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Leyla
 
 
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Leyla [Taschenbuch]

Feridun Zaimoglu
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 528 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 4 (1. Januar 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596176212
  • ISBN-13: 978-3596176212
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 164.532 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Feridun Zaimoglu
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Besser ist es, erst den Pfirsich und dann die Melone zu essen. Das weiß Leylas Mutter. Denn die Melone ist süßer, das ist der nicht weiter hinterfragbare Grund. Wie nach einem festgefügten Ritual zerschneidet sie die Melone, und bestimmt von Ritualen, göttlichen Regeln, ist alles im Leben des jungen Mädchens, das Feridun Zaimoglus Roman seinen Namen gab. Wenn man vor den Spiegel tritt, misst sich Schönheit daran, ob der Mund an jener Stelle sitzt, wofür Gott ihn bestimmt hat. So wächst Leyla auf, in einer anatolischen Kleinstadt, unter einem Vater, der seinen Job verliert, unter Brüdern, die gegen den Erzeuger rebellieren, unter Schwestern, die darauf warten, verheiratet zu werden. Aber Leyla will mehr, erobert sich Freiheiten, die sie aber wieder zu verlieren droht. Bis der Umzug der Familie nach Istanbul die große Liebe bringt, alles zu verändern scheint -- und doch alles nur noch komplizierter macht ...

Der 41-jährige Autor Feridun Zaimoglu (Kanak Sprak, Zwölf Gramm Glück, Abschaum )lebt seit 35 Jahren in Deutschland, wo er Kunst und Humanmedizin studierte. Geboren wurde er im anatolischen Bolu, und da wären auch schon die drei Grundpfeiler beisammen, die sein Schreiben bestimmen: Der präzise, sezierende Blick auf seine Figuren und ihren ärmlichen Alltag ist der des Mediziners, die raffinierte Handlung und eine literarisch anspruchsvolle Sprache verraten Zaimoglus Hang zu kunstvoller Ästhetik. Die Geschichte von Leyla führt zurück ins Land seiner Kindheit, in dem der Glauben stark und der Vater noch stärker ist, in dem Frauen einen fest gefügten (und nicht von ihnen bestimmten) Platz im Leben zugewiesen bekommen -- und in dem die Dämme der alten Welt, von den Männern beargwöhnt oder mit ungläubigem Schrecken beobachtet, durch die hereinflutende neue Zeit langsam zu zerbrechen drohen. Stark, genau und auf anrührende Art exotisch. --Stefan Kellerer -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

"... sein Staunen über Sinnlichkeit und Gewalt der Wörter, der leichte Akzent, die sanfte Stimme, der kurze Atem geben Leyla , dem viel gelobten neuen Roman über die Kindheit seiner Mutter in einer anatolischen Kleinstadt, eine Dringlichkeit, der man sich schwer entziehen kann." (Tages-Anzeiger)

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der Terror der Tradition 2. Januar 2007
Von Mag Wolfgang Neubacher TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
50-er Jahre, Ostanatolien, eine Kleinstadt. Halid, ein Eisenbahnbeamter, dessen Vorfahren (wie auch die seiner Frau) aus dem Kaukasus stammen, hat eine "Hundebrut" (so nennt er seine Frau und seine 5 Kinder) zu versorgen. Er ist arbeitsscheu, dafür tritt er in der Öffentlichkeit umso selbstbewusster auf. Seine Familie tyrannisiert er; seine Frau schlägt er permanent - und sie erduldet es. Stolz ist er - wenn überhaupt - auf seine beiden Söhne Djengis und Tolga; seine 3 Töchter Yasmin, Selda und Leyla - aus Sicht der letzteren wird der Roman erzählt - verachtet er.

Die beiden älteren Mädchen warten darauf, geheiratet zu werden (die einzige Möglichkeit, dem Familientyrannen zu entfliehen) - aber tatsächlich will Leyla, die jüngste Schwester, als erste heiraten. Natürlich ist der Vater damit nicht einverstanden. Es ist nicht der erste Strauß, den Leyla mit ihrem Vater auszufechten hat...

Zaimoglu siedelt seinen Roman in einer archaischen Gesellschaft irgendwo in Ostanatolien an (auch wenn sich der Schauplatz gegen Ende des Romans ändert). Die Welt in dieser Gesellschaft wird von den Männern dominiert; die Frauen werden unterdrückt und geschlagen - im besten Fall erkämpfen sie sich ein paar kleine Freiheiten. Im Prinzip hassen sich die beiden Geschlechter. Der Schein ist alles; eine Kommunikation findet nicht statt. Am Ende steht die Resignation - oder (wie in diesem Buch) ein Neubeginn...

