Kurzbeschreibung
Im März 1519 versammelt sich in Ulm eine Renaissanceversion der Anti-Terror-Koalition; erklärter Gegner ist Ulrich von Württemberg, eine schillernde, äußerst zwiespältige Persönlichkeit. Seine zahlreichen Feinde wollen sich das Machtvakuum nach dem Tod von Kaiser Maximilian zunutze machen, zumal ein objektiver Kriegsgrund besteht. Als sein Waldvogt auf Reutlinger Territorium ermordet wird, greift der Herzog zu allzu scharfen Sanktionen: die zum Schwäbischen Bund gehörende Freie Reichsstadt wird erobert und seinem Herzogtum einverleibt. Schon vorher hat Herzog Ulrich aus Eifersucht seinen Freund Hans von Hutten umgebracht. Herzogin Sabina verließ daraufhin ihren mörderischen Mann, schwor Rache und kehrte an den bayerischen Hof zurück. Jetzt unterstützen auch die Bayern die mächtige, an Kanonen und Spezialisten starke Streitmacht des Schwäbischen Bundes. Ein Götz von Berlichingen schreibt zwar Geschichte auf Seiten des Herzogs von Württemberg, aber auch er muß letztlich vor der Übermacht kapitulieren. Ein wahrer Ritter ist der junge, verarmte Georg von Sturmfeder. Ihn hat Hauff in keiner Chronik gefunden; er ist ein Held nach seinem Herzen, einer, der nichts hat als sein Schwert und seinen Idealismus, ein Kämpfer, aber für wen? Für den Herzog oder für den Schwäbischen Bund? Beim Schwäbischen Bund bemerkt er schnell, daß es seinen prominenten Mitstreitern und deren Auftraggebern nicht in erster Linie um die Wiederherstellung von Recht und Gerechtigkeit geht. Sobald er erkennt, daß er sich an einem schmutzigen Stellvertreterkrieg beteiligt, dessen Ziel die Aufteilung des Landes und die Vernichtung des Herzogs ist, wechselt er die Seiten. Zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, die Landeshauptstadt Stuttgart hat der Schwäbische Bund längst erobert und der Herzog ist untergetaucht. Über all den Haupt- und Staatsaktionen kommt auch die Liebe nicht zu kurz. Denn, soviel sei vorweg verraten, einen nicht unbeträchtlichen Anteil an den Entschlüssen des Ritters von Sturmfeder hat das Fräulein von Lichtenstein. AUTOR: Wilhelm Hauff (29.11.1802-18.11.1827) Der Name Wilhelm Hauff ist in erster Linie mit Märchen wie dem kleinen Muck, Kalif Storch, Das kalte Herz oder dem Wirtshaus im Spessart verknüpft. Mit Lichtenstein begründete er die Gattung des historischen Romans in Deutschland. Lichtenstein ist ein klassischer historischer Roman nach dem Vorbild Walter Scotts (Ivanhoe). Wie Scott will Hauff "auf historischem Grund und Boden" gehen. Aus Geschichtsbüchern und alten Chroniken, die er eifrig studiert und benutzt hat, stammen seine Akteure - der Herzog Ulrich wie sein Gegner, der Landsknechtführer und Feldherr Georg von Frundsberg. Beide sind harte Kämpfer und dabei Männer von ritterlichem Geist. In Hauffs Welt gibt es Leidenschaft und Kühnheit, aber auch Edelmut und Treue. Freilich gibt es auch Krämer und Federfuchser, die ein echter Mann verachtet.
Über den Autor
Wilhelm Hauff wurde am 29. November 1802 in Stuttgart geboren. Er studierte Theologie und Philosophie in Tübingen und arbeitete später als Hauslehrer. Nach Reisen durch Frankreich, die Niederlande und Norddeutschland wurde Hauff Redakteur des "Cottaschen Morgenblattes". Er veröffentlichte Romane und Novellen, bis heute bekannt ist er jedoch durch seine Märchen. Sie erschienen 1826 - 1828 in drei Märchenalmanachen, in denen der Autor die einzelnen Märchen durch eine Rahmengeschichte verbunden hat. Wilhelm Hauff starb 1827 im Alter von 25 Jahren an einem Nervenfieber.Michael Degen, geboren am 31.1.1932 in Chemnitz, überlebte die Nazizeit versteckt mit seiner Mutter im Berliner Untergrund. Sein Vater war an den Folgen schwerer Misshandlungen im Konzentrationslager Sachsenhausen gestorben, sein zehn Jahre älterer Bruder außer Landes. 1949 absolvierte er die Schauspielschule des Deutschen Theaters Berlin, spielte seitdem an allen großen Theatern und wurde einem breiten Publikum durch Fernsehrollen bekannt. Fürs Kino arbeitete er u.a. mit Claude Chabrol, Liliana Cavani oder Romuald Karmakar zusammen.