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Lichte Stoffe
 
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Lichte Stoffe [Gebundene Ausgabe]

Larissa Boehning
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 324 Seiten
  • Verlag: Eichborn; Auflage: 1., Aufl. (Juli 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821807377
  • ISBN-13: 978-3821807379
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,6 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 323.155 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Larissa Boehning
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Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Lichte Stoffe hat einen miesen Klappentext. Liest man die vier Sätze auf der Rückseite des Romans, erwartet man ein Buch über eine junge Frau, die ein düsteres Familiengeheimnis aufklärt. Das ist nicht komplett falsch - in "Lichte Stoffe" geht es auch darum, dass die Protagonistin Nele Niebuhr in Amerika nach dem Mann sucht, der in Berlin 1946 ihre Großmutter schwängerte und dann für immer verschwand. Die Geschichte ist jedoch nur eine von vielen, zwischen denen Larissa Boehning in ihrem Romandebüt springt - sie schildert auch die Selbstzweifel von Neles arbeitslosem Vater, die Ausbruchversuche ihrer Mutter, Neles eigene Flucht aus einer in geschäftiger Routine erstarrten Beziehung. Boehnings großes Thema ist die verzweifelte Suche nach einer Heimat, die nicht an einen Ort gebunden ist; eine Suche, die ihre Figuren dazu treibt, aus dem Gewohnten auszubrechen und die sie zwingt, ihre Sprachlosigkeit zu überwinden. Das literarische Mittel der 36-jährigen Autorin ist die detaillierte Momentaufnahme, die mit wenigen Sätzen in eine Gesamtbiografie eingeordnet wird. So kommt man den Figuren des grandiosen Romans extrem nah, ohne viel über sie zu erfahren. Am Ende beschreibt Boehning, worauf Heimat womöglich basieren kann: auf einem zarten Gefühl von Zusammengehörigkeit, verursacht durch eine gigantische Lüge. (jul)

