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Lichtjahre
 
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Lichtjahre [Broschiert]

James Salter , Beatrice Howeg
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 392 Seiten
  • Verlag: Bt Bloomsbury Taschenbuch Verlag; Auflage: 1., Aufl. (6. Februar 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3833303514
  • ISBN-13: 978-3833303517
  • Originaltitel: Light Years
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 11,8 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 166.563 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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James Salter
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Amerikanische Toskana-Therapie

James Salters Roman «Lichtjahre»

Der Feind in uns allen ist die Zeit: Mit dieser Erkenntnis entlässt uns Tennessee Williams aus seiner verzweifelten Ostersonntags-Phantasie «Sweet Bird of Youth». Nedra jedoch – auch wenn sie in einem Alter steht, da man den «Süssen Vogel Jugend» allmählich verabschiedet – fürchtet sich nicht. «Ihre Träume hängen noch an ihr, schmücken sie; sie ist selbstsicher, ruhig, man denkt bei ihr an vergessene Heilige.» Das grazile Geschöpf entstammt «Light Years», dem vierten Roman des amerikanischen Ästhetizisten James Salter. Nicht immer sind es unbeschwerte, lichte Jahre, die der Autor in seinem nun auf deutsch erschienenen Band nachzeichnet, stets indes leichte und flüchtige: Zeit, die langsam, aber trefflich fein die Menschen und ihr Leben mahlt; Zeit, die fremde Welten durchmisst wie die «Lichtjahre», die der Berlin-Verlag als Titel wählte.

Als Salters elegische Prosa über die unsterbliche Schlüsselfigur aller Schrift, die Zeit, entsteht, haben deren Spuren und Verwerfungen den Schriftsteller lange schon gezeichnet: Der 1925 als Kind jüdischer Eltern geborene James Horowitz hat den Drill in West Point durchgestanden, Kampfflugzeuge im Koreakrieg geflogen, einen Filmpreis in Cannes ergattert – und geschrieben. In seinen ersten beiden Büchern schildert der gerade aus dem Dienst geschiedene Major halsbrecherische Höhen in engen Cockpits. Erst mit «A Sport and a Pastime» (1967) findet er seine Tonlage und den literarischen Erfolg, der sich 1988 in der Verleihung des PEN/Faulkner Award für «Dusk: And other Stories» konkretisierte.

In «A Sport» verrät sich der unerbittliche Lauf der Zeit in einer Liebesgeschichte, in den «kleinen Epiphanien» eines Burgunder Städtchens, etwa im abendlichen Geklapper der Löffel in einer Mädchenschule. «Lichtjahre» (1975) wiederum birgt ihn im Porträt einer bourgeoisen Bohème, die ihre Löffel kultiviert in den Edelschenken New Yorks und in stilvollen Anwesen auf dem Lande klirren lässt – und dabei die Leser verstimmt: Nedra mit ihrem kleinen Slip und ihren grossen Selbstfindungsgesten, Nedras Mann Viri mit seinen massgeschneiderten Hemden und seinen masslosen Sehnsüchten, die Freunde, die das scheinbar perfekte Paar mit den zwei prächtigen Töchtern beneiden. In diesen Kreisen sprechen Künstler, Architekten und ihre vorzeigbaren Frauen zu guter Musik vom richtigen Wein, vom richtigen Leben.

«Es gibt kein vollkommenes Leben. Es gibt nur Fragmente. Wir kommen auf die Welt, um alles durch unsere Hände rinnen zu sehen. Und doch, dieses Rinnen, diese Flut von Begegnungen, Kämpfen, Träumen . . .» Viris frühe Einsicht offenbart die Poetologie seines Erfinders. In seinen impressionistischen Fragmenten verfolgt der Autor eben dieses Rinnen, diese Flut, während er die Entwicklung seiner Musterfamilie von 1958 bis 1977 skizziert: Man geht fremd, um sich selbst treu zu bleiben. Das Flüggewerden der Kinder, der Verlust von Eltern und Freunden werfen ewige Fragen auf, die sich Nedra, nach zwei zufriedenen Jahrzehnten inoffiziell offener Ehe, mit der Bitte um Scheidung beantwortet. Viri ist fassungslos. Derweil Nedra auf der Suche nach Erfüllung typisch weibliche Stationen abhakt – von Yogastunden über Schauspielunterricht bis zur Blumensteckerei –, flieht er in eine zweite Hochzeit im fernen und fremdartigen Europa. Gereift, reicht seine Exfrau endlich dem unentrinnbaren Schnitter die Hand.

