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Dem Genre nach würde ich FAUN in erster Linie als Mittelalterband ansprechen, es gibt jedoch auch klare Folk- und Weltmusikeinflüsse. Viele heutige Mittelalterbands bauen gerne wahre Klangmauern aus möglichst vielen Dudelsackurlauten auf. Dies hat natürlich seinen Reiz, jedoch nicht so sehr, wenn außer diesen Klangburgmauern wenig mehr geboten wird. Bei FAUN habe ich eher den Eindruck, durch einen lichten Wald zu spazieren, in dem die Musik in Form von Sonnenstrahlen durch die Blätter linst, mal vertraut, mal überraschend. Und manchmal gelangt man auf eine Lichtung voll festlich gleißenden Sonnenlichts. Der sehnsuchtsvolle Gesang der beiden Sängerinnen erinnert bisweilen an das TRIO BULGARKA. Überhaupt ist neben Nordeuropa auch Südosteuropa sprachlich und musikalisch präsent. Das Highlight der CD ist für mich das Stück "Egil Saga". In seiner archaisch betörenden Intensität hat es eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Tanzflächenerfolg "Ad mortem festinamus" der Gruppe QNTAL, obwohl es nicht ganz so druckvoll daherkommt. Leisere Stücke, wie beispielsweise "Isis", verbreiten einen Hauch träumender Minne gepaart mit Lagerfeuerflair unter weitem Nachthimmel. CHRISTIAN VON ASTER, der unter anderem durch seine Vampirtexte bekannt geworden ist, erzählt einen kompletten track lang in seinem verschmitzten altertümelnden Stil eine Geschichte über CERNUNNOS, den keltischen Gott und Verkörperung der Naturkraft, dem die CD gewidmet ist.
Die Instrumentierung ist enorm vielseitig und überraschend, der Dudelsackeinsatz sparsam aber vielleicht deshalb manchmal umso feierlicher. Die Ausstattung der CD überzeugt. Neben den 10 Liedern gibt es die Kurzgeschichte sowie zwei Konzertvideos von Liedern der CD. Das Outro verhängt dann wieder einen mythischen Dunst über den Klängen, der einen lange nicht losläßt.
Die neue Faun-CD Licht gefällt mir wieder sehr gut, allerdings hat mir Zaubersprüche noch besser gefallen. Das liegt vielleicht auch an dem Stück Cernunnos, welches zwar nicht schlecht ist, mich aber nach dem 4-5 Hören der CD dazu veranlaßte weiterzudrücken. Sehr gut hat mir aber wieder die Abwechslung zwischen den einzelnen Stücken gefallen, sowohl was die Stimmen als auch die Instrumente angeht. Meine persönlichen Anspieltips sind "Von den Elben" und "Egil Saga".
Bei vielen Gruppen die mittelalterlich (angehauchte) Musik machen ist mir in den letzten Jahren eine starke Tendenz zu immer schnelleren und härteren Stücken aufgefallen. Davon hebt sich Faun noch wohltuend ab.
An einigen Stellen hat mich Faun übrigens an Dead Can Dance erinnert.
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