Das Buch besitzt eine lebendige Sprache, welche eindrucksvoll intensive Emotionslandschaften malt. Zwar setzt sich die Story für meinen Geschmack etwas langsam in Gange, aber sie ist nichtsdestotrotz durchaus fesselnd, umso stärker, je weiter man liest.
Was mich besonders fasziniert hat ist, den ewigen Kampf zwischen Glaube und Wissenschaft in dem Kampf von Licht und Dunkel widergespiegelt gefunden zu haben. Der Magier Riveda arbeitet mit schwarzer Magie, um neue Erkenntnisse und Macht zu erreichen, welche für die Menschen von großer Bedeutung sein können, während der Adept des Lichts, Rajasta, streng auf die Tempelgesetze bedacht ist, welche einen solchen gewaltigen, aber auch gefährlichen Fortschritt zu verhindern suchen. Rajasta verkörpert die Engstirnigkeit des hingabevollen Glaubens und des friedvollen Konservatismus, während Riveda den Drang nach Erweiterung des Horizonts und radikalen Fortschritt repräsentiert. Deswegen war ich mir bis zum Ende nicht sicher, wen ich hier wirklich als "böse" ansehen sollte. Sicherlich hat Rivedas Arbeit böse Folgen, aber der Untergang von Atlantis bedeutet schließlich auch einen Aufbruch in ein neues Zeitalter für neue Hoffnung. Die menschliche Geschichte hat immer wieder gezeigt, dass etwas zerstört werden muss, bevor etwas neues beginnen kann. Unter diesem Aspekt fand ich das Buch überaus wertvoll und es kann durchaus zum Nachdenken bewegen, besonders wenn man bedenkt, dass MZB die Wissenschaft der "dunklen" Seite zugeordnet hat, was ich allerdings sehr treffend fand, ohne es als negativ konnotiert zu betrachten.
Also insgesamt ein sehr lesenswertes Buch mit viele interessanten Charakteren, komplizierten Verstrickungen und schönen literarischen Bildern.