Eine großartige Famileinsaga von einem Autor, der zwar in der Türkei geboren ist, aber schon als Kleinkind nach Deutschland kam - und auch auf Deutsch schreibt.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Diese Buch hat mich total begeistert. Es ist meiner Meinung nach keine leichte Kost. Der Stil war für mich ungewohnt - sehr blumig, aber nachdem ich ein paar Seiten hinter mir gelassen habe, kam ich gut damit klar und fand ihn wunderbar poetisch. Und dies obwohl das Thema alles andere als harmonisch ist. Schonungslos und knallhart schildert Feridun Zaimoglu das Leben im Anatolien der 50er Jahre. Als Tochter eines arbeitsscheuen, brutalen und menschenverachtenden Vaters ist das Leben nur selten ein Freund. Trotz aller Poesie schafft es Zaimoglu Leylas Geschichte authentisch und z. T. grausam dem Leser nahe zu bringen. Für mich ein Meisterwerk!
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50 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Fünfhundert Seiten lang zieht sich die Frage, wann wird das Monstrum sterben, durch den neuen Roman von Feridun Zaigmoglus, einem der interessantesten deutschen Gegenwartsautoren. Er gehört seit über zehn Jahren zu den produktivsten, bekanntesten und auch erfolgreichsten deutschen Autoren und hat sich den Ruf erschrieben, ein nicht ganz „unkerliger" Autor zu sein. Jetzt schreibt er aus der Perspektive eines Mädchens am Anfang, dann einer heranwachsenden Frau. Eine Identitätskrise?

Der Prolog des Buches schildert ein Szenario, wo ein Rudel Wölfe, auf offenem Gelände Jagd auf einen Menschen macht und endet mit den Sätzen:" Wie kann man nur seine Unschuld opfern, das man sich in der Not den Wölfen hingibt. Der Fraß heiligt diese Tiere". Und der Roman endet dann mit den Sätzen von Leyla, die mittlerweile in auf dem Bahnhof München angekommen ist und sagt:" Ich werde den Wolf streicheln und er wird vielleicht nicht in die Hand beißen, die ihm über das Rückenfalle fährt".

Die Geschichte beginnt Anfang der 50 er Jahre, in einer nicht näher benannten Kleinstadt in Anatolien. Leyla wächst als jüngstes von fünf Geschwistern in einer anatolischen Kleinstadt auf. Ihre Schwestern Yasmin und Selda sind die meiste Zeit damit beschäftigt Aussteuer zu sticken, die beiden Brüder Djengis und Tolga , zwei komplexe Charaktere, wissen nicht genau, ob sie in die Fußstapfen des „Patriarchen" treten sollen, oder sich doch lieber der Romantik hingeben sollen. Ihr Leben, das ihrer Mutter, der Schwestern und der Brüder besteht vor allem aus Armut, Not, Gewalt und endloser Demütigung. Tradition, Ahnenglaube, all diese ehernen Gesetze haben noch Gültigkeit. Nicht nur gegen sie muss die Familie ankämpfen, sondern gegen den sehr dominanten, streitsüchtigen, gewalttätigen „Nährvater" Halid. Dieser Sadist schwängert die älteste Tochter, schlägt die Familiemitglieder grundlos und bedroht alle mit dem Tod.

Die Frauen sind alle sehr stark und in sich ruhend, obwohl das alle sehr schwierig ist. Ihnen ist in der Hierarchie nur ein bescheidener Platz zugewiesen. Leyla ist eine Frau die nicht aufgibt. Sie hätte allen Grund zu scheitern, sie hätte allen Grund nachzugeben, aber sie kämpft, erobert Freiheiten, die sie jedoch dann wieder zu verlieren scheint. Doch alles Unglück in der Familie rührt vom inzwischen arbeitslosen „Nährvater" her. Seine Frau betrügt er bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Die Söhne verfangen sich in komplizierten Verbindungen. Ehebruch, obwohl mit Todesgefahr verbunden, ist an der Tagesordnung. Und in dieser Situation sehnen sich die Töchter nach einem rettenden Helden, der sie aus dem häuslichen Elend befreit.

