Beim Label Act, das in diesen Tagen ein verdientes 20-jähriges Jubiläum feiert, braucht man dringend einen neuen Werbetexter: So »laut« wie etwa der CD-Text zu Danielssons »Liberetto« klingt, so sehr reizt nicht nur dessen »Lautstärke« zum Widerspruch. Von einer »glücklichen Fügung« ist hier die Rede, wenn auch im allgemeinen Sinne, die »oft außergewöhnliche Folgen habe«. Aber umgekehrt wird schon eher ein Schuh daraus: Von einer glücklichen Fügung kann hier keine Rede sein, weshalb diese CD leider auch für den Hörer keine außergewöhnlichen Folgen hat. Stattdessen trifft man hier auf allzuviel Allzubekanntes, das uns Lars Danielsson nun schon im wiederholten (und in der Wiederholung nicht besser werdenden) Aufguss darbietet. Seit »Libera Me« - das nun wirklich eine außergewöhnlich schöne, eigenständige Veröffentlichung war - ist ihm nichts Neues mehr eingefallen, und dieses Nichteinfallen wird uns hier auf fast einer Stunde Spielzeit ausgebreitet. Da hilft auch das angebliche »Wagnis« nicht, von dem der Werbetext ebenfalls faselt und den amazon hier im Kurztext geflissentlich abschreibt: Womit das Aufeinandertreffen von Danielsson und dem armenischen Pianisten Tigran gemeint ist. Tatsächlich bleibt festzustellen, dass Tigran eher ein schwächerer Partner für Danielsson ist als es zuvor Moszder war und dass Danielssons Musik - jedenfalls in ihrer überraschungsarmen Einfalt auf dieser Veröffentlichung - endgültig auf ein Niveau abzusinken droht, das vielleicht gerade noch als Untermalung für Anbahnungsgespräche mehr oder weniger seriöser Herren mit eher weniger seriösen Damen in Hotelbars geeignet zu sein scheint. Von einem Wagnis, gar einer Herausforderung für die Musiker oder für die Hörer ist hier aber leider rein gar nichts zu spüren oder zu hören. Weshalb man schon gar nicht von einer »glücklichen Fügung« sprechen sollte.