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5.0 von 5 Sternen
Ein wunderbarer leiser Film, 6. Februar 2007
Liberty Heights ist kein Film der mit einer Menge Action und Knalleffekten aufwartet. Es ist ein leiser Film, der einen zum Lachen bringt, traurig und nachdenklich macht. Er ist ein Gesellschaftsportrait der USA in den 50ern. Anhand der Geschichte einer jüdischen Familie mit zwei Söhnen werden die damaligen Klassenunterschiede und der alltägliche und selbstverständliche Rassismus beleuchtet. Schön ist, dass der Film nicht die üblichen Stereotypen bedient. So ist der jüdische Vater ein Gentleman und guter Familienvater, der aber eine Varieté-Show mit halbbekleideten Damen und eine illegale Lotterie betreibt. Sein Sohn Ben verliebt sich in ein mutiges schwarzes Mädchen aus wohlhabenden Haus. Und die Angebetete seines Bruders Van, ist nur auf den ersten Blick die pefekte Tochter aus der weissen Oberschicht. Die Charaktere sind echt, die Dialoge kommen ohne falschen Pathos aus.
Mir hat der Film sehr gut gefallen und ich denke jeder, der nicht nur eine einfach gestrickte Geschichte sehen will, die mit der letzten Szene alle Probleme löst und alle Antworten gibt wird diesen Film mögen.
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26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Absolutes Kino-Glück, ohne Kitsch!, 5. März 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Liberty Heights (DVD)
Vielleicht hat es ja auch nur mich so sehr bewegt, weil ich 1951 geboren bin und daher manches aus der Zeit kenne, in der LIBERTY HEIGHTS spielt. Obwohl ich weder Amerikaner noch Jude bin, und ich Berry Levinsons Heimatstadt Baltimore noch nicht kennengelert habe verstehe ich doch gut das Lebensgefühl jener Jahre. Im Trailer heißt es; " Die Regeln waren einfach, das Leben war es nicht" Dieser Film schafft es, bei aller Ernsthaftigkeit und Ehrlichkeit, die Dinge des Lebens, Tragisches wie Trauriges mit einer solchen Leichtigkeit zu zeigen, dass man glücklich und etwas traurig spürt, wie war ein anderer Satz aus dem Film ist, "du bist nur einmal jung, aber du wirst dich dein ganzes Leben daran erinnern!" Wenns mir so gut gefallen hat, dann wird es auch noch andere geben, denen es so geht wie mir. Jedenfalls will der deutsche Verleihtitelzusatz - Rock``NRoll & krumme..... einem Glauben machen, es handle sich um ein nettes Filmchen aus vergangenen Zeiten! Ich versichere euch, dass es die Qualität des Film ist, eben nicht nett zu sein! Er ist mehr! Viel mehr! Er hat mit Gewissheit die Qualität eines BILLY ELLIOT. Ihr macht eine Entdeckung, wenn ihr ihn seht! Ich bin gespannt, wie es euch ergeht! Viel Freude damit. Martin L. Vielleicht bkomme ich was e-mailiges vom Einen oder Anderen! Übrigens, der Sohn Ennio Morricones, Andrea hat seine erste Filmmusik in die Welt gesetzt und er ist in der Beziehung "ganz der Vater" Bravo!
Wenn euch LIBERTY HEIGHTS gefallen hat, wird euch auch OKTOBER SKY gefallen. Er hat ähnliche Qualitäten.
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4.0 von 5 Sternen
Leichtigkeit? Ja. Kopflosigkeit? Nein., 1. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Liberty Heights (DVD)
Barry Levinson ist meiner Meinung nach kein Regie-Genie. Trotz der Klasse-Filme "Sleepers", "Good Morning, Vietnam" und "Rain Man" hatte er auch immer mal wieder relativ suboptimal gelungene Streifen sowie ein paar Flops in der Pipeline. Levinson ist eben bei allem gegebenen Talent stark abhängig von guten Mitarbeitern, gerade im Bereich des Drehbuchs und der Darsteller. Hier hat er das passende Material (wobei er das Script selbst verfasste) und macht daraus eine Genremischung, an der ich reichlich wenig zu meckern habe.
Sittenportrait der 50er-Jahre trifft "American Graffiti" mit "Zurück in die Zukunft 1"-Groove: Natürlich ist nicht alles für bare Münze zu nehmen und oft mit einem Augenzwinkern zu sehen - die Straßen waren bestimmt nicht immer glänzend nass (obwohl es nie regnet) und die Autos nicht immer neu - dennoch stellt er den Zeitgeist passend dar und lässt die meisten Fettnäpfchen aus. Auf eine Sterilität ("zum Schutz der amerikanischen Jugend") vieler aktueller Produktionen wurde zum Glück verzichtet und so dürfen die Figuren nach Herzenslust trinken und rauchen, wie es damals eben üblich war, und gewisse Ausdrücke verwenden, bei denen heutzutage die "Political Correctness"-Polizei aufschreien würde.
Auf der inhaltlichen Ebene hatte es mir besonders die wirklich herzerwärmende - ja, "niedliche" - verbotene Turtelei zwischen einem jüdischen Kleinganovensohn (Ben Foster) und einem farbigen Mädchen aus gutem Hause (Rebekah Johnson) angetan. Da es sich im Kern fast nur um diese beiden Gruppen von Minderheiten dreht, spielt Levinson mit Vorurteilen, verliert sich aber nicht in Stereotypen und begegnet diesen oft auf ironische Art und Weise.
Der Cast kommt ohne die ganz großen Stars aus, bietet aber neben den bereits erwähnten Foster und Johnson unter anderem mit Bebe Neuwirth, Orlando Jones (wobei der der einzige kleine Miscast ist), Joe Mantegna und David Krumholtz durchaus bekannte Namen, die sichtlich Spaß hatten. Mal nebenbei: Für die Wrestlingfans spaziert Stacy Keibler als Extra ein paar mal durch das Bild... ;)
Unter'm Strich steht ein sehr empfehlenswertes, ruhiges "Feel Good-Movie" mit Köpfchen, das einfach exzellent unterhält, ohne plump zu sein, und an dem sowohl Freunde seichterer als auch anspruchsvollerer Filmkost ihre Freude haben dürften. Wer allerdings die mit Farbfiltern und Hochglanzoptik gekillten Blockbuster, welche die Kinokassen heuer besonders klingeln lassen, oder infantile Komödien mit gekünzelten Charakteren und schönem Bilderbuch-Happy End steht, lässt besser die Finger von diesem Geheimtipp.
Mit einer Neuauflage oder gar einer Blu-ray-Auswertung braucht man meiner Meinung nach nicht zu rechnen, gerade wenn man Warners Zukunftspolitik der On Demand-Movies kennt. Ton (O-Ton und Synchronisation (mit vielen tollen Sprechern) in DD 5.1) und Bild gehen klar in Ordnung, ohne Glanzlichter zu setzen. Extras sind für WB-Verhältnisse ungewöhnlich viele enthalten (u. a. eine Doku vom Set, geschnittene Szenen und Interviews). Da die DVD besonders gebraucht zu humanen Preisen zu bekommen ist, kann man beruhigt zu dieser OOP-Auflage greifen.
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