Von Anfang an wähnt man sich in den späten Siebzigern: Alles eine überdimensionierte Toskana-Therapie à l'américaine. Dass dabei in Grossaufnahme Kindergesichter aufleuchten, gehört zu den gelegentlichen kitschgesättigten Grauslichkeiten dieses Romans: «Plötzlich versteht er, was es heisst, ein Kind zu lieben. Es überwältigt ihn wie die Zeile in einem Lied.»

Wirklich überwältigend hingegen strahlen die «Lichtjahre» zuweilen in ihren poetischen Vignetten, in ihren nahezu pointillistischen Landschaftsbildern. Der Leser badet in lichtdurchfluteten, verzauberten Sommern, er wandert durch glasklare Winter, träumt sich – wenn auch hart am Rand romantischer Postkartensujets – durch die Jahreszeiten. Die «Lichtjahre» blitzen leitmotivisch auf, verschlingen sich in den fünf Kapiteln zu dezenten Zyklen mit raffinierten Tempora- und Perspektivwechseln – zu Zeit-Ringen eines alten Baumes, der unglücklicherweise schiefe Figuren und flaue Geschichten treibt (das lebensgebundene «Burning the Days», die 1997 veröffentlichten Erinnerungen des 73jährigen Romanciers, entgehen dieser Gefahr eher). Die bisweilen allzu deutlich am Original klebende Übersetzung von «Lichtjahre» («das ist ihr einer Ehrgeiz») erlaubt es James Salters kunstreicher Sprache obendrein nicht überall, das ihr eigene volle Bouquet zu entfalten. Dennoch flirrt zwischen biederer Esoterik und ebensolcher Erotik eine lesenswerte ästhetische Abrechnung mit dem Feind in uns allen.

Alexandra M. Kedveš -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Nedra und Viri führen zusammen mit ihren Kindern ein privilegiertes und gesellschaftlich erfülltes Leben in einem schönen alten Haus in der Nähe von New York. Freunde und Verwandte beneiden sie ihrer materiellen Unabhängigkeit, ihrer künstlerischen Begabungen und vor allem ihrer intakten Ehe wegen. Doch der äußere Schein trügt. Das Paar lebt in einer Beziehung, die nicht mehr als harmonisch bezeichnet werden kann. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
James Salter Lichtjahre Verlag: rororo Seiten: 382
ISBN: 3833303514

Eine stillere, ruhigere, melancholischere Liebesgeschichte habe ich lange nicht gelesen!
Ein Ehepaar, glücklich, zufrieden ,materiell abgesichert, lebt mit zwei Töchtern in einem alten Haus , behaglich und geruhsam bei New York.
Es gibt Freunde, man trifft sich ,-- alles in allem sieht das Leben glücklich und zufrieden aus. Sie sind alle so ca. Mitte dreißig.
Doch die Schilderung steuert auf einen Herbst des Lebens zu. Schon früh deutet sich diese Entwicklung an.
Viri und Nedra, die Hauptakteure, leben sich ganz unauffällig und unspektakulär auseinander. Sie beginnt eine Affäre,-- aber das ist gar nicht ausschlaggebend. Sie scheint mit dem Gleichmaß ihres Lebens nicht mehr klarzukommen und sucht einen neuen , anderen Weg für ihr Leben.
Fast kann man ihre Träume nach Veränderung nicht verstehen, so harmonisch verläuft das Leben für sie und ihre Familie .Die Eltern, Viri und Nedra, lieben ihre beiden Töchter sehr. Dennoch ,-- eines Tages ist es klar: sie wird ihren Mann verlassen.!

