Eine Sammlung von lose miteinander verknüpften Geschichten, die nach Hitlers Machtergreifung spielen.
Das Buch erschien schon 1940 in New York und London, und 2005 erst in Deutschland in einer Rückübersetzung aus dem Englischen.
Wenn man diese Geschichten so liest, dann fragt man sich, in welcher Angststarre oder geistigen Umnachtung sich die Deutschen eigentlich befunden haben müssen, daß sie gegen dieses Regime nicht vorgegangen sind.
Erika Mann beschreibt hier nicht die Grausamkeiten, die in den Konzentrationslagern und an anderen Völkern begangen wurden, sie schreibt über den alltäglichen Wahnsinn.
Sie schreibt über die Reglementierungen, mit denen die Nazis noch in die kleinsten Bereiche privaten Lebens eingriffen, und die Idiotie, die sie dabei an den Tag legten.
Die Antwort auf die Frage ' warum haben die Deutschen sich von Irren regieren lassen, in deren Köpfen sämtliche Lichter ausgegangen waren ' gibt Erika Mann in Kapitel 9 (Auf ärztliche Anweisung) übrigens indirekt selbst.
Der Einzelne hat sich so lange nicht für die Machenschaften der Politik interessiert, wie er nicht persönlich behelligt wurde. Wurde er dann aber behelligt, und das passierte früher oder später jedem, auch und besonders in seinen privaten Belangen, war der Zeitpunkt verpaßt, noch etwas dagegen ausrichten zu können.
Wehret den Anfängen, hätte hier allen weitergeholfen.
Erika Mann läßt nicht aus, daß es durchaus einzelne Wehrige gab.
Trotz des poetischen Titels ist das Buch nicht unbedingt literarisch zu nennen. Es kommt in großen Teilen journalistisch daher. Manchmal mutet die Sprache, auch für 1940, etwas altertümlich, oder zumindest altmodisch und betulich an, insbesondere in den ersten Geschichten. Diese Betulichkeit ist nicht nur dem Schauplatz der kleinen Stadt geschuldet.