Es ist ein dünnes Buch, das mich wie kaum ein anderes in seinen Bann gezogen hat. Der Ich-Erzähler Gil erzählt von Dole, seiner Geliebten. Die Sprache, in der er dies tut, ist an Schönheit kaum zu überbieten. In ihr spiegelt sich die Liebe, die Bewunderung und der Respekt des Erzählers für seine Geliebte wider. Und doch liegt über dem Erzählten eine mitgefühlte Traurigkeit, die aus dem Wissen des Erzählers (und des Lesers) über einen an eine andere Person adressierten Liebesbrief Doles herrührt. So überschattet die eine Liebesgeschichte eine andere und umgekehrt.
Das Ende der Erzählung ist ebenso traurig wie genial. Es ist ein Ende, über das man lange und immer wieder nachdenken kann, das viele Schlüsse zulässt, das jedem gerecht wird und in dem für jeden die Liebe bleibt.