Aus der Amazon.de-Redaktion
Das Lexikon des Unwissens ist das erste Buch, nach dessen Lektüre man weniger weiß als zuvor. So lautet die unglaubliche Ankündigung der Autoren Kathrin Passig und Aleks Scholz. In ihrem Nachschlagewerk der anderen Art geht es zunächst um den aktuellen Forschungsstand zu ausgewählten Themen von Aal bis Wasser. Anschließend führt das Duo vor, wo es in unserer Wissensgesellschaft noch ordentlich hapert. So fühlen sich Leser nach der Lektüre ein wenig wie der altgriechische Denker Sokrates, der vor fast 2500 Jahren feststellte: Ich weiß, dass ich nichts weiß. Oder weniger dramatisch formuliert: Eine gelöste Frage wirft oft zwei neue auf.
Viel Physik, echt Tierisches, aber auch Allzumenschliches wird in diesem Lexikon beleuchtet. Wir greifen zu den Sternen, erfahren, was es mit dem Schnurren der Katzen auf sich hat oder worüber Narkoseärzte rätseln. Die einzelnen Beiträge kommen in appetitlichen Happen daher und informieren stets unterhaltsam und anschaulich. Kein Wunder, denn Autorin Passig gewann 2006 in Klagenfurt den Ingeborg-Bachmann-Preis -- und bildet mit dem Astronomen Scholz ein perfektes Duo, um im trüben Meer des Unwissens der Kultur- und Naturwissenschaft zu fischen.
Braune Zwerge verschwinden, mysteriöse Knoten entstehen, alte Schriften bleiben unverstanden. Astrophysiker sind ratlos, Biologen rätseln, Historiker verzweifeln. In diesem kuriosen Buch erfahren wir Widersprüchliches zu Fragen, die wir schon gelöst glaubten, sowie Erstaunliches über Dinge, über die wir uns bislang einfach noch keine Gedanken machten. Wo menschliches Know-how derzeit endet, darüber wissen wir nach der Lektüre besser Bescheid denn je. Und das ist gut so, denn der Zweifel gehört zur Erkenntnis wie das Salz in die Suppe. Oder mit dem alten Goethe gesprochen: Es irrt der Mensch, solang er strebt. --Herwig Slezak
Da gewinnt Kathrin Passig mit dem Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb einen eminent wichtigen Literatur-Contest - worauf man erwartet, dass die Journalistin und Internetaktivistin endlich einen Roman oder wenigstens ein paar Erzählungen veröffentlicht. Und was legt sie gemeinsam mit Aleks Scholz vor? Ein Lexikon, die unliterarischste Form überhaupt! Im "Lexikon des Unwissens" sammeln die beiden Fragen, auf die es keine Antwort gibt. Neben altbekannten Rätseln wie dem der weiblichen Ejakulation graben Passig und Scholz Kuriosa wie das Tunguska-Ereignis (eine ungeklärte Explosion, 1908 im menschenleeren Sibirien) aus. Einen Lösungsanspruch haben die Autoren nicht, darin unterscheidet sich ihr Lexikon wohltuend vom Streberhaften der Amateurforschung: Man muss nicht auf jede Frage eine Antwort haben. Aber es ist ganz gut, sich klarzumachen, wo die weißen Flecken der Wissensgesellschaft liegen. Auf solch einen Nenner lässt sich dieses einerseits wunderbar nerdige, andererseits erfrischend schnoddrige Buch bringen. (fis)
kulturnews.de
Kurzbeschreibung
Wir glauben heute, unsere Welt sei weitgehend erforscht: So wie die Erde bis in die entlegensten Regionen hinein vermessen ist, sei fast alles irgendwann von irgendwem analysiert, erklärt, entschlüsselt und beschrieben worden, man müsse nur in dem Wust von Informationen herausfinden, wann und von wem. Doch die Landkarte des menschlichen Wissens weist erstaunlich viele weiße Flecken auf. Selbst auf Gebieten, auf denen wir das nicht vermuten würden, gibt es eine Fülle ungeklärter Fragen: Die Fortpflanzung der Aale ist ebenso rätselhaft wie die Wirkungsweise halluzinogener Drogen, über weibliche Ejakulation weiß man nicht mehr als über die Funktionsweise eines Bumerangs, über Dunkle Materie oder darüber, wie man sich einen Schnupfen holt. Wieso klebt Klebeband? Weshalb brummt die Erde, und warum bekommen Haie keinen Krebs? Wie kam das Leben auf die Erde? Warum verfärben sich die Blätter der Bäume im Herbst? Und wieso riechen Steine? Das «Lexikon des Unwissens» versammelt die erstaunlichsten Wissenslücken. Nie wurde das geballte Unwissen der Menschheit auf so engem Raum präsentiert, und nie wurde es derart intelligent und unterhaltsam dargestellt.
Über den Autor
Kathrin Passig, geboren 1970, lebt in Berlin. Sie ist Mitbegründerin der Zentralen Intelligenz Agentur und Redakteurin des Weblogs «Riesenmaschine», das 2006 mit dem «Grimme Online Award» ausgezeichnet wurde. Ebenfalls 2006 gewann sie in Klagenfurt den Ingeborg-Bachmann-Preis. 2007 erschien ihr «Lexikon des Unwissens» (gemeinsam mit Aleks Scholz), 2008 «Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin» (gemeinsam mit Sascha Lobo), die beide zu Bestsellern wurden.
Aleks Scholz, geboren 1975, ist Astronom und Schroedinger Fellow am «Institute for Advanced Studies» in Dublin, Irland. Er befasst sich vorwiegend mit der Entstehung und dem Aufbau von Sternen und Planeten. Zudem ist er Redakteur des Weblogs «Riesenmaschine». Zuletzt veröffentlichte er gemeinsam mit Kathrin Passig das «Lexikon des Unwissens» (2007).