Ich habe dieses Buch geschenkt bekommen - in der Buchhandlung hätte ich es garantiert nach dem ersten Durchblättern ins Regal zurückgestellt.
In diesem Lexikon wurden subjektiv Worte, manchmal auch Redewendungen, aus der deutschen Sprache herausgepickt, die nach Ansicht der Autoren besonders "schön" sind.
Nun kann man natürlich trefflich darüber streiten, was "schön" ist und was nicht. So sind "dreist" und "rasch" angeblich schön, während Loriots "Auslegeware" ebenso in der Sammlung fehlt wie mein persönliches Lieblingswort "Frühling"
Dafür sind (fast) ausgestorbene Worte ziemlich zahlreich. Ausdrücke wie "gemunkel", "dereinst", "unstet", "nachgerade", "Waldeinsamkeit" und "weidwund" habe ich allenfalls in meinem passiven Wortschatz gespeichert)
Einzig positiver Aspekt sind meiner Meinung nach die (meist klassischen) Zitate, die das behandelte Wort enthalten
Kann man sich über die Auswahl der Wörter noch streiten, so sind die Erläuterungen zu diesen in den meisten Fällen nichtssagend. Über die Herkunft und die Geschichte der Wörter erfährt man meistens wenig bis nichts, ich hatte den Eindruck, dass die Autoren sich lediglich ein paar Zeilen aus den Fingern gesogen haben, damit das Buch etwas dicker wird.
Beispiel: "meistern: Das Gemeisterte ist ein Geschöpf des Meisters. Insofern steht "meistern" höher als "können". Wenn wir etwas gemeistert haben, sind wir stolz, wenn wir etwas können, sind wir zufrieden."
Zudem wird jeder Buchstabe des Alphabets mit jeweils einer neuen Seite angekündigt, auf der neben dem Buchstaben lediglich ein Zitat steht, das nicht einmal etwas mit dem Buchstaben zu tun hat.
Beispiel: "M - Die deutsche Sprache ist die Orgel unter den Sprachen (Jean Paul: Über die deutschen Doppelwörter)"
Schon ist eine ganze Buchseite "gefüllt"
Ich schlage deshalb die Aufnahme eines weiteren schönen Wortes vor: "Mogelpackung"