Vor mir liegen reichliche zwei Kilogramm steuer- und sozialversicherungsrechtliches Wissen im DIN-A4-Format, eingehüllt in einen orangefarbigen Umschlag. Bereits auf dem vorderen Umschlag wird dem Leser mitgeteilt, welche wichtigen Neuregelungen sich der Gesetzgeber für das Lohnsteuer- und Sozialversicherungsrecht 2005 hat einfallen lassen. Die weniger wichtigen neuen Bestimmungen werden dann auf der Umschlaginnenseite zusammengefasst dargestellt. Niemand kann behaupten, das Steuer- und Sozialversicherungsrecht sei langweilig, denn der Gesetzgeber sorgt jedes Jahr für Abwechslung und die Gerichte tun ein Übriges. Der Umfang des Werkes ist seit 2001 (694 Seiten) über 2002 (744 Seiten) beständig auf aktuell 832 Seiten angewachsen.
Gegliedert ist das Lexikon in die Teile A, B und C. Teil A beschäftigt sich auf vier Seiten mit den grundsätzlichen Aufgaben des Arbeitgebers im Lohnsteuer-Abzugsverfahren, in Teil B werden auf zehn Seiten die wesentlichen sozialversicherungsrechtlichen Pflichten des Arbeitgebers dargestellt und in Teil C ab Seite 19 beginnt dann der eigentliche Lexikonteil des Nachschlagewerkes. Hier werden in alphabetischer Reihenfolge viele Lohnarten und deren steuer- und sozialversicherungsrechtliche Behandlung beim Arbeitgeber dargestellt. Teil C beginnt mit dem Stichwort „Abfindungen wegen Entlassung aus dem Dienstverhältnis" und endet auf Seite 697 mit einer Erörterung des Themenkomplexes „Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit". Zu jedem der umfangreicher erörterten Stichwörter (beispielsweise betriebliche Altersversorgung, Firmenwagengestellung, geringfügige Beschäftigung, Reisekosten/doppelte Haushaltsführung) wird zunächst eine kurze einleitende Information bezüglich eventueller Neuregelungen gegeben, woran sich eine Gliederung und die rechtliche Abhandlung zu dem Stichwort anschließt. Weniger aufwendig zu erklärende Lohnarten werden ohne vorherige Themengliederung dargestellt. Wir erfahren zum Beispiel, dass Garnentschädigungen an Heimarbeiter ebenso steuerfrei sind wie Genussmittel, die uns der Arbeitgeber zum Verzehr im Betrieb kostenlos überlässt. Wer hätte das gedacht?
Der Verfasser legt verhältnismäßig großen Wert auf eine klare, leicht verständliche Sprache und nennt -drucktechnisch abgesetzte- Beispiele, um dem Leser die zuweilen schwierigen Regelungen näher zu bringen. Weiterhin werden manchmal Flussdiagramme verwendet, anhand derer man sich die Lösung seines Rechtsproblems selbst erarbeiten kann. Gelungen ist der zweispaltige Seitenaufbau, in dessen Randbereich jeweils eine Einordnung der gerade behandelten Lohnart in steuerfrei/steuerpflichtig bzw. sozialversicherungsfrei/sozialversicherungspflichtig vorgenommen wird.
Nach Teil C schließen sich ab Seite 698 verschiedene Anhänge an, in denen man unter anderem Übersichten über steuerfreie Reisekostenpauschalen, Pfändungstabellen, Berechnungsbeispiele für Zeitzuschläge und tabellarische Übersichten über wichtige steuerliche Freibeträge, Freigrenzen und Höchstbeträge von 2002 bis 2005 findet. Ausführlich werden im Anhang auch die umfangreichen sozialversicherungsrechtlichen Meldepflichten des Arbeitgebers beschrieben. Die letzten vier Seiten des Buches werden von einem Stichwortverzeichnis belegt, das wegen der alphabetischen Sortierung der Stichworte in Teil C eigentlich überflüssig ist. Als Zugabe liegt dem Buch eine PC-CD-ROM mit allen Steuertabellen 2005 sowie einem Brutto-/Netto-Gehaltsrechenprogramm bei. Das Lexikon ist auch als CD zur Installation auf dem PC erhältlich. Obwohl wir auch die PC-Version haben, bevorzuge ich bei der Arbeit meistens das richtige Buch, aber das ist natürlich Geschmackssache.
Die Vorteile des „Lexikons für das Lohnbüro" liegen auf der Hand. Man findet innerhalb kurzer Zeit Lösungen für die meisten Fragestellungen, die sich bei der Erstellung von Lohnabrechnungen im Betrieb oder auch anlässlich der Überprüfung der Lohnunterlagen durch Steuer- und Sozialversicherungsprüfer ergeben können. Im Gegensatz zu einer Recherche in den amtlichen Lohnsteuer-Handausgaben, die nach der Reihenfolge der einkommensteuerlichen Vorschriften und Lohnsteuerrichtlinien aufgebaut sind, führt eine Stichwortsuche deutlich einfacher und schneller zum Ergebnis. Zudem erfordert die Lösungssuche in den amtlichen Ausgaben häufig einen Streifzug durch mehrere verstreute gesetzliche Vorschriften und Richtlinien, die im alphabetisch geordneten Lexikon zusammen unter einem Stichwort aufgeführt sind.
Für die Arbeit im Lohnbüro sowie für den Prüfungsdienst bei Steuerverwaltung und Sozialversicherung ist das „Lexikon für das Lohnbüro" ein rundum empfehlenswertes Nachschlagewerk, das seinen Preis wert ist. Das Lexikon ist keine Anleitung zum Steuersparen und widmet sich nicht in aller Ausführlichkeit der Erörterung exotischer Fallgestaltungen, was aber auch den Rahmen eines solchen Nachschlagewerkes sprengen würde.