Leyla verliebt sich in einen Mann, der als der „Schöne" beschrieben wird. Ihr Leben ist voller Desillusionierung. Sie lernt den Reden der Männer keinen Glauben zu schenken. In ihrer Umgebung wird sie als westlich gekleidete „Schminkmaus" bezeichnet, sie raucht, geht nationalistisch konservativem Gedankengut nach, träumt vom modernen „elektrischen Leben". Sie glaubt an „den einen Gott", hasst die Politik, ist von dem starken Aberglauben ihrer Umgebung angewidert. Sie ist eigentlich in ihrem ganzen Leben mit einem absurden Optimismus ausgestattet. Und Leyla hat nur ein Ziel, sie will dem Vater entkommen. Sie möchte weg von diesem Tyrannen, diesem Despoten. Sie nennt ihren Vater nicht Vater, sondern Mann von meiner Mutter.

Sie heiratet Metin, doch ziemlich schnell nach der Hochzeitsnacht bringt er Leyla wieder zu ihrer Familie zurück. Man weiß nicht genau warum. Metin ist nicht nur ein höflicher Gemahl, sondern ein notorischer Ehebrecher. Natürlich ist die romantische Leyla enttäuscht, lässt sich aber von all diesen Rückschläge nicht beirren.

Die Familie geht zunächst nach Istanbul. Und da schildert der Autor ziemlich drastisch, wie diese Provinzanatolier in der Stadt Istanbul scheitern. Natürlich hat man diese Dörfler schief angeguckt, wollte sich von ihnen nicht die schöne Stadt Istanbul verschandeln lassen. Aber sie sind schließlich geblieben und haben ihre „Schönheit" eingebracht.

Leyla, eine einfache Frau aus dem Volk, geht durch so viele Härten, Männer versuchen sie immer wieder, aus welchem Grunde auch immer, von ihrem Weg abzubringen, man versucht ihr die Luft zum atmen zu nehmen. Sie hat sich entschieden einen Mann zu lieben, der sie enttäuscht hat, sie hat Kraft, sie hat Phantasien, sie hat Schönheit, sie hat Träume. So wie das einerseits als Hohelied des Autors für seine Heldin Leyla zu verstehen ist, so will er diese Hochachtung auch auf all die zehntausend Frauen der ersten Generation übertragen wissen, denn er ist davon überzeugt, dass die Geschichte der Einwanderung in Deutschland eine Geschichte des Erfolgs und des Glücks, trotz aller Härten und Misserfolge, ist

Metin sieht für seine Familie keine Zukunft in der Türkei, wandert in die Bundesrepublik aus. Schon bald holt er die blutjunge, zwanzigjährige Leyla und ihre Mutter nach Deutschland. Sie hat inzwischen einen Sohn, der nur „der Sohn" genannt wird. Sie finden sich schnell zurecht, lernen ihre neue Heimat lieben.

Der Autor, als „kultivierter Krawallmacher" bekannt, ist als ruhiger Geschichtenerzähler, für seinen Roman aus der angespannten Situation der Gegenwart in die Vergangenheit zurückgekehrt. Er hat mit seiner Mutter, seinen Tanten und den Müttern von Freunden und Bekannten gesprochen, um dieses Buch aus der weiblichen Perspektive eindrucksvoll schreiben zu können. Es ist nicht nur ein Familienepos, sondern einen Hommage an die Müttergeneration, an die wunderbaren, starken Frauen der Einwanderergeneration, die in ihrem Dulden eine riesige Größe und Stärke entwickelt haben.

Der Autor erzählt die Vorgeschichte der ersten Generation türkischer Einwanderer und leistet damit einen entscheidenden Beitrag, um die Situation der Türken in Deutschland zu verstehen. Er erklärt uns die Welt und die Geschichte, aus der die damaligen türkischen „Gastarbeiter" gekommen sind. Die Welt, die der Autor persönlich gar nicht kennen gelernt hat, konnte er auf Grund umfangreicher Recherchen liebevoll und gewissenhaft rekonstruieren. Er hat in diesem Buch nichts anders gemacht, als all das Gute wie das Böse mit den Augen einer Frau zu sehen, mit den Augen von Leyla. Der Autor beweist wieder einmal eine große Kunstfertigkeit mit der Einfühlung in seine Figuren, denn Leyla ist eine in jeder Hinsicht glaubwürdige Figur.

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