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. Oktober 2007

Jede Formulierung sitzt, die Sprache lebt von zahlreichen Metaphern und wurde ganz offensichtlich immer wieder genauestens überarbeitet. Das Ergebnis wirkt nie artifiziell, sondern elegant und leichthändig [...] Die Autorin zeichnet eine Skizze der deutsch-amerikanischen Beziehungen seit dem Krieg und umschifft dabei die Klischees auf der Gegenwartsebene weiträumig. [...] Das Straucheln der Hauptfiguren bei der Suche nach dem richtigen Weg begleitet Boehning mit einem sicheren Gespür für die Situationen, die den Menschen gewissermaßen bis auf den Wesenskern aufbrechen. [...] Das Ergebnis ist ein bezaubernder Roman voller Menschlichkeit.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Viel Lärm um weniges 15. August 2008
Format:Gebundene Ausgabe
"Lichte Stoffe" wird hier und in der Presse abgefeiert, in den Himmel gelobt und mit Preisen behängt. Ich will mich dem nicht anschließen. Selbstverständlich, das Buch packt den Leser und zerrt ihn zu seinem Ende und das ist einiges, aber macht es schon einen guten Roman?
Ich fand den Text blendend. Blendend im eigentlichen Sinne des Wortes. Er blendet, macht etwas vor, das er nicht ist, von der ersten bis zur letzten Zeile. Schon der Anfang wirkt, als hätte die Autorin versucht, ihrem Studium der Kunstgeschichte doch noch etwas Positives abzugewinnen und ein Referat über die Verwendung des Lichts bei Turner einem Pappgesellen in grauem Tweed in den Mund geschoben, der den Leser mit kunsthistorischen Eckdaten versorgt. Das hätte es bestimmt elegantere Möglichkeiten gegeben, aber ich wäre stillschweigend darüber hinweg gegangen, hätte daran nicht diese unterirdische Arbeitslosenschmonzette angeschlossen: Der brave deutsche Angestellte, den keiner mehr braucht und den die Brust schmerzt, "wie sie es bei einem Abschied tut, den man mit aller Kraft hatte verhindern wollen". "Ach so!", denke ich, "so also schmerzt ihn die Brust, wie sie es bei einem Abschied tut, den man mit aller Kraft hat verhindern wollen. Ich lese schnell weiter. Wird aber kaum besser. Sätze, die zunächst gut aussehen, einen poetischen Eindruck erwecken, wenn man aber dagegen klopft, lange hohl nachklingen. Keine lichten Stoffe. Sie fallen schlecht, tragen sich nicht angenehm, aber, auf die Schnelle, im Vorübereilen, machen sie Eindruck.
Einen Laptop macht Boehning zum barocken Fetisch: "Eine mattglänzende Oberfläche gefrorenen Eises, in der ein angebissener Apfel lag"'- Ist das ein sprachmächtiges Bild oder gequirlte Scheiße? Es folgen ein Nikestore in Las Vegas, ein Trip in die Wüste, eine Liebelei in Mallorca, alte Männer beim Kriegsspiel, ein hipper Klischeekünstler in Berlin, alles angestrengt miteinander verflochten. Sie "wollte in keiner Vorahnung gleich zurückkehrender Verlorenheit an der Bettkante lehnen'", well well...
Ich habe nichts gegen ambitionierte Literatur, folge gerne Fäden, die vermeintlich unverwandte Themen verknüpfen, aber ich will keine Sätze lesen, die sich um sich selbst drehen.
Ich halte Larissa Boehning für eine gute Autorin. Es könnte zauberhaft sein, wie die einzelnen Episoden den schönen Titel umkreisen und mit immer neuem Material füllen. Aber warum hat hier keiner aufgeräumt, die Baugerüste abgebaut und dem Konstrukt selbst vertraut? Die Darlings aus dem Weg geräumt? Warum so viel Lärm um so weniges?
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Lichte Prosa 11. Juni 2008
Format:Gebundene Ausgabe
In Larissa Boehnings Debutroman geht es um die Lebenslinien von vier Frauen. Die Schicksale von Großmutter, Mutter, Tochter und Enkelin spiegeln Teile der deutschen Geschichte des vergangenen Jahrhunderts wider. Dabei gelingt es der Autorin stets, mit wenigen treffenden Formulierungen die Charaktere der Figuren zu beschreiben. So etwa wenn die Großmutter als Generalin tituliert wird, die Mutter Gudrun durch ihre Affaire mit einem schwarzen Besatzungssoldaten ebenso charakterisiert wird wie durch ihren Beruf als Schneiderin und die Enkelin Nele als Repräsentantin der schnelllebigen Jetztzeit gerade darum gelten kann, weil sie als Designerin für Laufschuhe ihr Geld verdient. Einzig die Mutter Evi, eine Halbschwarze, ist wenig profiliert und in ihrer Stellung zwischen den Hautfarben auch nicht überzeugend gezeichnet - obwohl (oder vielleicht auch gerade weil) ständig auf ihren Sonderstatus hingewiesen wird. Hier fehlen wahrscheinlich treffende poetische Metaphern, die die sehr häufige direkte Benennung überflüssig machen könnten.
Auch gibt es in diesem Roman Passagen, deren Gehalt wenig zur Gesamtwirkung des Textes beiträgt, so etwa einen sehr lang ausgebreiteten Exkurs zu einer politisch fragwürdigen Bundeswehrübung und einen Eheausbruchsversuch der halbschwarzen Tochter Evi, der insgesamt den Fluss der Erzählung durch seine Länge stört. Doch überwiegen bei weitem die ansprechenden und sehr gut lesbaren, spannenden und informativen Teile dieses Romans und es fällt beim Lesen nicht schwer, auch die wenigen Längen in Kauf zu nehmen.
Larissa Boehnings "Lichte Stoffe" ist ein ungewöhnliches, lesenswertes Debut, das auf jeden Fall viele andere belletristische Erstlingswerke stilistisch und inhaltlich weit hinter sich lässt.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Was es genau ist, was an diesem Roman so fesselt, vermag man gar nicht auf Anhieb zu sagen. Zarteste Poesie trifft sich mit der profanen Härte des über- und weiterleben müssen, unglaublich exakt erzählende Bilder, mit scheinbar leichter Hand geschrieben,in denen der Leser mitlebt, weil er sich schon nach den ersten Halbsätzen nicht mehr daraus lösen kann, erfassen in einer geradezu wirbelnden Szenenfolge durch ein halbes Jahrhundert die Suche nach und die Flucht vor der eigenen Identität und das über drei Generationen. Der historischen Problematik halbschwarzer "Besatzungskinder" in Deutschland meißelt Larissa Boehning einen dramatischen Erinnerungstext, die komplexen deutsch-amerikanischen Beziehungen weiß sie über immer unter die Haut gehende Episoden mit höchst aktuellen Bezügen wie nebenbei zu erfassen. Vorsicht, man kommt schlecht los von diesem Buch!
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