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Manchmal kommt eben alles zusammen. Zuerst nur diese klare, tiefe Stimme und eine akustische Gitarre. Sofort auch Stimmung und Gefühl. Wenig später Melodie und Melancholie. Schließlich gehen Verstand und Verständnis, Rhythmus und Leidenschaft, Gehörtes und Unerhörtes in diesem wunderbaren Wesensding auf, das wir Musik nennen. In der Musik, die Sängerin und Songschreiberin Laura López Castro und der Gitarrist und Komponist Don Philippe auf ihrem Debütalbum 'Mi libro abierto' für Max Herres Label 'Nesola` machen, vereinen sie ihre Qualitäten zu etwas, das, wie es der Aphorismus will, größer als die Summe seiner Teile ist. Das wirkt - so schön, so intensiv, so emotional - weil hier zwei musikalische Seelen, die kaum unterschiedlicher sein könnten, harmonieren. Man muss die hauptsächlich spanischen Texte der in jeder Beziehung sensationellen Señorita López Castro nicht verstehen und die von Bossa Nova, Jazz, ein wenig Fado und allerhand südamerikanischer Musik inspirierten Gitarrenklänge des einstigen Freundeskreislers Don Philippe ebenso wenig begreifen. Aber man tut es, instinktiv, intuitiv und absolut.
Die Musik ist ein ganz eigenes und auf dem gemeinsamen Weg entwickeltes Original. Die Wurzeln liegen klar und deutlich im Bossa Nova, sie schlagen aus in Richtung Victor Jara (Chile), Ernesto Lecuona (Kuba), zum portugiesischen Fado oder dem amerikanischen Jazz. Wie man sie schließlich nennt, ist egal. Hauptsache, man hört zu.
Die sensiblen, sinnlichen, höchst erfreulichen und tiefgründigen Interpretationen dieses wunderbaren Debütalbums erscheinen jetzt als erste Veröffentlichung auf Herres neu gegründetem Label 'Nesola'. Das ruhige 'No es por ser ni por estar' (Weder Sein noch Befinden), Lauras „später Dank" an ihre Mutter, eröffnet das Album. Wie auch 'Mi amor lleva una espina' (Meine Liebe trägt einen Dorn), 'Ahora te veo más cerca' (Jetzt kann ich dich näher sehen), der Titel Song 'Mi libro abierto' (Mein offenes Buch) und die neue Albumversion von 'Flor que marchitará', wird es von einem Streichquartett umgarnt. Die Streicherarrangements hat Sebastian Studnitzky geschrieben, der auch bei Joy Denalane live gespielt hat und aktuell mit Rebekka Bakken und Nils Landgren auf Tour ist. Außerdem spielt er auf dem besänftigenden 'Nana' und dem entspannten 'Mariposa perdida' Fender Rhodes und bei drei weiteren Stücken Trompete. Das schöne, brasilianische Gitarre-Stimme-Duett 'Sonhos' von Peninha erinnert anfangs noch an einen Bossa Nova-Standard, wandelt sich dann aber schnell und gründlich in eigene Klangwelten. Der andere Coversong auf dem Album ist Bruno Martinos 'Estate', ein italienischer Welthit, dessen sommerlicher Melancholie schon João Gilberto oder Shirley Horn verfielen. Aber das sind Formsachen. Wirklich wichtig ist, dass diese Lieder berühren, unter die Haut gehen, besänftigen und aufregen. Dass diese schöne Stimme und ihre intimen Melodien den Hörer in seinem Innersten und Menschlichsten ansprechen. Die Musik ist einfach schön, dabei harmonisch komplex. Ganz ruhig und mit der enormen Kraft des Echten, überwältigt sie. Leidenschaftlich, melancholisch und hoffnungsfroh sprechen einen diese Lieder unmittelbar und immer wieder aufs Neue an. Sie machen nachdenklich und glücklich.
Manchmal kommt wirklich alles zusammen.
Ein MUST-HAVE für jeden Musikliebhaber!
Persönlich vermisse ich nur einen (und wenn er noch so klein wäre)... Lesen Sie weiter...
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