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Lexikon merkwürdiger Todesarten: Seltsame Spielarten und Formen des Exitus von Amoklauf bis Zyankali
 
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Lexikon merkwürdiger Todesarten: Seltsame Spielarten und Formen des Exitus von Amoklauf bis Zyankali [Taschenbuch]

Katja Doubek
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 334 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 2 (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492234089
  • ISBN-13: 978-3492234085
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,9 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 195.876 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

"Todesart Koffein": Wer derart viele Tabletten davon schluckt, als hätte er 250 Tassen Kaffee intus, stirbt daran. Und wer betrunken ist, kann sich mit einer Kettensäge töten. Wenn ein 79-jähriger Golfspieler vor Aufregung umkippt, ist das vielleicht die "Todesart Golf". So gesehen: Alles kann eine "merkwürdige Todesart" sein.

Die Autorin spielt dieses Spielchen aber nicht 300 Seiten lang. Doubek beschränkt sich auf ein Dutzend skurrile Storys, meist aus der Bild-Zeitung und von privaten Internetseiten. Dann aber zweihundert Todesarten, die nicht merkwürdig sind, sondern schrecklich alltäglich -- und da bleibt einem das "wohlige Gruseln" (Klappentext) im Halse stecken. Eine Geisterfahrt durch das menschliche Wesen beginnt.

"Selbst nicht minder schmuddelig als ihre Bettwäsche, die zu wechseln sie sich weigerte, beschimpfte sie jeden, der ihr ein reinigendes Bad vorschlug... ihre Zähne waren schwarz und brüchig... und über allem lag der beißende Geruch von Scotch und körperlichem Verfall." Diese Schluss-Szene von Marlene Dietrich findet sich unter "Altersschwäche", gleich nach Alkoholismus.

Die Autorin bebildert bekannte Krankheiten mit bewegenden Beispielen. Etwa von dem Mann, der nicht mehr weiß, dass er der mächtigste der Welt war. Wie Ronald Reagans Tochter ihren Vater erlebt, beschreibt sie unter A wie Alzheimer. Bei "Anorexia Nervosa" erfährt man: Auch Kafka war magersüchtig -- und noch heute sterben 18 Prozent aller Betroffenen. Trotz Psychotherapie und Zwangsernährung.

Alsbald folgt eine alltägliche Todesart aus der deutschen Vergangenheit, beschrieben von Horst Herrmann (in diesem "Enthüllungslexikon" die meist zitierte Quelle): "Der Bauch des Opfers wurde geöffnet, ein Teil des Darmes herausgenommen und an einer walzenartigen Trommel befestigt. Während der Delinquent bei vollem Bewusstsein war, wurden die restlichen Eingeweide langsam aufgerollt." Hier ist man noch gar nicht bei B -- wie "Beschneidung, rituelle" und "Blei, flüssiges" --, sondern noch bei A wie "Ausweiden bei lebendigem Leib". Und bis Z geht das so weiter.

Danach überlegt man, was der Buchdeckel mit diesem ergreifenden Buch zu tun hat. Hunger, Folter, Steinigung, Kopfpresse, Kannibalismus, Lepra, Pest und Cholera... Keine merkwürdigen, sondern bekannte Todesarten -- die, wie aktuelle Zahlen im Lexikon belegen, grauenhaft alltäglich sind. --Frank Rosenbauer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Ein Buch, vor dem Einschlafen zu lesen, das zeigt, zu welch makabren Scherzen der Tod oft aufgelegt ist und wie komisch und brutal er zuschlägt – Trost durch Trostlosigkeit.« Hellmuth Karasek im »Tagesspiegel«

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Autsch 5. Juni 2004
Format:Taschenbuch
Lexikon der "Trivial-Exiti" - der bessere Buchtitel? Was denn nun an einer Grippe, AIDS, einem Gehirntumor, einem Herzinfarkt, einem Gehirnschlag, Hunger, Vergiftungen, Lungenentzündungen und Leberzirrhosen merkwürdig sein soll, wissen wohl nur die Autorin und ihr Arzt oder Apotheker. Der Titel erweckt leicht den Eindruck, es fänden sich in dem Buch ausschließlich Kuriosa wie der Mann, der schlaftrunken den geladenen Revolver auf dem Nachttisch mit dem klingelnden Telefon verwechselte. Oder die bittersüße Tragikkomik des Würstchendiebs, der auf der Flucht an seiner Beute, einem Hot Dog, erstickte. Weit gefehlt.

In erster Linie skizziert das Buch die "Jordanüberquerung" berühmter Persönlichkeiten durch oben genannte und verwandte "Wehwehchen" oder berichtet über die vielfältigen - aber hinreichend bekannten - Möglichkeiten, einen Menschen zu ermorden oder wenigstens zu demolieren. Wirklich merkwürdige Todesarten wie z.B. Spontane Selbstentzündung oder psychogene Todesfälle bleiben weitestgehend unerwähnt.

