oft von geistigen Helfern dort hingeführt wurden, ohne dass sie sich vorher darüber Gedanken gemacht hätten. Es fällt auch auf, dass es meist Menschen sind, die SEHR spirituell sind und sehr viel Zeit mit sich alleine verbringen. Ich vermute, dass, wenn man sich aufrichtig allein von kosmischer Energie ernähren möchte, es einer weit gereiften, stark ausgeübter Spiritualität bedarf, die über das Maß dessen, was der Autor in seinem Buch praktiziert, hinausgeht.
Bei der Diskussion um Lichtnahrung darf man schließlich nicht vergessen, dass es nicht nur darum geht, innere Glaubenssätze zu überwinden. Inzwischen verspüren unglaublich viele Menschen eine starke Sehnsucht nach "Allverbundenheit" -also gelebte Spiritualität-. In dieser Allverbundenheit erahnen wir das tiefe Vertrauen, die Liebe, den Frieden, der von diesem ursprünglichen Verbundenheitsgefühl ausgeht. Ich meine, dass es letztlich das ist, wonach die Menschen im Lichtnahrungsprozess suchen. Und ich meine, dass es nicht nötig ist, um dieses Gefühl erfahren zu können, sich an den Rand des Nierenversagens zu bringen. Diese Allverbundenheit lässt sich auch ohne Selbstkasteiung erfühlen. Wenn man möchte...
Wenn man mit wachem Focus das Buch liest, kann man also etwas für sich in Erfahrung bringen. Das Selber-Denken sollte man an keinem Buchdeckel abgeben!