Kurz zum Inhalt. Robin ist frisch aus dem Gefängnis entlassen und beginnt seinen neuen Job in dem Edelrestaurant "Dragonfly". Sein Chef macht ihm recht schnell klar, dass er ihn für gesellschaftlichen Abschaum hält und ihn nur bei sich arbeiten lässt, um nach außen seine soziale Ader rauskehren zu können. Der Sohn des Geschäftsführers, Oliver, ist von anfang an fasziniert von Robin. Er hasst sein Leben, dass seit dem Tod der Schwester zum Albtraum für ihn geworden ist. Sein Vater gibt ihm die Schuld, seine Mutter hat es verdrängt und lebt fortan in ihrer eigenen kleinen Welt, in der ihre Tochter noch am Leben ist. Daraus resultiert, dass sich Oliver mit feuereifer seinem neuen Arbeitskollegen zuwendet. Robin, anfangs mehr als genervt, muss später feststellen, dass ihm das ständige gequatsche von Oliver fehlt und auch die gemeinsamen Raucherpausen. Es kommt wie es kommen muss, doch werden den beiden einige Steine in den Weg gelegt, u.a. durch Olivers homophoben Vater, Robin's Angst, sich zu öffnen und Gefühle zuzulassen (dabei ist die Erkenntnis, dass er homosexuell ist, noch das kleinste Problem) und ein Feuer im Restaurant, dass nicht nur das "Dragonfly" zerstört, sondern beinahe auch Robin und Oliver.
Dieses Buch ist wirklich fesselnt, flüssig geschrieben, ohne unnötige Längen, die den Lesefluss stören. Die Entwicklung der beiden Protagonisten ist nachvollziehbar und die Beziehung der Beiden romantisch und auch dramatisch geschildert, ohne dabei ins kitschige abzurutschen. Die erotischen Szenen sind schön und anregend beschrieben, wobei das erste Mal der beiden nicht (wie so oft) harmonisch und aufregend ist, sondern (wie man es erwarten würde) für Oliver recht schmerzhaft wird, da Robin sich mit der "Vorgehensweise" nicht auskennt.
Mit Mr. Kingston (Olivers Vater) wird uns hier ein wirkliches Scheusal präsentiert und Olivers Mutter ist einfach nur mitleiderregend. Doch mit Robin's Bewährungshelfer wird uns hier auch eine äußerst sympathische Nebenfigur beschrieben, die für den nötigen Witz und Charme inmitten dieser Herz-Schmerz-Story sorgt.
Einziges Manko war Robin's ständiges "Ich bin nicht gut für dich." Für meinen Geschmack, kam das einmal zu oft.
Lange Rede, kurzer Sinn: Schön, romantisch, spannend, dramatisch, erotisch, kurzweilig und damit eine absolute Kaufempfehlung von mir.