Ich war auf der Suche nach einem Gehäuse für einen HTPC mit möglichst geringer Tiefe und habe mich letztlich für das Lan Li PC-C50B(lack) entschieden.
Optik: Edles, schwarzes, gebürstetes Alumnium, bündig eingepaßte Klappe für das optische Laufwerk - im Wohnzimmer ein echter Hingucker. Kleiner Schönheitsfehler aus meiner Sicht: grüne Kontrolleuchte für den integrierten Card-Reader, rote HDD-Kontrolleuchte, blaue Power-Kontrollleuchte - alles in einer Farbe wäre optisch noch ansprechender.
Verabeitung: Nichts klappert oder wackelt, Spaltmaße rundherum einheitlich, keine scharfen Kanten, paßgenaue Öffnungen und Verschraubungspunkte - perfekt. Die Klappe des optischen Laufwerschachts öffnet und schließt (sofern man alles gerade einbaut) problemlos.
Platzangebot: Da blieb mir glatt die Spucke weg: Sage und schreibe 3 x 2,5 und 3 x 3,5 Zoll-Laufwerke können gleichzeitig verbaut werden! Zusätzlich ein 5,25 Zoll-Enibauplatz für ein optisches Laufwerk in normaler Bauhöhe und Platz für ein Standard-Netzteil - gigantisch, was in einem so kleinen Gehäuse untergebracht werden kann. Zugegebenermaßen wird es aber dann auch sehr eng in der "Kiste". Mit je einem 2,5-, 3,5- und 5,25-Zoll-Laufwerk bleibt aber noch genügend "Luftraum" für die Kabelage und Kühlung.
Ausstattung: Gehäuse ohne Netzteil mit Einbaurahmen für die o.g. Laufwerke. Blenden für 4 Standard-Steckkarten und ein zusätzlicher waagerechter Slot oberhalb des Netzteils. Alle 3,5-Zoll-Schächte sind mit Gummipuffern zur akustischen Entkopplung ausgestattet. Der Einbauplatz für das Netzteil hat ebenfalls zwei Gummistreifen als Entkoppelung vorinstalliert. Jede Menge Schrauben sind beigefügt, außerdem ein Mini-Lautsprecher (für die akustischen BIOS-Signale) und ein Adapter USB3 auf USB2, zwei Mini-Kabelbinder (das dürften mehr sein) und eine (sehr) knappe Bedienungsanleitung.
Das Frontpanel besitzt eine S-ATA-Schnittstelle für externe Laufwerke, drei USB3-Buchsen (können über einen internen Stecker direkt mit dem Mainboard verbunden werden oder über ein USB3-Kabel nach hinten aus dem Gehäuse herausgeführt dort an einem USB3-Port des Mainboards angeschlossen werden), weiterhin einen Cardreader, der intern mit einem USB2-Port des Mainboards verbunden werden muss (davon steht in der Bedienungsanleitung nichts, aber mit etwas Erfahrung kommt man darauf) sowie Mikrofon- und Kopfhöreranschluß (HD-Audio) und Power- sowie Reset-Taster (letzterer ist zugleich die HDD-Kontrollleuchte). Alle erforderlichen Kabel sind in mehr als ausreichender Länge fest mit dem Frontpanel verbunden.
Ein absolutes NoGo für einen leisen HTPC sind die beiden an der rechten Gehäuseseite verbauten 12 cm Gehäuselüfter (feste Drehzahl, 3-Pol-Stecker für Mainboard und alternativ Adapter für Molex-Stecker vom Netzteil sind vorhanden. Die beiden Lüfter arbeiten deutlich vernehmbar wie eine Kreissäge im Nachbarhaus und stören den sehr guten Gesamteindruck erheblich. Nach Austausch gegen zwei Be Quiet! BL030 Silent Wings 2 PWM Gehäuselüfter (120mm) herrscht jetzt aber die erwünschte Ruhe.
Verbaute Hardware: Mainboard: Gigabyte GA-Z77MX-D3H mit Intel Core i5-3570K, Scythe Samurai ZZ Rev. B SCSMZ-2100 Prozessorkühler ohne Gebläse (diese Funktion übernimmt der hintere der beiden Gehäuselüfter), Corsair Vengeance 4 x 4 GB Arbeitsspeicher, TBS 6928 DVB-S2-PCIe-HDTV-Satelliten-Empfangskarte. Samsung 128 GB SSD, Western Digital 500 GB Harddisk, LG DVD-Brenner. Temp.core idle unter 40°C unter Vollast bis 49°C, Temp.Mainboard immer unter 35°C, Temp.HDD 30-35°C.
Alles in allem erfüllt das Gehäuse meine Erwartungen nahezu perfekt. Einen Stern Abzug für die beiden Kreissägen und die drei verschiedenfarbigen Kontrolleuchten am Frontpanel.