Ich finde: Jeder sollte ein Krankheitslexikon im Schrank stehen haben, um sich im Falle eines Falles darüber informieren zu können, was einem (dem Partner, den Kindern etc.) da gerade blüht und um einordnen zu können, was einem in so mancher Arztpraxis auf Fachchinesisch vorgesetzt wird (in diesem Lexikon werden Fachbegriffe auch gleich in Klammern erklärt).
Wer eine Alternative zum guten alten Pschyrembel in fast gleicher Preislage sucht, ist mit dem "LEXIKON der Krankheiten und Untersuchungen" bestens bedient. Obwohl im Vorwort erklärt wird, dass sich dieser umfassende Gesundheits-Wälzer besonders an Pflegepersonal richtet, wird durch seine Konzeption schnell deutlich, dass es ebenfalls sowohl für Laien als auch fortgeschrittenere Gesundheitsinteressierte bestens geeignet ist. Von der Adipositas bis zur Zystenniere wir alles fundiert und doch leicht verständlich erklärt, was in Sachen Krankheit und Gesundheit Rang und Namen hat.
Das Lexikon zeichnet sich durch eine klare Systematik aus. Der alphabetische und farblich gegliederte Aufbau ist sehr übersichtlich. Ein Inhalts- und ein zusätzliches "Sachverzeichnis" erleichtern das Auffinden von Krankheiten aber auch gesundheitsrelevanter Themen und Begriffe. Knapp aber präzise und damit hochinformativ werden die Krankheit jeweils definiert und Ursachen diskutiert, Symptome bestens verständlich beschrieben sowie Diagnose (wenn nötig mit entsprechenden Differenzialdiagnosen) und Therapiemöglichkeiten aufgezeigt. Wer sich ein Bild über die Gefährlichkeit der jeweiligen Krankheit machen möchte, bekommt zusätzlich durch die Prognose und gegebenenfalls Informationen zu Komplikationen wertvolle Hinweise. BESONDERS GELUNGEN ist die jeweilige "Infobox" am Ende jedes Kapitels, wo nicht nur Tipps zu grundlegender Literatur gegeben werden, sondern auf langlebige Internetadressen professionell betriebener und verlässlicher Quellen hingewiesen wird. So kann man sich ganz schnell noch umfassender Gesundheitsinformationsstellen anzapfen und alle nur denkbaren Informationen und ganze Expertennetzwerke zur schnelleren Genesung einsetzen.
Meist bunte Fotos, Zeichnungen oder Graphiken (im Gegensatz jedenfalls zu meinem etwas älteren Pschyrembel) lockern die Spalten auf und veranschaulichen oft das Gesagte. So können sich auch Laien besser vorstellen, wo die betreffende Krankheit lokalisiert ist und wie manche Körpervorgänge ablaufen etc. - so bekommt der Feind ein Gesicht, der Bezug zum eigenen Körper lässt sich steigern und man hat das Gefühl, sich aktiv mit den jeweiligen Problemen auseinandersetzen zu können.
Noch hervorzuheben: Ein Anhang mit detaillierten Informationen zu den Themen Narkose und Operation sowie Tabellen mit wichtigen Laborparametern bei der Blutgasanalyse, kleinem Blutbild, Blutgerinnungswerten, Elektrolyten u.v.m.
Insgesamt ein hochinformatives Gesundheitslexikon, das gut aufgemacht wurde und dabei bei allem manchmal unappetitlichen Inhalt mit äußeren Reizen nicht geizt. Man wird lange guten Gewissens darauf zurückgreifen und sich umfassend zu Krankheitsthemen informieren können.