Eine schönere, gleichmütigere und zuteifst an das menschliche Glück und Unglück rührende Geschiche hat selten ein Autor so feinfühlig zu Papier gerbacht
Denn eines ist klar: es geht um Vergänglichkeit von Liebe ,Lust und Leidenschaft, ja, um die Vergänglichkeit von Glück, Dauerhaftigkeit von Beziehungen und im letzten Ende um den Tod.
Ein schönes, ruhiges und sehr empfehlenswertes Buch!
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eine Beziehung scheitert 2. August 2001
Von A. Rank
Format:Taschenbuch
"Lichtjahre" von James Salter hat mir insgesamt nicht so gut gefallen. Es beschreibt die Beziehung zwischen Viri und Nedra, ihr Leben, ihr Zusammensein mit ihren Kindern, ihren Freunden, ihre Trennung, ihren Tod. Gut fand ich die Erzählweise Salters, das oftmalige Verweilen bei Gesprächen und Momenten, dann aber wieder das Überspringen mehrerer Jahre, um darzustellen, wie einzelne Tage oft herausragend sein können im Dahinfließen der gemeinsam verbrachten Jahre. Das Buch passt auch zur momentanen Hitze, das oftmals träge Dahinleben, Dahinreden, Dahinessen, das im Buch stattfindet, ist irgendie vorstellbar, Realität. Aber mehr ist es eigentlich auch nicht und streckenweise ist es damit auch zu lang. Personen, die man gern zu haben beginnt, kommen einfach nicht mehr vor (so ist es sicher auch in Nedras und Viris Leben) und die starke Betonung des Ästhetischen ist gewöhnungsbedürftig. Manchmal liest sich das Buch wie eine Beschreibung aus Country Life oder einer anderen nobleren Wohnzeitschrift - schöne Menschen, die in einer schönen Umgebung ein vermeintlich schönes Leben führen. Klar ist das beabsichtigt, aber Viris und Nedras Trennung erscheint mir dann dennoch nicht als Katastrophe, auch wenn das Idyll damit zu Ende geht, sondern als notwendige und auch nicht tragische Konsequenz. Immerhin hatten sie Jahrzehnte in ihrer Landhausküche, haben ihre Kinder großgezogen, ihre Partys gefeiert. Auch wenn vieles davon Täuschung war, so halte ich doch die Beziehung Viris und Nedras nicht für die schlechteste. Salter schreibt metaphernreich und ausdrucksstark, anfangs liest sich das sehr interessant, später wird es dann Gewohnheit und irgendwann zu viel, so wie guter Rotwein zum Frühstück, Mittag, Abend getrunken auch etwas zu viel des Guten ist. Und manche Bilder, manche Dialoge gelingen nicht. Ein Buch, bei dem ich dann doch froh war, als es zu Ende war, was mir nicht oft passiert.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Was mich an dem Roman hauptsächlich stört, ist die Tatsache, daß alles, was die Hauptpersonen umgibt, so schrecklich ästhetisch ist.
Sie sind schön, sie haben schöne Kinder und sie geben schöne Dinner in einem schönen Haus.
Auf die Dauer ist es kaum zu ertragen, auch wenn James Salter uns wenigstens ab und zu den Gefallen tut, eine der Nebenfiguren zusammenschlagen zu lassen oder einer anderen eine mysteriöse Krankheit anhängt.
Trotzdem ist es anstrengend, immer wieder erfahren zu müsser, daß Nedra gerade Pantoffeln mit kleinen Sonnen bestickt oder ähnliche hausfrauliche Superqualitäten zur Schau stellt, während sie mit Viri existenzielle Probleme diskutiert.
Abgesehen davon ist dies ein stilistisch sehr gelungener Versuch über die Leere des Daseins und die Illusion des perfekten Glücks.
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