Katja Doubek scheint von Folterwerkzeugen und ihrer Anwendung en detail geradezu fasziniert zu sein. Wodurch das Buch dann auch die morbid-voyeuristischen Bedürfnisse des einen oder anderen Lesers befriedigen dürfte. Wers braucht.

Der ernsthaft soziologisch oder kriminologisch Interessierte bleibt hingegen enttäuscht in diesem Haufen quellender Eingeweide und schmatzender Maden zurück. Denn mit der Seriosität nimmt es Katja Doubek nicht immer genau und verweist auch ganz gerne auf die Boulevardpresse. So weiß ich jetzt wenigstens, wie James Deans letzte Worte lauteten, obwohl er bekanntlich allein in seinem Auto starb. Nur ein kleiner Schritt ist es jetzt noch zum schottischen Wassersportler, der von Nessie vernascht wurde.

Aber was solls. Das Buch dient ohnehin primär der Unterhaltung, erfüllt aber selbst diese Aufgabe nur mittelprächtig. Mehr Wortwitz, die tatsächliche Beschränkung auf merkwürdige Todesfälle und eine gehörige Prise Schwarzer Humor hätten das Lexikon der merkwürdigen Todesarten in höhere Wertungsregionen befördert (und die Seitenzahl reduziert). So werdens durchschnittliche 3 Sterne.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von "aonbarr"
Format:Taschenbuch
Am Großteil der geschilderten Todesfälle ist erstmal nichts merkwürdig, sofern man merkwürdig mit skuril, kurios oder grotesk assoziiert.

So mag die Story des Bungee-Jumpers, der sich an einem 52 Meter langen Seil von einer 43 Meter hohen Brücke stürzte, durchaus skuril anmuten. Auf zwei dieser - zugegebenermaßen unterhaltsamen - Berichte kommen jedoch mindestens fünf banale Artikel, in denen der Leser zum Beispiel erfährt, dass Karl V. an Gicht und Grippe verschied und Mozart dem hohen Fieber erlag. Was soll an diesen Todesfällen merkwürdig sein?

Indes scheint sich Merkwürdiges im Kopf der Autorin abzuspielen, wenn sie uns zum Bleistift haarklein erhellt, wie Folterinstrumente funktionieren. Beispiel gefällig?

"Der Schädel wird zwischen zwei Eisenklammern gepreßt und eine Schraube dreht diese Klammern langsam gegeneinander. Zuerst werden die Zähne gegen den Kiefer gedrückt, bis sie schließlich zerbrechen. Dann treten die Augen aus den Höhlen, und endlich quillt das Gehirn aus der geborstenen Schädeldecke."

So und drastischer liest es sich nicht selten bei Katja Doubek, wenn es um Folterwerkzeuge, Todestrafen o.ä. geht. Ob diese Detailschilderungen noch etwas mit Unterhaltung zu tun haben, mag jeder Leser für sich selbst entscheiden. Auf mich machte diese Schreibe eher den Eindruck einer plumpen Marketingstrategie. Mehr als einmal gewann ich während des Lesens den Eindruck, daß die Autorin die Neugierde von Menschen ansprechen will, die auch als Zeuge von Autounfällen gerne mal rechts ranfahren, um nach blutigen Details zu schielen. So endete meine Lektüre auch nach der Hälfte des Buches. Die häufigen Splattertexte gingen mir auf die Nerven. Ich für meinen Teil kann auf diesen Sensationsjournalismus gut verzichten. Zudem er sich im Falle dieses Schmökers auch noch der BILD als Quellangabe bedient.

Vor allen Dingen hätte ich mir mehr unterhaltsame Schilderungen a la "Elefantenpfleger" von dem Buch gewünscht. Schwarzhumorige Anekdoten, die von grotesken Unfälle erzählen, ohne gleich jedem einzelnen Knochensplitter oder jedem herumliegenden Fleischfetzen zu huldigen. Unter solchen Umständen wären dann auch die Verweise auf die BILD mitsamt etwaiger "Urban Legends" zu verschmerzen gewesen.

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Etikettenschwindel 18. Januar 2001
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
ungewöhnlich ist an diesem Buch nur der Durchsatz der Promotion und die Tatsache dass diverse Einträge (z.B. über Kannibalismus) nicht besonders gut, um nicht zu sagen schlampig, recherchiert sind und so recht reisserisch wirken. wem Herzinfarkt, Herzstillstand etc. zurecht nicht wirklich ungewöhnlich erscheinen, der kann sich dieses Buch getrost schenken. Die wenigen wirklich ungewöhnlichen Todesarten lohnen den Preis nicht. Schoener und weitaus empfehlenswerter: Die Comicanthologie "The Big Book of Death" (Factoid Books) oder auch die Darwin Award Dokumentationen.
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