Der Abschluss von Kaurismäkis Verlierer-Trilogie ('Wolken ziehen vorüber' und 'Der Mann ohne Vergangenheit') ist im Oeuvre des Regisseurs eine markanter Punkt: selten war ein Kaurismäki so finster und pessimistisch, wohl herrscht hier noch immer der großartige, lakonische Kaurismäki-Humor, doch selten war so wenig Hoffnung in einem seiner Filme zu spüren.
Der Film ist eine Meditation über die Einsamkeit und es bleibt nicht restlos geklärt ob die Einsamkeit der Hauptfigur Koistinen eine von außen kommende oder eine gewollte ist, generell bleibt Koistinen ein Rätsel, der einerseits als herzensgute, integre Person erscheint, aber andererseits abweisend, sich isolierend, fast menschenscheu ist. Einer, an dem die Menschen vorüberziehen, aber der auch gar nicht mitgenommen werdeb will, ihm gehören(als Nachtwächter) die leeren Gänge von Kaufhäusern, wo sich sonst die Menschen tummeln, vielleicht ist er der Gesellschaft überdrüssig, müde.
Der Film scheint ein stetiges Bergab zu sein, ein Hinunter, wo nicht einmal die wenigen Mitmenschen, die sich um einen kümmern, einem helfen können (wie etwa in 'Wolken ziehen vorüber' oder 'I hired a contract killer'), dieses fortschreitende Abwärts wird durch den Schluss nur ein wenig abgefedert, man muss es selbst sehen.
Die Bilder Kaurismäkis sind nach wie vor großartig, man hat den Eindruck, dass er immer besser wird. Niemand lässt die modernen Zentren Helsinkis so herzlos erscheinen und kann gleichzeitig ein voranschreitendes Jahr im Gefängnis in poetischen, zarten Bildern zeigen ohne auch nur ein bisschen pathetisch zu sein. Der Kaurismäki-Sound in den Dialogen ist noch immer vorhanden, die Kraft der Reduktion, die er von seinem Vorbild Bresson hat, beherrscht auch er meisterhaft und deswegen halte ich 'Lichter der Vorstadt' für einen der besten Kaurismäkis und generell für einen der schönsten und gleichzeitig bedrückendsten Filme der letzten Jahre.